Kurzgeschichte - Wer zuletzt kommt ....

  • Verfallen zu Ruinen. Das einstmahls stolze Geschlecht Fugaro's von dieser Welt gewischt. Wie banal .... .

    Über meinem Horizont erstreckte sich ein blutrot getränkter Himmel, der nur erahnen lies was hier geschah. Ein Gestank kroch in meine Nase als hätte ein Parasit die Kontrolle übernommen und es trübten sich mir die Sinne. Die Außenwelt so starr und grotesk, von dem Abschaum der Leichen die zu meinen Füßen lagen, zeigte mir die Wirklichkeit. Nicht die Propaganda die ich zu Hause, wie in einer Endlosschleife, immer wieder und stetig monotoner zu hören bekam. Kein Stein lag mehr auf dem anderen, keine Fläche die frei von Zeichen des Massakers war und kein Verstorbener der nicht krampfhaft sein Gesicht verzog, als wäre er immernoch im Kampf.

    "Wenn die Toten sprechen könnten.... . Was würden sie wohl sagen?" fragte mich Bendo zu meiner linken, während er schon fast traumatisiert auf die Einöde blickte.

    Rote Backsteinwände die nur vermuten liesen wo Häuser standen zogen mich zum Schluss, dass es sinnlos wäre großspurig zu Diskutieren. Gepfählte Soldaten offenbarten des Angreifers blinden Ergeiz und erstreckten sich nahezu über das gesamte Reich.

    "Wir haben keine Zeit. Lass uns weiter." erwiderte ich Bendo und wir gingen schon fast von Furcht befangen Richtung Kapelle. Angaben zufolge sollte sich dort ein Manuskript von höchster Wichtigkeit befinden. So wichtig, dass es all diese Leben wert war und mich beschlich das Gefühl von Verrat. Ein Krebsgeschwür, welches sich tief in das Herz unseres Reiches gegraben hatte und uns nun auf so einen Auftrag schickte machte mir deutlich, dass hier größere Mächte am Werk gewesen sein mussten. Die spöttische Ignoranz mit der sie die Leichen schon fast bildhaft verzierten ging weit über das Menschliche hinaus.

    "Siehst du das? Ist das wirklich ihr Ernst?" deutete Bendo auf eine gepfählte Gruppe hin, während wir uns zunehmend der Kapelle näherten.

    An Skurrilität mangelte es ihnen nicht, wenn man sich dieses Bild vor Augen führte. Eine Familie, wobei Mutter, Vater und Kind auf die gleiche weise und nah genug beieinander durch den Schritt gephählt wurden, sodass die Mutter das Neugeborene in den Armen halten konnte während der Vater einen Arm um die Mutter legte. Ihre starren und kalten Körper bekamem ein Lächeln von Ihnen gezogen welches völlig entfremdet wirkte und man es kaum anzusehen vermag. Sie prahlten mit ihrem Sieg als bestände die einzige Existenzberechtigung darin, andere in Agonie fallen zu lassen.

    "Lass uns weiter Bendo. Hier gibt es nichts mehr von Belang zu tun." antwortete ich ihm und wir gingen weiter Richtung Kapelle.

    Das aufplätschern eines jeden Schrittes erinnerte mich an Kinderzeiten in denen ich am Fluss spielte. Doch hier war es kein Fluss. Durchnässte Socken die einem schon anfingen den Magen zu verstimmen kratzten an meinem Gemüt und es war auch völlig egal wie sehr ich mich dagegen wehrte.

    Der riesigen Kapelle näher kommend erkannten wir, dass das Eingangtor mit einem großen Roten "X" gekennzeichnet war. Uns war bewusst, woher sie die Farbe nahmen.

    Aus frühreren Schulungen kam mir diese Form von Symbolik in Schlachten irgendwie bekannt vor, doch konnte ich mich zudem Zeitpunkt nicht entsinnen was es zu bedeuten hatte. Schließlich am Tor angekommen verspührte ich einen leichten Hauch von Unbefangenheit und Euphorie, als würde diese in der Umgebung schweben und auf perverse weise alles in ihrem Radius umhüllen.

    Immer näher kommend fingen wir an ein Schreien wahrzunehmen, worauf wir sofort Richtung Tor liefen. Am Tor angekommen wurde das Schreien immer lauter und verzerrter, so als ob jemand vor Schmerzen allmählich seine Stimme anfing zu verlieren. Auch konnte ich erkennen, dass dort jemand aus vollstem Herzen schrie und kaum die Zeit hatte um wieder Luft zu holen.

    Bendo und ich schauten uns eine kurze Zeit an und uns war klar was wir zu tun hatten. Mit aller Kraft versuchten wir das Tor aufzubrechen, welches wie von Geisterhand, verschlossen zu sein schien. Immerwieder rammten wir gegen das Tor, sodass das rote Kreuz am Tor auch Spuren auf unseren Schultern hinterlies. Das Schreien wurde immer länger und Atemloser.

    "Wir müssen dieses verdammte Tor aufkriegen!" schrie ich zu Bendo.

    "Spar dir dein Atem!" erwiderte er schreiend zurück als wir völlig erschöpft aufhören mussten und erkannten das uns diese Methode nicht weiterhelfen wird.

    Als ich mich zu Bendo drehte um ihn eine neue Idee zu erklären sah ich wie seine Augen immer größer wurden und seine Pupillen sich zu gerstenkorn kleinen Punkten reduzierten. Seine Atmung setzte aus und sein Mund öffnete sich als hätte er keine Kraft mehr gehabt seinen Unterkiefer zu halten. Und zu diesem Zeitpunkt ist mir auch schlagartig eingefallen was die Symbolik auf dem Tor zu bedeuten hatte.

    "Nicht näher kommen. Wir sind noch da."

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

  • Voller Zweifel vom Verdacht des Verrats überkam mich die Sehnsucht. Hätten wir es nicht anders machen können? Wäre es nicht möglich gewesen den Dingen ihre Zeit zu lassen und erst dann einzuschreiten? Alles vergeblich und viel zu spät um noch irgendwas von Belang zu ändern. Bendo war wie steifgefroren und ich wusste ganz genau was sich hinter diesem Tor befand. Die Ausgeburt der Hölle umschreibt es nichtmal im Ansatz und die Tragweite dieses Geschehens hinterlies zukunftige Narben im gesamten Reich.

    Jede falsche Handlung von diesem Zeitpunkt an, forderte mit hoher Wahrscheinlichkeit das Leben. Ich drehte meinen Kopf nichteinmal um, da ich wusste welche Gestalten dort auf uns blickten. Blutunterlaufene Augen, scharfe Zähne und ein Körper völlig frei von Haar. Gemäß des Abkommens durften diese Gestalten nichteinmal das Tageslicht erblicken sofern es nicht einen ausdrücklichen Beschluss dafür gab. Doch all diese sogenannten "Gesetze" schienen hier völlig außer Kraft getreten und deuteten auf ein Mahnmal sturrer Inkompetenz. Ihr Versagen konnte man schon kilometerweit riechen und dennoch haben sie diese Kreaturen auf Menschen losgelassen. Dieses Knurren, dieses Zähneknirschen und diese unglaubliche animation zum Töten spiegelte vernebelten Gehorsam wieder. Genmanipulierte Subjekte die nicht im Stande waren in irgendeiner Form frei denken zu können. Wenn man durch ihre Augen schauen und durch ihre Sinne fühlen würde, hätte man wohl dem freien Willen entsagt.

    "Vergiss nicht was wir gelernt haben, Bendo!" ermahnte ich ihn während ich ihn weiterhin fortlaufend ansah ohne auch nur einen Blick abzuwenden.

    Schon während ich mein erstes Wort sprach haben sich seine Pupillen wieder geweitet und sein zunehmend leerer Blick wich zum Boden als hätte nie eine merkwürdige Situation stattgefunden. Er erkannte die Miesere und handelte sofort richtig.

    Einer Blutlache, auf allen vieren, hinterherkriechend folgte eines dieser dürren und grauhäutigen Gestalten. Wie ein verwahrloster Köter roch er an Bendo und ergözte sich an der Euphorie neuer Beute. Er fing an Bendo abzutasten und das tropfende Blut seiner vergangen Opfer klebte nun auch an ihm. Bendo jedoch stand still und ruhig wie ein Soldat der seine Aufgabe zu erfüllen hat und würdigte diesen Kreaturen nichtmal eines Blickes. Zielstrebig und ergeizig schaute er auf den Boden als würde nichts passieren und sein Herzschlag wurde immer ruhiger. Ich konnte fühlen wie seine Herzfrequenz sich einem absoluten Ruhepunkt näherte und war sichtlich stolz auf meinen Schüler. Denn unsere Aufgabe war es nicht diese Abscheulichkeiten zu bekämpfen. Wir hätten ohnehin nicht die geringste Chance gehabt. Diese Mißgeburten folterten nur diejenigen, die sich in hoher emotionaler Resonanz befanden und agierten nur auf starke Herzfrequenzen. Als ich Bendo so ansah, wie Tapfer und standhaft er seine Gefühle unterdrückte, wusste ich genau das ich den richtigen Partner für den Auftrag ausgewählt habe. Er war bereits im Training hervorstechend und konnte sich augenblicklich einer Tiefenentspannung fügen.

    Dieses wandelnde etwas wich von Bendo ab und kroch jämmerlich auf allen vieren zu mir, in der Hoffnung auf rohes Fleich zu treffen. Doch hier musste ich es entäuschen. Meine Gefühle waren bereits ausgeschaltet und völlig frei von Resonanz. Ich betrachtete diese Mißgeburt von oben herab und schaute ihm tief in die roten gierigen Augen. Wie Hoffnungsvoll er erwartet hat sich an mir zu nagen und wie kläglich er erkennen musste, dass es sich hierbei nicht um Nahrung handelte. Wie ein stück Dreck kroch es wieder zurück in die Kapelle und wir wussten was nun zu tun war. Auch wenn sie noch da waren, blieb uns keine andere Wahl als uns in die Kapelle zu begeben. Einen völligen Gefühlsnullpunkt zu erhalten ist selbst mit jahrelangem training äußerst schwierig.

