Charakter Story DarkRen I: Ein Kopfgeldjäger auf der Suche nach Rache

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  • Wilkommen bei meiner Charakter Story!

    Die Charakter Stories sind Geschichten über meine Elsword Charaktere. Sie sind NICHT der canon Elsword, Chung etc. Ich bin mir sicher, dass es in Elios so etwas wie Schulen gibt bei denen auch andere Menschen lernen können wie man ein Runenritter oder Todesbote etc ist. Dieser Ren ist jetzt auch nicht der aus der "How to survive Elsword" Geschichte. Der Ren hier lebt in Elios und der Ren in "How to survive Elsword" lebt in unserer realen Welt und wurde zusammen mit seinen Freunden von Glave ins Spiel gesaugt. XD

    Ungefähres Aussehen von DarkRen:


    *wird nachgereicht*


    Die Haare sind immer gleich, die Blitze im Gesicht sind jetzt nur Accessoire von mir. Schwert ist der beschriebene Gladius. Die restliche Kleidung variiert.


    Zu dieser Charakter Story:
    Diese Geschichte ist die erste von 3 DarkRen Charakter Stories. Begleitet ihn auf seiner Reise auch wenn er die meiste Zeit über keine Lust auf gar nichts hat. Ich hoffe ihr könnt Ren genauso sehr lieben wie ich es tu!


    Zusammenfassung dieser Geschiche:

    Als Ren noch ein Kind war wurde seine Freundin und gleichzeitig seine erste Liebe vor seinen Augen ermordet. Seit diesem Tag sehnt er sich nach Rache. Er wurde zu einem Kopfgeldjäger und machte sich auf die Suche nach ihrem Mörder. Auf seiner Reise rettet er viele Dörfer vor diesen Verbrechern. Die Dankbarkeit von ihnen interessiert ihn allerdings wenig. Eines Tages scheint er endlich eine Spur von dem Mörder zu finden! Wird er seine Rache vollziehen können? Wird er Gnade walten lassen?



    Genres:

    Dunkel, Blutig, Slice of Life. Vielleicht editiere ich später noch mehr dazu. ^^ Ich habe schon die gesamte Geschichte im Kopf aber ich will durch die Genres noch nicht zu viel verraten.


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    Mein Name ist Ren und ich bin 19 Jahre alt, doch ich fühle mich gerade mehr wie ein alter Sack, der genug vom Leben hat. Ich lag angetrunken mit dem Kopf auf den Armen in einer Bar und lauschte meiner Umgebung, während ich depressiv in längst vergangenen Zeiten schwelgte. Ich erinnerte mich daran wie mich aus irgendeinem Grund niemand aus meinem Dorf leiden konnte und die einzige Person, die mir neben meinem Vater etwas bedeutet hatte, war meine gleichaltrige Freundin Sarah. Sie hatte den Traum Magierin zu werden und ich habe ihr damals versprochen ihr Ritter zu sein, der keinen Feind an sie heranlassen würde. Ich musste lächeln als ich mich daran erinnerte wie sie mit Blättern warf und „Rasierblätter!“ rief. Sie sah richtig dumm dabei aus. Doch wenn sie mich dann mit ihrem freudestrahlenden Gesicht ansah und „Irgendwann werde ich dies mit richtiger Magie machen!“ sagte, musste ich mit ihr lächeln. Ich glaube ich war damals wirklich schwer in sie verliebt… Ich erinnere mich noch genau daran wie sie vor meinen Augen ermordet wurde. Ich konnte sie nicht beschützen. Ich wünschte ich wäre ebenfalls an diesem Tag gestorben, doch ich habe wie durch ein Wunder überlebt. Ich kann diesen Tag nicht vergessen und jage nun als Kopfgeldjäger ihren Mörder. Mein Vater wollte damals nicht, dass ich gehe, doch er konnte mich nicht davon überzeugen in dem Dorf zu bleiben, in dem mich jeder hasste. Ich habe mich immer gefragt wieso man mich hasste aber mein Vater beteuerte immer, dass es nicht meine Schuld ist und irgendwann hörte ich auf mir diese Frage zu stellen. Ich bin nun seit über einem Jahr auf der Suche aber habe noch keinen Hinweis über diesen dreckigen Mörder gefunden. Manchmal dachte ich, dass wir mittlerweile gar nicht mehr so verschieden sind, weil ich durch meine Kopfgeldjagd auch Verbrecher getötet habe… Andererseits habe ich dadurch möglicherweise weitere Mordopfer wie Sarah vor dem Tod gerettet.. Ich würde alles tun, um endlich Rache an diesem Bastard zu nehmen und somit mein Lebensziel zu erreichen.