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

  • Die Kapelle war von drei Räumen umgeben, wobei sich der Flur wie ein Faden durch alle drei zog. Aufgrund der Missionsbesprechung zuvor wussten wir, dass diese drei Räume jeweils eine Besonderheit hatten. Das Raum dehnbar ist, war in den oberen Klassen kein Geheimsnis. Das die phsyikalische Struktur jedoch auf den Kopf gestellt werden kann war selbst mir neu. Sobald wir die Kapelle betraten spürte ich einen sehr intensiven Frost der sich wie ein schleier über meinen gesamten Körper auszubreiten schien. An Wänden und an der Decke klebend sah man nur diese Gestalten die ungeduldig und besessen auf Nahrung hofften. Wie konnte so eine Kälte entstehen, wo wir doch Hochsommer hatten?


    Mit flacher Hand und augespreizten fingern gab ich Bendo das bekannte Zeichen, welches wir im Training ausgiebig besprochen hatten. Wenn dieses Zeichen fiel, handelte es sich um bitteren Ernst und jeder, der in meiner Kompanie zugestellt war musste sich augenblicklich fügen. Es bedeutete das jede Art der Kommunikation auf strengste untersagt ist, da es minimale Gefühlsregungen hervorrufen kann, die den Umständen entsprechend zum Tod führen könnten. Bendo nickte wissend und wir gingen den Korridor entlang der eine immer größere Kälte aufzuweisen schien je tiefer wir vordrangen. Entlang der blutunterlaufenen Wände und dem Abschaum der an ihnen klebte nährten wir uns der ersten Tür und mir fiel schon in der Ferne auf, das diese vereinzelt mit Frost bedeckt war. Da hinter uns nur der Tod und die Einöde lag, beschloss ich den Schritt zu wagen und öffnete mit einem schweren und mulmigen Gefühl die Tür. Sie ließ sich leicht öffnen und zu meinem erstaunen erblickte ich zunächst nur weiß.


    Der komplette Raum war vereist und sprühte eine negative Aura aus die ich auf mysteriöse Art und Weise erkennen konnte. Diese negative Spannung kannte ich bereits vom "großen Sterben" und ich begann immer weiter an der Authentizität meines Auftrages zu zweifeln. In diesem Gebäude war scheinbar nichts wie es schien und selbst Bendo griff mich an der Schulter um mir schnell und bündig zu signalisieren, dass wir gehen sollten. Doch ich war auf eigentümliche weise von diesem Ort gefesselt. Ich kannte die Geschichte der genmanipulierten Subjekte aus erste Hand und wusste, dass hier mehr Antworten lagen als ich im laufe der Zeit Fragen anhäufen konnte. Wenn man über zwei Jahrzehnte nach dem Wind greift, will man am Ende wissen wie er sich anfühlt, ungeachtet dessen was an Schmerz auf einen zukommen könnte.


    Also gingen wir durch den vereisten Raum und jeder Schritt hinterlies einen knirschenden Abruck. Die Luft stank nach Verwesung und der Tod folgte uns buchstäblich auf Schritt und Tritt. Die Subjekte wagten es nur auf den bereits von uns vorgefertigten Spuren zu treten, was mich doch sehr merkwürdig stimmte. Konnten sie etwa Kälte nicht ertragen?


    Doch ich irrte mich.


    Ihr Handeln bezog sich einzig und allein auf dem Respekt des Schöpfers, welcher diesen Raum gestaltet hat, doch es konnte unmöglich ein Wächter sein. Ich habe es versucht zu analysieren und rational zu erfassen, doch war die Verwirrtheit aufgrund der Umstände zu groß. Es war mir nicht möglich einen wirklich klaren Gedanken zu fassen, was fatale Konsequenzen zufolge hatte.


    Von einem auf dem anderen Moment hörte ich einen Aufschrei und drehte mich ruckartig um als wir bereits vor der nächsten Tür standen. Eines dieser Mißgeburten fing an dem Fuß meines Schüler zu nagen und er konnte sich vor schmerzen kaum beherrschen. Ich zeigte ihm den Zeigefinger, der ausdrücklich ruhe Symbolisierte. Doch in dem Fall nutzte das Training nichts, da sein kleines Herz vor Aufregung und Todesangst schlug als gäbe es kein Morgen. Er versuchte sich zwanghaft zu beherrschen doch seinn Schmerz sah man ihm ins Gesicht geschrieben, während sich diese Kreatur an seinem Knöchel nagte. Zu schwach war sein Geist, als das er sich diesem Schmerz widersetzen konnte. Die Verzweiflung schlich sich langsam aber sicher in sein Bewusstsein und wir beiden wussten was dies bedeutet. Auch die anderen Mißgeburten, die sich noch im hinteren Flur befanden wurde langsam auf in Aufmerksam und ich konnte es nicht riskieren, dass er alle Aufmerksamkeit auf sich zog.

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

  • Es gab nur zwei Alternativen. Entweder ich begebe mich mit genau zwei Schritten zu Bendo und breche ihm konsequent das Genick um sein unausweichliches Ende zu verkürzen oder.... .

    "Was tust du?" krächzte er schon fast stimmlos und verzweifelt zu mir als ich mich vor seinen Knöchel beugte und ich meine Hand zwischen ihn und dem Vieh drückte, sodass es nun blind auf meiner Hand nagen konnte. Ich war kalt und abgestumpft, sodass mir Schmerz im Extremfall nicht viel ausmachte. Während dieses verfressene stück Scheiße an meiner rechten Hand nagte, umklammerte ich mit der linken sein Kopf. Mit einem Atemzug und in Hoffnung das es keine große Aufregung aufsich ziehen würde tat ich was ich tun musste. Ich brach dem Subjekt das Genick und ließ es langsam zu Boden während das Blut meiner Hand über seine entstellte Fratze lief. Ohne groß zu zögern stand ich auf und zeige Bendo erneut das Zeichen, damit er Ruhe bewahrt während ich ihn mit meiner linken hand an der Schulter packte. Glücklicherweise war meine Handlung ruhig genug um die hellhörigen sadisten von uns zu halten und wir öffneten stillschweigend die halbvereiste Tür um uns in den dahinterliegenden Flur zu begeben.


    Behutsam schlossen wir die Tür und dort wartete eine neue Überraschung auf uns. Heilige Männer die hier ihren Märtyrer Tod fanden wurden spöttisch an den Wänden mit Pfählen verkeilt. Wie auch schon vor der Kapelle wurden die Gesichtszüge der Leichen in ein groteskes Grinsen vestellt, sodass man den Eindruck bekam, sie seien in Freude gestorben. Dieser Anblick jagte mir einen schauer über den Rücken, doch blieb ich standhaft und frei von Resonanz um nicht unnötig Aufmerksamkeit auf mich zu lenken. Ich emfpand kein Mitleid mit ihnen. Die Glaubensmänner waren schlimmer als die Hunde während sie ihren Anhängern die Wertsachen aus der Tasche zogen. Mit der Gutgläubigkeit der Menschen haben sie gespielt und hier ihren wohlverdienten Tod gefunden. Als Truppenführer des S.A.K waren mir viele Informationen frei zugänglich, sodass ich genau bescheid wusste über die Rituale und Abscheulichkeiten die diese Menschen an anderen verübt hatten. Ein ganz besonderes Ritual ist mir bis Heute im Kopf geblieben.

    Eine Badewanne voller Blut in denen zwei Erwachsene Geschlechtsverkehr hatten während sechs Kinder, nicht älter als 6 Jahre alt, um diese Wanne standen. Hinter ihnen standen sechs erwachsene Männer und als die zwei in der Badewanne fertig waren ging es richtig los. Die sechs Erwachsenen fingen an die Kinder zu vergewaltingen und dieses Szenario wurde niemals der Öffentlichkeit preisgegeben.

    Zwar war dieses Ritual auf ein anderes Reich zurückzuführen, dennoch wusste ich das es viele verdrehte Machenschaften in Glaubensgemeinden gab, sodass ich ihnen nur den Tod wünschte.


    Durch die Unterdrückung meiner Resonanz fiel mir erst im Flur auf das mein rechter Ringfinger, an dem das Vieh genagt hatte, völlig durchgebrochen war. Da hier komischerweise keine Subjekte zu sehen waren konnten wir auch anfagen frei zu sprechen.

    "Bendo, wie gehts deinem Fuß?" frage ich aufrichtig und hoffte auf eine positive Rückmeldung.

    "Es ist alles in Ordnung. Ich habe nur leichte Schmerzen beim auftreten. Was mir sorgen macht ist deine rechte Hand." erwiderte er und fing an aus seinem Gurt Verbandsmaterial zu ziehen. Ich ließ ihn meine Hand verbinden und schweigte, während ich über diesen Ort nachdachte. Als er mich so gutherzig umsorgte, hingen Leichen an den Wänden, was die freundliche Atmosphäre etwas trübte.

    "Mach dir keine Sorgen um mich. Ich weiß was ich tue." antwortete ich ihm als er mit dem bandagieren meiner Hand fertig war.

    Wir schauten uns den grauen Flur an der an den Wänden mit Leichen verziert war und auch Bendo fing wiedermal an skeptisch zu werden.

    "Ist das wirklich ein normaler Auftrag? Hier stinkt was gewaltig!."

    "Langsam glaube ich auch, dass hier etwas nicht mit rechten dingen zu geht". erwiderte ich ihm während ich mich zur nächsten Tür begab.

    "Sollten wir nicht zurück gehen?"