    Ich könnte kotzen, wenn ich dafür noch nicht zu wenig getrunken habe. Pubs sind hässliche Orte. Männer die sich betrinken und nur Frauen auf die Brüste gaffen. Dazu noch schwerer Zigarettenqualm, der einen in den Augen brennt. Doch sie besitzen den Vorteil, dass geredet wird und ich auf diese Weise vielleicht Informationen über meinen nächsten Auftrag erfahren konnte. Oder hoffentlich etwas über denjenigen für den ich diese scheiß Reise überhaupt begonnen habe.

    „Ich nehme noch einen.“, sagte ich dem Barkeeper und er füllte mein Glas. Ich hatte eigentlich noch vor aufnahmefähig zu bleiben, doch in diesem Moment war es mir egal.

    „Ich finde es sollte endlich mal jemand etwas gegen Kalan unternehmen!“, sagte eine Frau irgendwo hinter mir aufgebracht. Ich trank einen Schluck.

    „Ja die Polizei ist zu verblödet um herauszufinden wo sein Versteck ist. Sie sieht nur ratlos zu während er weiter raubt und mordet!“, sagte eine zweite Frauenstimme. Vermutlich ihre Freundin. Damit hat es sich nun erledigt meinen Frust weg zu saufen. Ich trank mein Glas in einem Zug aus und stellte es mit einem lauten Knall ab, so dass alle im Pub kurz verstummten und zu mir herüber sahen. Diesen Moment nutzte ich aus und stand auf. Ich drehte mich zu den beiden Frauen um.

    „Erzählt mir mehr über diesen Kalan.“, sagte ich kühl.

    Einige Männer fingen an zu lachen.

    „Macht der kleine Knirps etwa einen auf Kopfgeldjäger?! Hahaha!!“, brüllte jemand durch den ganzen Pub. Das Eis war wieder gebrochen und die ausgelassene Stimmung im Pub kehrte zurück. Ich bezahlte wortlos und gab auch ein ordentliches Trinkgeld für die mögliche Auseinandersetzung.

    „Sie haben wohl noch nie von mir gehört oder?“, rief ich dem Kerl zu.

    „Wieso sollte man von dir denn hören du Möchtegern Kopfgeldjäger?!“, er lachte weiter schallend.

    „Mein Name ist Ren.“, sagte ich kalt und sein Lachen erstarb sofort und es kehrte wieder ein Schweigen in den Pub. Schön. Ich wandte mich wieder den Frauen zu.

    „Meine Damen? Dürfte ich Sie bitte um weitere Informationen zu dem besagten Kalan bitten?“, fragte ich diesmal in einer höflichen Art. Sie sahen mich mit einer Mischung aus Schock und Ehrfurcht an.

    „S-Sie sind wirklich der junge Kopfgeldjäger Ren von dem so viel erzählt wird?!“, fragte die erste Frau ungläubig.

    „Der bin ich.“, ich holte einen Block und einen Stift heraus, „Darf ich bitten?“


    _______


    Funfakt zu Kalan:

    Ich hatte keine Ahnung wie ich ihn nennen sollte. Irgendwann sagte ich aus Frust "Ka lan!" und fügte dann "ka" (Keine Ahnung) "lan" (man) zu einem Namen zusammen. XD


    Beitrag auf Wunsch angepasst | Rokka

    cringy Teil wurde endlich von mir entfernt! Erfolg! ...? |Darkrai

  • „Er wütet schon seit einigen Monaten hier.“, sagte jemand von einer Ecke des Pubs. Nun fängt jeder an durcheinander zu reden. Naja ich hatte sowieso nicht wirklich vor mir Notizen zu machen und schrieb mir nur Schlüsselbegriffe mit.

    „Er bricht in Häuser ein und ermordet alle, die ihm in die Quere kommen! Er hat schon einige Kinder auf dem Gewissen.....“

    „Gerüchten zufolge soll er sich in einem stillgelegten Bergwerk verstecken.“

    „Was hat er so für Fähigkeiten?“

    „Er ist ein sehr talentierter Schwertkämpfer. Talentierter als du es bist. Zumindest ist dein Ruf noch nicht so hoch wie seiner.“

    „Kalan war jahrelang Mitglied der Elite Einheiten und sogar für 4 Jahre ihr Anführer bis er entlassen wurde, da man ihm gegenüber misstrauisch wurde.“

    „Danach hat er geschworen Rache zu üben und tötete jeden der Misstrauen gegen ihn hegte. Anschließend war er nur noch als Gauner bekannt.“

    „Und fand schließlich den Weg zu uns um uns auch so auszubeuten wie die anderen Dörfer. Die Polizei fürchtet sich eben vor ihm, da er früher so einen hohen Rang hatte und wahrscheinlich kein Stück nachgelassen hat.“

    „Wie hoch steht denn die Belohnung, wenn ich ihn aus dem Weg räume und der Polizei seinen Kopf liefere?“, fragte ich in die Runde.

    „Sein Kopfgeld liegt gerade bei 500kk.“

    Bisher mein höchster Auftrag.

    „Alles klar ich nehme diesen Auftrag. Ich gehe jetzt mal der Polizei Bescheid sagen und suche mir dann eine Gaststätte. Hättet Ihr eine Empfehlung für mich?“

    „Ja die Gaststätte die Straße entlang. Sie heißt „Das Meckkless Stübchen“, sagte eine Frau.

    „Vielen Dank.“, sagte ich und verließ den Pub.

    Der Besuch bei der Polizei dauerte nicht sehr lange und ich begab mich zu der Gaststätte. Dort mietete ich für 2 Nächte ein Zimmer und betrank mich bei der Bar. Einige Zeit später zog ich mich bis auf meine Boxershorts aus, ließ mich in das weiche Bett fallen und verfiel in einen tiefen Schlaf.


    Am nächsten Morgen weckte mich ein Klopfen. Mürrisch öffnete ich die Augen und sah mich in dem fremden Zimmer um. Achja Gaststätte... Ich hörte wieder das Klopfen.

    „Wer ist da?“, fragte ich verschlafen.

    „Werter Herr verzeihen Sie bitte die Störung, doch sie verpassen noch die Frühstückszeit.“, sagte eine Mädchenstimme.

    Widerwillig stand ich gähnend auf. Mein Kopf fühlte sich schwer an. Hatte wohl letzte Nacht zu viel getrunken.

    „Vielen Dank für diese Information. Ich werde mich gleich nach unten begeben.“, rief ich dann der Unbekannten vor der Tür zu.

    „Okay.“, sagte sie fröhlich und ich hörte wie sich ihre Schritte entfernten.

    Ich zog ein rotes T-Shirt und eine schwarze Jogginghose an, da mir jegliche Motivation fehlte mich wirklich anzuziehen. Ich nahm noch meine kleine Abenteurertasche mit, in der ich den ganzen Papierkram aufbewahre und auch die Informationen, die mir die Polizei gestern in die Hand drückte. Bevor ich das Zimmer mit meiner Zimmerkarte verließ, warf ich noch einen kurzen Blick auf meine Rüstung und mein Schwert, welche quer im Zimmer verteilt lagen. So wie es aussieht hatte ich wohl Probleme beim Ausziehen....


    Im Speisesaal ging es mir persönlich zu lebhaft zu. Familien und Reisegruppen, die zusammen über Tagespläne oder anderen belanglosen Kram redeten und auch Einzelgänger, die gemütlich einen Kaffee zu ihrem Frühstück tranken. Mein Magen knurrte und ich bemerkte nun auch meinen Durst, der sich langsam in meiner Kehle ausbreitete. Jetzt wäre eine Cola nicht schlecht... Oder Saft... Oder Wasser... Eher einen Heiltrank gegen Übelkeit. Ich hörte dann die Stimme von dem Mädchen, welches mich geweckt hatte und bat sie mir 2 Flaschen an den Tisch zu bringen. Anschließend setzte ich mich und sah mir die Karte an. Hm... Rühreier, Waffeln, Toast.... Wird schwer mich zu entscheiden. Ich glaube ich nehme Toast, da mir etwas übel ist.. Ich brauche einen Heiltrank gegen Übelkeit bevor ich richtig essen kann. Als dann die Heiltränke gebracht wurden, trank ich in einem Zug die halbe Flasche aus. Nun widmete ich mich den Informationen der Polizei zu. Wo hält sich nun dieser Kalan auf... Die vom Pub haben doch eine Mine erwähnt, oder? Gragh ich bin zu hungrig zum Denken.... Kaum hatte ich das gedacht schon kam mein Frühstück an den Tisch.