    "Nein!, Ich weiß, das hier was großes ist. Frag mich nicht wieso, aber ich bin mir absolut sicher, dass wir hier etwas wirklich entscheidendes finden können." widersprach ich ihm sofort als er langsam anfing auf mich zuzugehen.

    Wir schauten uns kurz an und ich gab ihm das bekannte Zeichen während wir anfingen die Tür zu öffnen.

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

  • Dies war nun der zweite Raum den wir betreten sollten. Beim öffenen der Tür hatte ich tausend Gedanken, jedoch keine Gefühlsregung. Alles wie immer steril und starr ohne jegliches aufleben von Resonanz. Schon beim öffnen kroch mir der Geruch von Moos in die Nase und ich hatte sofort eine Spekulation im Kopf die diese erklären könnte.

    Die geöffnete Tür zeigte ein freies Feld einer Bllumenwiese die sich über den gesamten Horizont zu erstrecken schien. Die Sonne strahlte und der Duft von Rosen schlich sich in meine Nase.

    "Eine Illusion?" fragte mich Bendo während er die Tür anfing zu schließen.

    "Nein Bendo." erwiderte ich, während ich mich tief in die Mitte der Blumenwiese begeben habe. Als ich mich setzte, spürte ich jeden Grashalm und fühlte mit meinen fingern jede Blume in meiner Umgebung ab. Jeder Duft den ich in die Nase bekam wurde überlagert von noch mehr Sinnesreizen. Ich fühle die Erde und hörte die Vögel, schmeckte sogar eine Rose und konnte es kaum glauben welch ein Aufwand betrieben wurde, nur um uns fernzuhalten.

    "Also was dann?" fragte Bendo erneut.

    Ich saß noch eine weile auf dieser Blumenwiese und konnte meine Gedanken kaum ordnen. Woher hatten sie diese Technologie? Fugaro war immer als ein sehr konservatives Reich bekannt und ich konnte mir nicht erklären wieso sie es taten. Eines wurde mir jedoch schlagartig klar. Fugaros Reich musste überlebende haben die versuchen ihr wissen zu schützen.

    "Kennst du das Gesetzt der Gleichzeitigkeit Bendo?"

    "Ich habe mal was von gehört... doch kann ich dir jetzt nicht genau sagen was es damit aufsich hat." antwortete er skeptisch.

    Ich sah ihn eine Zeitlang an und war wirklich stolz auf ihn. Er war schon immer misstrauisch und hatte seine zweifel was bestimmte Paradigmen anbelangte.

    "Nun, wir befinden uns derzeit im Raum der Kapelle und auf der Blumenwiese wie du sie hier siehst. Der Raum wird gerade zu diesem Zeitpunkt so stark gezerrt, dass nur die Lichtphotonen der Blumenwiese in unser Auge gelangen. Man könnte schon fast sagen, dass sich hier zwei Räume überlappen und da wir in unserem Bewusstsein nur Platz für eine Realität haben, generiert unser Hirn nur das Bild, das am genausten vorhanden ist."

    Bendo schaute mich eine zeitlang an und wusste garnicht was er sagen sollte.

    "Ich vestehe deine Verwirrung Bendo."

    Auch erkannte ich, das ich ihn damit gefühlsmäßig völlig aus der Bahn werfe, was mich dazu bewegte genauer zu werden.

    "Den Raum den du hier siehst, steht über dem Raum, in dem wir uns eigentlich befinden sollten. Ich habe diese Technologie niemals persönlich gesehen, doch habe ich sehr viel in den Alophias Schriften darüber lesen können. Versteh mich nicht falsch, ich weiß das es sich verrückt anhört. Doch ich bin mir ziemlich sicher, dass wir es hier mit einer starken Raumverzerrung zu tun haben."

    "ich verstehe..." erwiderte Bendo zurückhaltend.

    "Ich habe von den Alophias Schriften nur als Mythos gehört. Also sind diese Aufzeichnungen tatsächlich existent?"

    "Ja Bendo. Auch wenn ich nicht der hochrangigste S.A.K Führer bin, so hatte ich Zugriff auf diverse Unterlagen und konnte an bestimmten Experimenten teilhaben. Was mich jedoch stutzig macht ist, woher Fugaro diese Technologie hat. So wie es aussieht muss es jemand wirklich ernst damit meinen uns loswerden zu wollen."

    Ich stand wieder auf und konnte oben am Himmel die Vögel fliegen sehen und zwitschern hören. Die grelle Sonne brannte schon fast in meinen Augen und die frische Atemluft umspühlte schon fast alle negativen Ansätze. Auch fing ich an zu vermuten, dass unser Reich nicht wusste auf was für einen Auftrag es uns schickte.

    "Und was nun?" fragte er mich ruhig und besonnen.

    "Es gibt drei Möglichkeiten. Wir ziehen uns zurück und erklären diesen Auftrag als gescheitert. Dies würde allerdings alle unsere Erkenntnisse in den Sand werfen und uns würde zu Hause im nachhinein sowieso keiner mehr Glauben schenken. Fugaro hat gegen Ende ständig von einem hochgeheimen Manuscript gesprochen welches die Welt niemals sehen darf. Wenn wir mir leeren Händen zurückkehren wird dies nur als aberglaube abgetan. Wir könnten auch die Kriegerkaste informieren und sie würden diesen Platz hier buchstäblich säubern. Allerdngs würde eine kriegerische Handlung gegenüber Fugaro nur zu Aufruhen im Reich führen, da die Bürger derzeit nichts von Fugaros Untergang wissen. Oder wir warten."

    Bendo schaute mich eine Zeitlang etwas verwundert an.

    "Warten worauf?"

    "Die Energie die für so eine Raumverzerrung benötig wird, ist enorm. Diese Energie muss von irgendwo hergeholt werden. Und Fugaro steht am Abgrund seiner Existenz, was nur einen Schluss zulässt. Früher oder später wird sich diese Raumdehnung von alleine auflösen."

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

  • Laut unserer Uhr saßen wir dort mehr als fünf Stunden und wir unterhielten uns über die verschiedensten Dinge. Bendo zweifelte meine Theorie nicht ein einziges mal an und wir fingen an uns an der herrlichen Pracht der Natur zu ergözen. Es gab keine bessere Möglichkeit für die Tiefenentspannung als an diesem Ort. Mit unserer Reaktion hat derjenige der für die Raumdehnung verantwortlich war wohl nicht gerechnet. Da es an diesem Ort keinen anderen Weg gab als zurückzukehren, ging er wohl davon aus, dass wir von alleine wieder gehen würden. Doch nicht mit mir.

    "Und was passiert genau, wenn sich der Raum wieder entzerrt?"

    "Das kann ich dir leider nicht genau sagen Bendo. Das schlimmste wovon ich ausgehen würde, wäre das es unsere Körper zereißt und wir sterben würden."

    Bendo sah mich eine Zeitlang an und ich wusste das er sich anfing für mich zu schämen.

    "Ist das dein Ernst? Willst du uns in den Tod reißen oder was soll der schwachsinn?"

    "Bendo, es ist nur eine Theorie. Du musst wissen, dass wir uns eigentlich nicht auf dieser Blumenwiese befinden dürften. Der Raum in dem die Blumenwiese existiert ist nicht exakt dieser Ort, sondern ein anderer. Die wahrscheinlichere Vermutung wäre, das wir uns wieder im eigentlich Raum befinden müssten, sobald die Raumdehnung aufgehoben wird."

    "Ich vestehe ..." erwiderte Bendo widerspenstig.

    Mir war klar das diese Worte nicht diese waren die seine Ohren hören wollten. Doch es waren meine Vermutung. Und wie die Sonne untergeht und der Mond anfängt zu leuchten, so sollte ich mit meiner Vermutung recht behalten.

    Tatsächlich fing an der Raum sich nach der fünften Stunde zu entzerren. Es ist kaum in Worte zu fassen wie sich dieses Phänomen anfühlt. Als wäre die eigene Sicht völlig verzerrt wie beim auftauchen aus dem Wasser und der ganze Körper fing an innerlich zu vibrieren als wäre man unter Strom gestellt worden. Eine Art Schwingung tief im eigenen Körper sorgte selbst bei mir für helle Aufregung und völlige dissoziation. Während diesen Moments wusste ich weder wer ich bin noch wo ich bin. Es fühlte sich an als würde ich sämtliche Erinnerungen verlieren und wäre in dem Bruchteil einer Sekunde völlig Körperlos gewesen. Als würde die Zeit selbst an mir zerren und sich gnadenlos einen Weg durch meine Eingeweide machen. Ich , völlig hilflos dieser Situation ausgeliefert spiegelte nur noch eine Marionette wieder die sich absolut willenlos den gegebenen Umständen hingeben musste. Als mich anfing die Verzweiflung zu überkommen und mir die Sinne zu rauben regte sich eine Hoffnung. Eine Stabilisation der Geschehenisse. Eine Festigung der weltlichen Geflogenheiten und die damit verbundene Erinnerung an die Realität in der ich mich befand... oder befinden sollte. Meine Augen wurden langsam klar und die vibrierenden Schwingungen im Körper ließen nach. Scheinbar von Geisterhand materialisierten sich Strukturen und Formen zunächst vor meinem geistigen Auge und zeigten mir allmählich ein gewohntes Bild. Vier Wände die einen Raum umschlossen und einen blutunterlaufenen Teppich der von leichen übersäht war. All die Mißgeburten waren hier scheinbar auf makabere Weise umgebracht, was mir abgetrennte Körperteile in veschiedensten Positionen signalisierten.

    Zu meiner linken sollte ich einen Schock erleben. Wo sich grade noch Bendo befand, stand nun ein alter grauer Mann vor mir der verzweifelt um Aufmerksamkeit kämpfte indem er mich anfing, zusammenbrechend, an meiner Kleidung zu ziehen.

    Mir stockte der Atem und ich konnte nicht fassen was ich dort sah.

    "Was ist passiert?" hechelte der alte Mann von sich und ich war vor entsetzen wir gelähmt während ich in mit weitaufgerissenen Augen ansah.

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

  • Knochig, dürr und atemlos hockte dieer Mann auf den knien vor mir und hielt sich verzweifelt an meiner Kleidung fest während er mich so hoffnungsvoll ansah. Ich konnte einfach nicht glauben was ich dort sah. All meine Vermutungen wurden somit völlig über Board geworfen und ich konnte die Geschehenisse nicht mehr in einen klaren zusammenhang bringen. Die Kleidung war die selbe wie sie Bendo trug und auch an dem rechten Knöchel hatte er die Kleidung aufgerissen, doch war die Wunde scheinbar schon längst verheilt. Der Bart, sowie die Haare dieses Mannes gingen ihm bis zu den Füßen und darüber hinaus. War das tatsächlich Bendo gewesen?

    "Was zum Teufel ist passiert?" hechelte er die Frage aus und ich konnte vor entsetzen immernoch nichts antworten. Schon fast zeitgleich fing ich an meine Hände genau anzusehen um zu schauen ob bei mir eine Veränderung aufgetretten ist. Doch nichts. Ich fühlte mich wie immer und meine körperliche Jugend schien völlig erhalten zu sein. Was immer mit Bendo passiert ist, es war eine Folter dies ansehen zu müssen. Mein Schüler, mein Freund ist einem schrecklichen Phänomen zum Opfer gefallen. Mein Herz schrie danach ihm zu helfen, doch konnte ich leider nichts mehr für ihn tun.


    Er starb an Altersschwäche während er sich an mir festhielt.


    Als ich den Leichnahm von Bendo so sah, überkamen mich verschiedenste Gefühle die selbst ich nicht mehr zu unterdrücken vermochte. Ich war innerlich völlig außer mir und konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Durch das jahrelange Training der Resonanzreduzierung konnte ich mich jedoch psychisch wieder aufrichten und drehte mich zur nächsten Tür um. Was würden sie im Reich sagen wenn ich ohne Bendo zurückkehre? Würden sie mich eines Totschlags verdächtigen? Selbst wenn sie mich in irgendeiner Art zur einer Verantwortung ziehen sollten, so könnten sie mir nichts anlassten. Ich habe nichts getan und sie könnten sich selbst überzeugen wenn sie diese Hallen betreten. Der arme Bendo musste eines merkwürdigen Todes sterben weil uns das Reich in einen fragwürdigen Auftrag schickte. Ich sah schon die Schlagzeilen und wandte mich von diesen Gedanken ab und fokussierte mich auf mein Ziel.

    Mit einem tiefen Atemzug ging ich zur blutverschmierten Tür und ließ alles hinter mir.

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

  • Immernoch schockiert und nahezu traumatisiert stand ich vor der Blutverschmierten Tür, mit der Hand an dem Scanner und zögerte. Ich konnte mich von der Resonanz nicht gänzlich befreien die mein Herz umschloss, sodass ich mich zum warten anhielt. Als würde ich zwanghaft versuchen diese Tür zu öffnen, doch konnte ich die jüngsten Bilder nicht vergessen.

    Ich drehte mich nochmal um und sah den einen Leichnahm unter den vielen. Es erschütterte mein Herz zutiefst, sodass ich einen Moment brauchte um mich wirklich innerlich fassen zu können. Bendo war außerhalb unserer beruflicheen Tätigkeiten ein sehr enger Freund von mir gewesen. Unzählige Erinnerungen schossen mir durch den Kopf und drückten eine Träne aus meinem rechten Auge. Das letzte mal wo mir Tränen über die Wangen liefen war über 20 Jahre her. Dort war ich noch ein kleines Kind und völlig naiv was unsere Vorstellung der Realität betrifft. Ich schloss meine Augen, beißte meine Zähne zusammen und umgriff den Scanner so fest wie es mir mein Körper erlaubte..... doch hoffnungslos. Mein Herz hat einen wichtigen Teil seiner emotionalen Bindung verloren, sodass ich eigentlich nicht mehr in der Lage war diesen Auftrag abzuschließen. Sollten sich hinter dieser Tür noch mehr Subjekte befinden, so würde ich wohlmöglich den verfressenem Vieh zum Opfer fallen. Diese Erinnerungen hörten einfach nicht mehr auf und ich konnte keinen ruhigen Moment mehr finden, sodass ich mich vor der Tür estmal setzten musste um mich zu beruhigen.

    Ein Gefühl der Vetrautheit und Freude fing an sich sehr tief in meinem Herzen breit zu machen. Wie ein kleiner Funke der anfing ein Feuer zu legen, breitete sich dieser Impuls zunehmend aus und ich konnte es zu dem Zeitpunkt noch nicht verstehen. Ich schaute mit verschwommenen Augen zu Tür auf, die so sehr von Blut überzogen war, dass man nicht mehr die eigentliche Farbe der Tür erkennen konnte. Kurz darauf fing an mich etwas innerlich zu ziehen. Eine Form von Enthusiasmus, ein kurzes aufflackern von Euphorie und ein kleiner Meilenstein der sich anfing in meinem Herzen zu bilden. Genau dieses Gefühl beflügelte mich wieder aufzustehen um mein Vorhaben zuende zu bringen. Es fühlte sich an als wäre es von mir, doch kam es plötzlich und völlig ohne Vorwarnung. Auch wäre die Situation absolut unangebracht gewesen um Freude und Vetrautheit zu empfinden. Woher also diese starke Resonanz?

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

    Edited once, last by QLucy ().

  • Diese Resonanz war so intensiv wie ich sie zu Kinderzeiten empfand. Da mir Gefühle während meiner Ausbildung ausgetrieben wurden, war es für mich schon fast fremd wieder so eine starke Empfindung zu fühlen. Irgendetwas zog mich regelrecht zu sich hin als würde es um meine Anwesenheit betteln und sich auf meine Ankunkt größter Euphorie ergözen. All meine Laster fielen von mir als ich diesen Türscanner betätigte. Da die Handschuhe des S.A.K so prepariert waren das sie jeden Scanner kurzschließen, bedurfte es keiner Frage meines Eintritts.

    Als sich die Tür öffnete zeigte sich mir ein Bild von Unversehrtheit und Eleganz. Der letzte Flur vor dem dritten Raum schien völlig unangetastet zu sein. Weiße Wände mit Gemälden von Kriegerkasten während des Kampfes. Das Licht brannte am gebogenen Flur heller und der Rote Teppich erstreckte sich zur letzten Tür die schon einen kleinen Spalt aufstand. Über dieser Tür sah man ein Gemälde vom Glaubensvater Fugaros. Der Mann hinter den Kulissen. Der Mann der alle Fäden zog und alle Stricke zu reißen vermochte. Ich habe über ihn und seine pädophile Neigung gelesen. Er soll im Schutze des Bürgertums unzählige Kinder in Kellern gefangen gehalten haben. Diese Informationen waren natürlich nur hochrangingen S.A.K führern und ein paar weiteren speziellen Personen vorbehalten.

    Sollte er tatsächlich noch leben, so hatte ich es mir zur Aufgabe gemacht ihn augenblicklich mit meinen eingen Händen zu töten. Während ich diesen Flur entlang ging, sprachen die Gemälde an der Wand eine Geschichte. Die Kriegerkasten waren sehr hoch angesehen in Fugaro und sie waren auch gefürchtet im gesamten Umkreis. Wie es dazu kommen konnte das Fugaro nun auf den Knien schon fast ums Überleben flehte, bleibte mir ein Rätsel. Doch schienen die feindlichen Krieger, im angesicht der Unversehrtheit des Flurs, nicht bis hierher vorgedrungen zu sein. Was hatte es mit diesem mysteriöse Manuscript auf sich, dass so viel Agonie forderte?

    Mit einem ernsten und entschlossenem Blick, näherte ich mich der leicht geöffneten letzten Tür. Auf diese Tür zukommend, konnte ich allmählich eine Stimme wahrnehmen. Doch diese Stimme war weder zu hören noch zu erahnen. Diese Stimme spiegelte sich in meinem Herzen wieder und beflügelte meine Sinne. Als würde sich ein scharfes Schwer einen Weg zwischen meine Rippen bahnen.

    Ich, einer der hochrangigsten S.A.K Führer, habe mich von einem Gefühl leiten lassen. Doch fing an dieses Gefühl mich völlig meiner Sinne zu berauben, sodass ich unfähig war dem zu widerstehen. Der Tür immer näher kommend wurde die Stimme in meinem Herzen immer lauter.

    "Hilf mir."

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

  • Mit einem Gefühl der Entschlosseheit drückte ich die Tür nach außen. Ich fing an mich langsam umzuschauen und versuchte jeden Schritt mit bedacht zu wählen. Die offen gelassene Tür deutete auf ärger hin und so zwang ich mich den umständen entprechend Aufmerksamkeit zu bewarhen. Der letzte Raum war mit zahlreichen goldgelben Gewändern geschmückt und war viel Größer als alle zuvor. Ein goldener Kreis mit ausgeschweiften Linien auf rotem Hintergrund, einer Sonne ähneltnd, zeigte das Wappenmahl Fugaro's als Zeugnis einer zerfallenen Zivilisation. Der Raum war von mehreren Säulen gestützt auf dem die Gewänder hingen und im Zentrum des Raumes stand ein Altar auf dem ich aus der Ferne ein Buch erblicken konnte. Ein Roter Teppich führte geradewegs zum Altar und seitlich davon waren mehrere leere Bänke positioniert. Dort saßen wohl die Glaubensanhänger, dachte ich mir.

    Dem Podest näher kommend wurde dieses elektrisierende und erfürchtige Gefühl immer intensiver. Die Worte "hilf mir" umzogen den ganzen Raum als wäre dieser von Schall übersährt. War das alles nur Einbildung? Das immer tiefer sitzende Gefühl der Euphorie und Vertrautheit umgriff mein Herz allmählich mit eiserner Hand und verführte mich zu blindem gehorsam. Hatte ich nun völlig den Verstand verloren und und begann zu halluzinieren? Jedes mal wenn sich der Gedanke einschlich, es könnte sich um eine Falle handeln, wurde dieser nahezu augenblicklich eliminiert. Irgendjemand oder irgendetwas schien meinen Körper buchstäblichzu führen und ich konnte mich dieser emotionalen Resonanz nicht entziehen. Mein "freier Wille" war nur noch Illusion.... .


    Am Podest angekommen sah ich das Buch, dass wie ein Opfer vor mir ausgebreitet zu liegen schien, doch waren die Seiten völlig unbeschriftet und leer. Was hatte dies zu bedeuten? Ich schlug die Seiten eine nach der anderen um, doch war auf keiner etwas zu sehen. Sämltliche Seiten dieses Buches waren leer, was mich in erstaunen versetzte. Warum sollte man ein leeres Buch im Zentrum einer Kapelle aufbewahren? Oder war ich nur nicht im Stande diese Informationen zu sehen?

    "Ich flehe dich an, hilf mir!" hörte ich schlagartig im Herzen, während ich das Buch in meinen Händen hielt.

    Diese Wahrnehmung war so intensiv und voller Verzweiflung, sodass ich nicht anders konnte als meine starr gebliebene Ignoranz abzuwerfen und mich der Intensität der Resonanz hinzugeben.

    Ich ließ das Buch los und mich überkam ein Gefühl, als wäre etwas hinter mir. Etwas von großer Bedeutung für mein weiteres vorankommen. Ich dreht mich um und sah zunächst nichts. Doch langsam manifestierte sich der Funke auf derm Pulverfaß. Mein Unterbewusstsein drehte überrunden und mein Herz schlug vor Aufregung als wäre es gerade neu geboren worden. Irgendetwas war in meiner unmittelbaren Umgebung .... nur was?

    Ich ging ein paar Schritte vom Altar zurück und ich wusste schon fast, dass sich unter meinen Füßen, unter dem roten Teppich, etwas befindet. Als ich diesen Teppich zur seite schlug offenbarte sich mir eine verblüffende Erkenntniss. Zunächst sah ich nur den kalten Boden, doch verzerrte sich langsam mein Sichtfeld undes erschien mir eine Offenbarung. Eine Falltür, die nichteinmal abgeschlossen zu sein schien, erstreckte sich erst vor meinem geistigen Auge und anschließend materialisierte sich die Realität dahinter. Was auch immer hier die Fäden zog, es schien große Macht zu haben.

    "Fugaro hatte wohl mehr Geheimnisse als wir ahnten" dachte ich mir.

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

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  • Die Falltür öffnend zeigte sich mir eine Treppe die einen sehr engen und steilen Gang hinunter lief. Der Gang war gerade groß genug um eine Person durchlassen zu können. Glücklicherweise hatte ich an meinem Gurt ein Leuchtfeuer, sodass ich den dunklen engen Weg nicht völlig Blind runter laufen musste. Die Wände waren uneben und die Treppe zog sich weit über mein beschränktes Sichtfeld. Ich ging diesen Weg entlang und konnte an nichts anderes Denken als an die Rettung des hilfesuchenden Geschöpfs.

    Weiter fortschreitend stach mir der Geruch von Verwesung in die Sinne und eine zunehmend bedrückende Atmung machte sich an mir bemerkbar. Gefühlt ging ich über zehn Minuten diesen Gang runter bis ich tatsächlich auf einen Raum stieß. Man konnte das Licht des Raumes schon aus der Ferne in dieser Duneklheit erkennen, was mir den Abstieg etwas angenehmer gestaltet hat.

    Dort angekommen erstreckte sich mir ein groteskes Bild. Zahlose Kinder die hier in diesem Raum begraben wurden schienen einen Meilenstein in der psychischen degeneration der Gläubiger widerzuspiegeln. Die Tatsache, dass ich selbst an Gott glaubte, ließ mich diese Verbrechen umso härter verurteilen. Der Raum war groß und die Leichen stapelten sich in mehreren haufen schon fast bis zur Decke. Der Raum an sich war schon wie der Gang davor an der Konstruktion sehr uneben und willkürlich. In diesem Zusammenhang bekommt das Sprichwort "Leichen im Keller" wohl eine ganz neue Bedeutung. Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste ist, dass dies nur die Spitze des Eisbergs war. Denn was sich im dahinterliegenden Raum befand sprengte meine Vorstellungskraft.

    Eine Menschliche Perversion der anderen Art sollte sich mir hier offenbaren. Schon fast wie besessen stieg ich über die leichen der Kinder ohne auch nur eine Gefühlsregung aufkommen zu lassen. Das ziehende Gefühl wurde zunehmenst stärker und ich konnte mich schon kaum auf meine eigenen Sinne berufen. Es war, als handle mein Körper aus eigenem Willen und ich spiegelte, wie schon zuvor, nur noch eine Marionette wider.

    Im dahinterliegenden Raum erstreckte sich ein riesiges Hologrammbild in der Mitte des Raumes. Darunter befand sich eine, in etwa, 10 meter breite und 5 Meter lange Apparatur. Beim näher kommen erkrannte ich das es sich um eine Technologie handelt, die wir im Reich ebenfalls verwenden. Zwar nicht in dieser Komplexität, doch war die Holografische Darstellung von Informationen völlig normal. Einige Bedienungen kannte ich und konnte somit bestimmte bedienelemente verwenden. Die folgenden Informationen waren höchst brisant und ich konnte kaum glauben was ich dort laß.

    Fugaro fiel einer Verschwörung zum Opfer. Das Reich Meryjami, Dali und Aronaj waren in dieser Verschwörung verwickelt und es war scheinbar sehr perfide. Alle drei Reiche haben am selben Tag ein Vorhaben insziniert was die Verteidigung Fugaro's unmittelbar schwächte. Dali hatte ein Fest, bei welchem Fugaro's Reich eingeladen war. Meryjami plante eine unterwasser Expedition in den "Zeitlichen Strömungen", wobei es Fugao's Unterstützung forderte und Aronaj veransteltete eine Hochzeit in dem Fugaro als "gerngesehener Gast" markiert wurde. Der Brauch besagt "Wer zu einer Veranstaltung ohne Krieger kommt, gehört der primitiven respektlosen Natur."

    Somit hat Fugaro, völlig ahnunglos und naiv, an einem Tag fast 80% ihrer Verteidigung in den Außeneinsatz geschickt, was fatale konsequenzen mit sich brachte. Doch war das wegschicken der Krieger nicht das einzige Problem. Alle im Außeneinsatz tätigen Krieger wurden in eine Falle gelockt und kaltblütig ermordert, sodass Fugaro nahezu Schutzlos allen Widrikeiten ausgesetzt war. Die restliche Verteidigung wurde von den Kriegern der anderen Reiche nahezu sorglos überrannt und es zeigte sich ein makaberes Antlitz unserer Gesellschaft. So ging Fugaro stillschweigend und fast atemlos unter bevor überhaupt irgendjemand wirklich was bemerkt hat. Die Bevölkerung weiß bis heute nichts von Fugaros Untergang obwohl dieser, laut meinem Wissensstand, schon über 3 Monate her zu sein schien.

    Zu den genmanipulierten Subjekten die zu dem Zeitpunkt im ganzen Reich vorlieb nahmen, stand jedoch nichts.


    Was mich allerdings erstaunte ist, dass Fugaro diese Informationen schon lange vor dem Angriff zu besitzen schien. Nach den Daten der abgespeicherten Informationen hätten sie noch mindestens 2 Jahre Zeit gehabt sich auf so eine Verschwörung vorzubereiten. Warum taten sie es nicht? Oder hatte diese Kapelle mehr Informationen als das Königreich selbst? Und selbst wenn, konnten diese Informationen kaum möglich sein, da so eine Verschwörung keine 2 Jahre dauert. Also wie konnte Fugaor Informationen über eine Verschwörung bekommen die noch garnicht stattgefunden hat?

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

  • Den Verwesungsgeruch garnicht mehr wahrnehmend laß ich weiter und erkannte Fugaro's kleine Schatten. Ich verzog das Hologrammbild, öffnete neue Fenster und erblickte neue Informationen. Fugaro hatte genau 14 strenggeheime Projekte am laufen die sich widerum in untere Kategorien zur Analyse aufteilten. Sicherheitscodierungen versperrten den größten Teil dieser Projekte, sodass ich nur auf allgemeingültige Informationen zugreifen konnte.


    Da ich darüber hinaus nichts von belang finden konnte, entschloss ich mich gelernte Entschlüsselungsverfahren einzusetzen ,als plötzlich eine Information im linken oberen viertel des Hologrammbildes auftauchte.


    "Subjekt 3.5.1482,

    Anomalie festgestellt. 23,84% Abweichung vom festgelegten Normwert. Gefährdungsskala 2/10. Sofortiger Zugriff nicht notwendig. Authentifizierung ... verifiziert."


    Dies erschien mir sehr merkwürdig. Laut Programm hatte ich Zugriff auf diese Information obwohl ich keine Erkennung tätigte. Das Subjekt 3.5.1482 gehörte zum Projekt 11 und war von der Sicherheitsstufe 10/10. Entweder hatte der Komplex einen Defekt oder irgendjemand wollte das ich diese Infomationen bekomme und manipulierte die Appartur um.

    Ich betätigte die Information und es öffneten sich drei Fenster. Eines zeigte mir die Vitalfunktionen, wie Blutdruck, Herzfrequenz, Herzresonanz und einige Stoffwechselreaktionen wie Blutzucker, Leberwerte und verschiedene Körperfunktionen die ich nicht genau verstanden habe. Das zweite Fenster zeigte mir die Psycho-soziale Entwicklung des Subjrekts und analysierte im gleichtakt die bewussten sowie unterbewussten Schwingungen in verschiedenen Hirnarealen. Dabei konnte ich sehen wann welches Hirnareal in echtzeit aktiv wird und welche Gefühle zu dem Zeitpunkt langsam vom Unterbewusstsein ins Bewusstsein drangen. Außerdem wurden die Unterbewussten impulse in Sprache ausgedrückt und digital veschriftlicht, sodass ich mitlesen konnte was das Subjrekt in diesem Augenblick fühlt und wahrnimmt.

    Im dritten Fenster zeigte sich mir eine Videoübertragung zu dem Raum in dem sich das Subjekt befand. Es lag auf einem seziertisch, sah absolut menschlich aus und schien auf grausame art und weisen bearbeitet worden zu sein.Unzählige Kabel hingen an ihm und es war vom Thorso bis zum Kinn aufgeschnitten und ich konnte in der Lifeübertragung, die aus der Vogelperspektive gezeigt war, sein Herz schlagen sehen. Die Extremitäten waren an den Tisch gefesselt und sein Unterkiefer hing schlaff und schon fast unbrauchbar runter. Die Mitte seines Körper war völlig freigeschnitten und beim näheren hinsehen konnte man ebenfalls einzelne Organe erkennen die immernoch zu funktionieren schienen.

    Völlig nackt und dem Tode geweit hing dieses Subjekt, laut der Datenübermittlung, dort schon seit über 42 Stunden ohne Aktion von außen. Auch konnte ich im ersten Fenster sehen wie die Flüssigkeitsreserven des Subjekts allmählich zur neige gingen, was die plötzlich auftauchtende Information erklärte. Denn dieses Subjekt war kurz davor zu dehydrieren und als automatische Erinnerung erschiend diese Infomeldung. Doch wieso ich ohne jegliche Erkennung den Zugriff hatte, konnte ich bei besten willen nicht verstehen.

    Auch hatte ich nicht das Bedürnfiss diesem Menschen zu helfen, da es ohnehin keine Rolle spielte. Selbst wenn ich ihn freibekäme, würde er so wie er aussah,die nächsten 10 Minuten nicht mehr überleben. Zudem schien er so abgemagert, dass er keine 3 Schritte laufen könnte ohne sich sämtliche Gliedmaßen völlig zu deformieren. Dieses Subjekt war dem Tode geweiht und ich hoffte nur, dass es einen schnellen Tod finden würde.


    Also entschloss ich mich wieter zu forschen und hoffte auf neue Erkenntnisse bezüglich der gesamten Verschwörung die hier in der Luft zu liegen schien. Doch es tat sich nichts und auch die Informationen die ich durchzog waren alle völlig wertlos im Sachgehalt.

    Doch als mich wieder dieses Gefühl packte, welches ich erst kürzlich vor diesem Keller verspührte, ergriff mich die Neugier und ich konnte plötzlich nicht anders als weiter zu forschen. Schon fast voller Enthusiasmus laß ich Seite für Seite und konnte mich aus unerklärlichen Gründen nicht von diesem Gefühl befreien. Es umschloss mich als wäre ich nur eine wertlose Hülle die erst mir Leben gefüllt werden müsse. Allmählich verlor ich miene Konzentration und meine Sicht verschwimmte für einen kurzen Augenblick. Da es anscheinend keinen anderen Weg gab, so mein Gefühl, musste mir dieses Wesen einen direkten Weg bahnen um seine Ziele zu erreichen.

    Völlig profan und unerwartet tauchte plötzlich eine neue Information im linken oberen Eck des Hologrammbildes auf. Doch diesmal war es etwas anders. Keine bloße Information. Eher eine Berufung dich mich innerlich dazu antrieb die nächsten Schritte zu tätigen.

    Ohne groß zu Überlegen habe ich diese Information ausgewählt und es zeigte sich mir nur ein Fenster. Eine Videoübertragung die für mein Unterbewusstsein einen kompletten Umschwung zu bedeuten hatte. Denn aus dem Enthusiasumus wurde augenblicklich eine Erfurcht, als würde er nur mit mir spielen.

    Dort Stand ein Mann mit einem weißen Gewand in einem völlig verwahrlosten Raum und starrte immerzu auf die Kamera mit der ich ihn beobachtet habe.

    Laut den Aufzeichnungen im Fenster, war dieser Mann seit mehr als einem Jahrtausend in diesem Raum gefangen ..... .

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

  • Es öffnete sich ein neues Fenster im Hologrammbild. Völlig benebelt und nicht in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen konnte ich kaum lesen was dort stand.


    "Subjekt 1..1. 0000, Quantenversiegelung entsperren?"


    Mit einem Händedruck konnte ich dieses Wesen wie es dort akribisch und analysierend stand freilassen. Auf der Videoübertragung sah es aus wie ein junges Mädchen mitte 20 mit blonden schulterlangen Haaren und einem weißen Gewand, welches es völlig umhüllte. Wie konnte es möglich sein, dass so ein Wesen in so einer Einrichtung gefangen war? Meine Sinne wurden immer trüber und ich konnte mich kaum noch gegen den Drang wehren auf das nötige Feld zur Bestätigung ihrer Freilassung zu agieren. Als würde es mich dazu zwingen zu tun was es will und ich spiegelte wie schon zuvor, nur noch eine Marionette wieder und gab mich dem Übersinnlichen hin, auf das dass Gleichgewicht wiederhergestellt wird. Die Empfindung des Gleichgewichts kam mir in den Sinn und ich habe plötzlich alles verstanden, ohne es jemals gehört zu haben. Ich war innerlich mit allem einverstanden und konnte nicht anders als dieses Geschöpf, so rein und hilflos wie es schien, der Freiheit zu offenbaren. Der freie Wille war nur noch Illusion .... .


    Im gleichen Augenblick, als ich das Feld zur Bestätigung der Freilassung aktivierte, wurde das gesamte Hologrammbild schwarz und selbst das Licht im Raum, in dem ich mich befand, erlosch mit einem kurzen zischen augenblicklich, sodass ich nichts mehr sehen konnte. Und auch in diesem Augenblick wurde mir meine Rationalität und Vernunft wiedergebracht. Ich wurde innerlich sofort klar und konnte wieder logische Zusammenhänge knüpfen und für mich verstehen.

    Doch erstreckte sich nun ein neues gewaltiges Problem, welches ich selbst bei größter Klarheit nicht zu verstehen vermochte.

    Wer war dieses Wesen? Was hat es mit mir gemacht und was hat es vor?

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

    Edited once, last by QLucy ().

  • Dunkel, kalt und verlassen zeigte sich mir eine neue Form der Empfindung. Eine schwarze und düstere Einsicht machte sich in mir bemerkbar. Sollte dies nun mein Ende sein?

    Völlig abrupt und ohne nachzudenken ergriff ich in der Finsternis die Flucht. Zwar waren meine Augen in dieser Dunkelheit unbrauchbar, doch kannte ich in etwa den Weg zurück und floh wie ein jämmerliches stück Dreck. Im angesicht des Todes spielen Emotionen wie Schande oder Scham kaum noch eine Bedeutung. Das einzige wonach sich das Unterbewusstsein des Individuums sehnt, ist das nackte überleben. In 75% aller fälle, haben Liebende ihre Liebsten verraten um dem Tod nur für einige Momente entrinnen zu können. Menschen denen der ewige Treuer schwur alles bedeutete, bedurfte nur einem einzigen Augenblick um diesen zu brechen. Zugegeben, ich kannte diese Menschenverachtenden Experimente und war sogar teilweise an diesen beteiligt. Sollte das nun meine Strafe sein?


    Ich kroch am Boden zurück und spürte förmlich das blanke Entsetzen in mir, während ich so in der Dunkelheit zurück zum Ausgang wollte. Als ich mich aufrichtete um zu gehen, stolperte ich fast augenblicklich über eines der Kinderleichen die im Vorraum waren. Auch wenn ich dieses Wesen noch nicht rauskommen sah, so wusste ich mit absoluter Sicherheit, dass es sich in meiner Nähe befinden musste.

    Ich richtete mich erneut auf und versuchte durch den Eingang zu kommen, wo die hochlaufenden Treppen auf mich warteten. Bei jedem Schritt merkte ich einen Leichnahm den ich berührte und die Furcht kam in mir hoch wie ich sie noch nie zuvor erlebt hatte. Doch wie konnte das sein? In meiner Ausbildung wurden mir jegliche Gefühle, bis auf die nötigsten, ausgetrieben und dennoch empfand ich so eine starke Emotion? Sie umgriff mich und raubte mir meinen Verstand, sodass ich wiedermal nicht mehr klar denken konnte. Seit meinem 8 Lebensjahr hatte ich nicht mehr so stark gefühlt und war mit dieser Situation völlig überfordert. Mein Körper gehorchte mir nicht und lenkte sich fast ausschließlich der Emotionens Willen. Vor lauter Panik stieß ich mit meinen Händen gegen die Wand und konnte mit meiner rechten Hand die Tür ertasten. Ich merkte wie mein ganzer Körper zitterte und mir der Urin runterlief. Was zum Teufel war mit mir los? Als hätte ich gerade neu gelernt was es bedeutet Gefühle zu empfinden. Wie ein kleiner Hosenscheißer habe ich mich eingenässt während ich die Stufen hoch torkelte und in meiner Beschränktheit nicht erkennen konnte was mit mir geschah.

    In der Ausbildung zum S.A.K Führer musste ich so einiges mit mir machen und über mich ergehen lassen, doch das Handhaben mit übersinnlichen Wesen war nicht auf dem Trainingsprogramm. Resonanz reduzieren?

    In diesem Augenblick verstand ich wie erbärmlich und sinnlos dieses Vorhaben war. Denn diese Wesen holten den letzten Funken deines Unterbewusstseins raus und ließen es zu einer gigantischen Explosion kommen. Eine Explosion die dich so dermaßen aus der Bahn wirft, dass du nicht mehr verstehst wer oder was du bist. Das Gefühl der Schwere war so enorm, sodass ich mich kaum noch auf den Beinen halten konnte und auf dem halben Weg der Treppe zusammenbrach. Hochschauend konnte ich mit durchgetränten Augen den Ausgang in nicht allzu großer Ferne sehen, doch war ich körperlich zu schwach geworden um mich überhaupt noch einen zentimenter bewegen zu können. Ich ließ meinen Kopf sinken und versuchte unter großen emotionalen Ausbrüchen den Tod ,der mir so hartnäckig über den ganzen Auftrag zu folgen schien, zu akzeptieren und anzunehmen. Doch bevor ich sterben sollte, wollte ich wenigstens das Gesicht meines Mörders sehen und drehte mich mit großer Antrengung auf den Rücken, sodass ich nun hechelnd und nach Atemluft ringend, auf den Treppen lag. Schon während meiner ganzen Flucht, spürte ich wie sich etwas hinter mir bewegte und mich akribisch verfolgte. Zu groß war meine Furcht, als dass ich mich umdrehen konnte.

    Doch nun war alles egal. Meine Kräfte hatten mich verlassen und ich wurde nur noch Beute für ein Geschöpf das ich nicht verstand. Auf der Treppe liegend spürte ich wie etwas über mir hochkam und mich Stück für Stück mental zu verzehren schien. Ich sah wie es sich über mich beugte und konnte die strahlenden Augen eines in etwa 20 jährigen Mädchens sehen. Ihre Augen hatten eigentümliche Beschaffenheiten. In erster Linie waren ihre Augenfarben unterschiedlich. Ein Grünes und ein Rotes Auge schauten mich schon fast hoffnungsvoll an und sobald sich unsere Blicke trafen geschah etwas unfassbares. Ein Lichtblitz in meinen Augen, ein kurzes zischen in meinen Ohren und eine unaufhörliche Vibration in meinem Herzen ließ mich völlig starr und regungslos werden.


    "Dein Herz wird durchhalten"


    Diese Worte hörte ich in meinem Kopf und erkannte, dass es eines meiner größten Sorgen war einen Herzansfall zu erleiden, da ich den Druck kaum standhalten konnte. Sie wusste über meine Gefühlsregungen bescheid, bevor ich diese überhaupt erkennen konnte. Während Sie mich anlächelte wurde mein Herz auf merkwürdige art und weise zerdrückt. Als hätte Sie mein Herz in Händen und tastete es von anbeginn meiner Entwicklung bis zum jetzigen Zeitpunkt ab. Ein Gefühl der mentalen Nacktheit überkam mich. Jedes Geheimniss, jedes Verbrechen, jegliche Scham und alle meine Erinnerungen schien sie, mit einem Gefühl des Wissens und Ermessens, zu betrachten.


    Die Nemesis wurde niemals Nemesis und ich konnte die Tragik und das Drama dieser Situation in meiner Unfähigkeit nicht verstehen. Doch dieses Wesen verstand es nur zu gut .....


    So stolz und überheblich wie ich gekommen war, so erbärmlich und naiv sollte ich nun gehen. Doch dieses Wesen sah nicht darauf aus mich zu vernichten, denn sobald ich anfing meine Bewusstsein zu verlieren, lockerte es ihren Griff und lies mich in die Welt der Lebenden zurückkehren.

    So fing ich an zu sehen, wie sie langsam durchsichtiger wird und der Druck an meinem Herzen verlor langsam an Stärke. Je durchsichtiger Sie wurde, desto klarer wurde ich. Wie schon zuvor kam mir die Rationalität und Vernunft wieder und Sie verschwand gänzlich aus meinem Blickfeld.


    Doch was hier geschah, hätte ich niemals zu träumen gewagt.

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

  • Mit jeder Sekunde die verstrich hörte ich mein lautes und hechelndes Atmen immer mehr. Doch war dieses Atmen auch von zunehmender Entspannung und Erholsamkeit gezeichnet. Allmählich fing ich an mich innerlich zu stabilisieren und fing an langsam die Umgebung wahrzunehmen die ich rückenliegend auf den Treppen sehen konnte. Dunkel und grau, eintönig und schwer, erdrückend und gleichzeitig dennoch befreiend verstand ich diese neuen Regungen in mir nicht. Ein kleiner Lichtschimmer, vom oberen Raum, schien über den schmalen Gang hinein, sodass ich anfing jede Kerbe in der Wand wahrzunehmen und tastete diese vorsichtig ab. Diese Gefühle dich ich dabei emfpand schienen mir völlig neu und ich konnte mir kaum erklären was sie zu bedeuten hatten.

    Langsam stand ich auf und drehte mich nach oben Richtung Ausgang, von dem das Licht aus schien. Ich bemerkte das mein Stand und mein gehen sich sehr merkwürdig anfühlten. Als hätte ich mehr in der Empfindung als eigentlich ist.....

    Die Schock- und Panikzustände waren zwar augenblicklich verschwunden, doch erschien mir diese Form der Wahrnehmung umso kuriouser. Jeden Schritt den ich ging, spürte ich von der Ferse bis hin zum Rücken und jeder Griff zur Wand fühlte sich an wie eintausend vibrierende Faserströme die durch meinen ganzen Körper zu gehen schienen. Zu dem Zeitpunkt konnte ich die wahre Entwicklung und die Beschaffenheit dich sich dahinter, wie ein kleiner Lichtfunke zu verbergen schien, nicht ermessen und wanderte auf einem schmalen Grad des daseins. So stieg ich leicht benommen die Treppen raus und kam wieder ins Zentrum der Kappelle mit dem Roten Teppich und den goldgelben Gewändern die an den Säulen des Raums hingen. Jeder neue Lichteinfall schien sehr grell und blendete mich, wodurch ich kaum ein Auge für längere Zeit aufhalten konnte. Meine Augen brauchten eine längere Zeit um sich an die Helligkeit dieses Raumes zu gewöhnen und ich bemerkte, trotz meiner schwachen Sicht, noch etwas ganz anderes. Aus etwa fünf metern Entfernung sah ich dieses Buch, dass schon zu beginn meiner Ankunft in diesem Raum wie eine Relikwie völlig frei und ausgebreitet dort lag. Doch sobald sich meine Augen der Helligkeit etwas angepasst hatten, schien es mir so als stände in diesen leeren Seiten etwas, doch beim näher kommen waren diese Schriftzüge wieder verschwunden. Wenn ich mich zielstrebig auf diese leeren Seiten fokussierte hatte ich kurzzeitig den Anschein, dass Schrift und Symbol aufzuflackern schien. Beim genauen hinsehen jedoch waren diese Schriften wieder verschwunden. Ich überlegte nicht lange und packte dieses scheinbar leere Buch ein und suchte mir den Weg wieder nach draußen.

    Also ging ich durch die Tür und verließ diesen Raum, begab mich hinter den Flur und kam in den Raum indem Bendo's Leichnahm lag. Einer meiner Besten Schüler musste hier sein Leben lassen und tief in meinem Herzen ging ein Lichtblitz auf den ich kaum zu unterdrücken vermochte. Die Bastarde die uns in diesen skurrilen Auftrag schickten, sollten dafür mit ihrem Blut zahlen. So packte ich, unter den vielen, Bendo's Leichnahm und legte ihn mir über die Schulter. Ohne groß zu zögern ging weiter zum vereisten Raum. Schon an der Tür warteten diese Subjekte auf uns, doch diesmal wies ihr Verhalten eine Anomalie auf. Zwar waren meine Gefühlsregungen wie bei einem Feuerwerk zum Jahresbeginn entbrannt, doch schienen diese Subjekte absolut keine Reaktion darauf zu zeigen. Beim Öffnen der Tür drückte ich ein paar von ihnen weg und sie krochen umher als wäre nie etwas passiert. Auch konnte ich, trotz meiner hohen emotionalen Resonanz, keine Furcht ihnen gegenüber empfinden. Während ich tiefer in den Raum ging und diese subjekte so ansah, wie sie dort ziellos umherstreiften und ihnen das Eis scheinbar nichts mehr auszumachen schien auf das sie traten, überkam mich ein tiefes Gefühl des mitleids.


    So hochnäsig ich diese Wesen verabscheut habe, so tief bedauerte ich nun meine Ansichten. Denn diese Subjekte waren früher mal Menschen gewesen die durch "high-rapid-Genmanipulation" gegen ihren willen drastisch verändert wurden. Mir wurde letztendlich klar, dass die meisten von ihnen eine Familie haben mussten die sie nie wieder sehen könnten. Durch diese drastische Genveränderung wurde zunächst die psychische Wahrnehmung, die kognitive Intensität und die Priorität der Bedürfnissorientierung bei ihnen starkt verändert. Zuguterletzt nahm man sich den Körper an und veränderte diesen nach belieben, so dass es nützliche "Tiere" wurden die dem Zweck dienten. Jedes mal wenn ich in Dali eine "TagesInfo" laß die von vermissten Personen handelte, drängte sich mir sofort die Versuchsreihe der Forschungsgruppe X38 auf. Sie waren dafür bekannt sich skrupellos neue "Genvorlagen" zu beschaffen und ich sollte damit auch recht behalten. Denn bei einer früheren Inspektion erkannte ich einen genetischen Code wieder, der mit einer vermissten Person der Tagesinfo identisch war. Zwar war ich nicht begeistert, doch unter des Trainings der Resonanzreduzierung war ich als junges aufsteigendes S.A.K. Mitglied hoch Motiviert und wollte unbedingt eines der höchsten Plätze erreichen. So habe ich diese Inspektion so hingenommen wie sie war und habe meinen Mund gehalten. Sich der Gehimhaltung entgegenzustellen ohne jegliche Unterstützung der Öffentlichkeit ist glatter Selbstmord.


    In meiner Überheblichkeit verkannt ich viele Situationen und löste eine Spirale der Mißerfolge aus. Trotz allem wurde ich ständig befördert und stiegt letztendlich zu einem der S.A.K. Führer auf. Wie kläglich es mir nun erschien....... all die Anstrengung in frühren Zeiten, schienen nichts mehr Wert, während ich Bendo's Leichnahm so über meiner Schulter trug.


    Als ich aus dem vereisten Raum und der Kapelle war konnte ich die Sonne schadensfroh lachen sehen während ich einen geeigneten Platz führ meinen toten Freund suchte. Der Boden durfte nicht zu hart sein und es sollte sich meiner Meinung nach an einem relativ angenehmen Ort befinden. So ging ich ein Stückweit außerhalb der Stadt Fugaro's und legte meinen Freund kurz zur Seite um mit meinen Händen sein Grab schaufeln zu können. Angrenzend an den Wald erschien mir der Platz als richtig und als ich ihn anfing zu beerdigen war ich kaum in der Lage meine Emotionen zu unterdrücken. Meine Hände zitterten, meine Gedanken kreisten pausenlos umher und meine Augen sahen nur noch verschwommen was einst klar war. Auch als der Boden anfing härter zu werden hörte ich nicht auf das Grab zu schaufeln, sodass meine Finger stark verletzt und blutig wurden. Als ich ihn legte und den letzten Klumpen auf sein Grab fügte, überkam mich eine Stille die mir die Fassungslosigkeit schlagartig nahm.


    Es war warm. Die Sonne strahlte mir ins Augenlicht und ich hörte die Vögel zwitschern.


    Auf das du ewigen Frieden findest..... .

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

  • Festumgreifend und mit einem Feuerschweif, legte sich der Zorn über mich und entflammte den Funken auf dem Pulverfass. Stark, unaufhaltsam und hartnäckig pulsierend strömte Hass durch meine Venen wie durch einen Hexenkessel. Als ich mich dem Grab Bendo's entfernte konnte ich kaum meine Gefühle unterdrücken und war zugleich verblüfft wie aufmerksam meine Wahrnehmung blieb. Jedes knirchen beim Auftreten, jeder Windhauch der einem an der Seite vorbeiweht und jede Veränderung im Blickfelt wurde mir schon fast sinnbildlich auf dem Präsentierteller bereitgestellt. Ich konnte mich dieser Wahrnehmung garnicht mehr entziehen und von Resonanzreduzierung fehlte jede Spur.... .


    Beim durchstreifen der Ruinen Fugaro's erkannte ich neue Facetten und Formen der Wahrnehmung. Ich fühlte so intensiv wie nie zuvor und konnte mich dieser Empfindung kaum entziehen. Sobald ich eine zerstörte Wand eines Hauses anfasste, schien es mir als würde ich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einem einzigen Augenblick fühlen und diese gefühlten Fäden sponnen sich unaufhörlich in meinem Kopf zu undurchdringlichen Vernetzungen die ich nicht verstehen konnte. Was auch immer dieses Wesen mit mir gemacht hatte, es hatte anscheinend ganze Arbeit geleistet.... .


    Mein einziges Ziel war nur noch der Fährmann der uns ursprügnlich zu diesem Aufrag brachte. Er konnte sich nicht mehr weit befinden, da ich unsere alten Fußspuren in Bluttümpeln wieder erkannte. Verfallene Häuser, Blutdurchtränkte Straßen und ein Verwesungsgeruch den man kaum ignorieren konnte, zeigte einen Meilenstein in meiner Entwicklung. Trotz all meines Trainings war es mir nicht in der Lage meine Emotionen zu unterdrücken. Verzweiflung überwältigte mich .... . Doch diese starken Emfindunge sollten ihre Früchte tragen. Hass, Verzweiflung und Mißgunst nährte mein Herz, doch Klarheit sollte die Antwort sein. So unwissend und Benommen wie ich durch diese Ruinen Streifte, so erleuchtet sollte ich daraus hervorgehen.


    Also ging ich mit verschränkten Armen über den Kopf Richtung Strand wo uns der Fährmann ausgeladen hatte. Schon von weitem konnte ich die, mit verschiedenen grün-braun-Tönen verzierte, Aerofähre sehen. Der Fährmann stand dort und wartete auf unsere Rückkehr. Doch war ich diesmal allein und mit einer schlechten Nachricht..... . Während ich schon in seiner Nähe war und auf ihn zuging....

    "Sei gegrüßt Aran. Deine Gedult soll belohnt werden." sprach ich ihn an.

    "Machst du Witze? Wo warst du so lange und wo ist Bendo?" erwiderte er mit einem leicht gereizten Ton.

    "Bendo ist auf reisen und du solltest deine Zunge hüten wenn du nicht in Konflikt mit mir geraten willst. "

    "Verzeih bitte. Der Auftrag war für 24 Stunden geplant und du warst über drei Tage weg. Meine Vorräte sind fast erschöpft und ich war kurz davor wieder zurück zu fliegen."

    "Drei Tage sagst du? Mir kam es nicht länger als 15 Stunden vor."

    "Schau" sagte er mir seinen Zeitmesser hinhaltend.

    Und tatsächlich. Ich war über drei Tage weg und konnte mir nicht erklären wo diese Zeit geblieben war.

    "Der arme Bendo.... Bonum Trinus."

    "Bonum Trinus" erwiderte ich während ich in die Aerofähre einstieg.

    Während diesem Gespräch hatte ich kurzzeitig das Gefühl der Wahrheit in mir. Die Einordnung fiel mir schwer doch hatte ich eine idee, während die Fähre anfing abzuheben und wir uns langsam wieder Richtung Dali bewegten. Ich kannte Aran schon über zwei Jahre und wusste aus Gerüchten, dass ihn seine Frau mit einem Freier betrogen hatte. Auch er wusste es und doch hatte ich, aus respekt, niemals dieses Thema angesprochen.

    "Sag mal Aran, deine Frau..... ."

    Ich schaute aus dem Fenster und sah das Meer in seiner vollen glänzenden Pracht während die Sonne im blutigem Nebel anfing wieder unter zu gehen.

    "Was ist mit meiner Frau?" erwiderte er nüchtern, während er vor mir die Fähre lenkte.

    "Ich habe komisches gehört und wollte einfach nur mal nachfragen."

    "Ja meine Frau hat mich mit einem scheiß Freier betrogen und in meinen Augen ist das Thema gegessen!". antwortete er und schon fast zeitgleich bekam ich genau dieses Gefühl der Wahrheit wieder. Tiefsinnig und vollkommen wertefrei brannte es eingemauert in meinem Herzen und ich konnte nicht fassen was ich dort wahrgenommen habe. Doch ich musste ganz sicher gehen .... .

    "Ich habe auch gehört das du sie noch liebst und um sie wirbst."

    "Willst du mich verarschen? Als könnte ich so eine Schlampe lieben. Ich hasse dieses Miststück und hoffe sie brennt im Abbadon!"

    Und genau dort bekam ich meinen Beweis. Denn nun überkam mich das Gefühl der Lüge und ich war mir absolut sicher das er in seiner Aussage gelogen hatte. So intensiv und so klar wie dieses Wahrnehmung über mich kam konnte es keinen Zweifel geben. Ich war von nun an fähig die Wahrheit und die Lüge in den Aussagen meiner Mitmenschen rauszufühlen und sah mich auch bereit dies zu meinem Vorteil zu nutzen! Aber vorallem zur Befreiung Dali's ...!


    Als wir uns nach genau fünfeinhalb Stunden anfingen Dali zu nähren konnte man aus dem Fenster das prachtvolle Reich aus der Luft erblühen sehen. Ein Schloss das weit über zwei Kilometer hoch war, die hängenden Gärten die sich verteilt über mehrere hundert Quadratmeter erstreckten und der helle Kontrast aller Gebäute um das Schloss herum lies einen schon fast Demütig werden.


    Ich heiße Arithea und ich kenne die Wahrheit..... .


    __________________________________________________________________________________________________________________________________________

    Ende

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)

  • Hallo Com,


    ich hoffe es hat euch ein stückweit gefallen, aber wie nunmal eine Kurzgeschichte ist (offener Anfang / offenes Ende), wird sie auch hier vorerst enden. Mir hat es aufjendenfall sehr viel Spaß gemacht diese Geschichte zu schreiben und ich glaube unter all den Rechtschreib- und Satzbaufehlern lässt sich eine interessante Intention erkennen.


    Was ich anmerken kann ist, dass diese Geschichte doch sehr grob und lückenhaft geschrieben ist, was hoffentlich den Lesefluss nicht allzu sehr behindert hat. Zudem hat sie natürlich Schwächen und Stärken wie jede andere Geschichte auch und meines erachtens zeigt sie metaphorisch viele Aspekte unserer jetzigen Realität.


    Diese Geschichte spiegelt nur eine Sidestory in meinem Buch wieder das leider, aus Zeitgründen, noch lange nicht fertig ist .... . Aber ich glaube das ich mit Ende dieses Jahres wieder mehr Zeit haben werde und tatsächlich dieses Buch endlich fertig stellen kann.


    Über Kritik, sei sie negativ oder auch positiv wäre ich sehr erfreut. Natürlich ist mir klar, dass das Els-Forum nicht wirklich der beste Nährboden für eine konstruktive Kritik darstellt, dennoch würde ich mich über ein Feedback von euch freuen.


    P.S.:

    Mystery-Scifi-Horror RULEZ !!!!

    Nur die Lüge braucht die Stützung der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht.

    *Thomas Jefferson (1743-1826)