    „Hier bitte.“ Es war wieder das Mädchen, welches mich weckte.

    „Vielen Dank.“, ich lächelte sie an und beobachtete wie sie sich wieder an die Arbeit machte. Wenn sie mir noch öfter begegnet, dann muss ich mal nach ihrem Namen fragen. Ich machte mich dann daran mein Frühstück zu essen. Es schmeckte hervorragend. Ich hatte schon länger nicht mehr so etwas Gutes gegessen. Vielleicht bleibe ich ja länger hier als zwei Nächte, um das Essen zu genießen.

    „Kyaaah!! Fass mich nicht an!!“, schrie das Gaststätten Mädchen. Ich glaube ich werde sie jetzt vorläufig so nennen. Ich sah auf und sah wie ein ca. 40 jähriger Mann sie belästigte. Irgendwie kam mir sein Gesicht bekannt vor..

  • „Süße du kannst dich glücklich schätzen, dass ich dir meine Anwesenheit schenke.“, sagte er und grinste ekelhaft.

    „Kalan du Dreckskerl!! Lass mich los!!“, schrie sie und ich stand auf. Kann man heutzutage nicht einmal in Ruhe frühstücken? Naja immerhin muss ich mir jetzt nicht den ganzen Papierkram anschauen. Ich stand auf und stellte mich an seinen Tisch.

    „Du bist also Kalan? Ich wusste doch, dass mir dein Gesicht bekannt vorkommt! Ich gebe dir 10 Minuten Zeit sie loszulassen. In diesen 10 Minuten, werde ich mich in meinem Zimmer umziehen, mit meinem Schwert wieder kommen und dich auseinander nehmen, falls du noch hier bist und sie weiterhin belästigst. Du hast doch sicher nichts gegen einen Kampf einzuwenden, oder?“, fragte ich ihn.

    Die Menschen im Speisesaal sahen mich schockiert an. Kalan fing schallend an zu lachen.

    „Du kleiner Knirps willst mich herausfordern?! Na schön geh und hol deine Sachen und dein Spielzeugschwert! Falls du dich traust noch einmal herunter zu kommen!! HARHARHARHAR!!!!“, er zog das Gaststättenmädchen mit sich zu einem Tisch, während ich mich auf dem Weg zu meinem Zimmer machte. Kaum war ich im Zimmer, zog ich meine Rüstung an und nahm meinen roten Gladius in die Hand. Mein Blick fiel kurz in den Spiegel.

    „Hm...“, ich nahm meinen Strohhut hervor und setzte ihn auf. Ein kleines Grinsen lief über mein Gesicht als ich mich dann wieder auf dem Weg nach unten machte. Dort angekommen trank Kalan aus einem großen Glas eine rote Flüssigkeit. Wahrscheinlich Wein. Das Gaststättenmädchen hatte es aufgegeben sich zu befreien und sah so aus als würden ihr gleich die Tränen von den Wangen hinunterlaufen. Vor Angst?

    Ich streckte mein Schwert entschlossen in seine Richtung aus.

    „Lass deine schmierigen Hände von ihr!!“, knurrte ich und funkelte Kalan herausfordernd an. Er sah mich schon siegessicher an.

    „Du willst also wirklich sterben?“, sagte er und konnte ein Lachen nicht unterdrücken.

    „Mein Name ist Ren und ich bin Kopfgeldjäger. Ich will dich aber jetzt nicht mehr nur wegen dem Geld tot sehen, sondern aus zwei Gründen. Erstens: Du hast mich daran gehindert dieses echt leckere Frühstück fertig zu essen! Zweitens: Ich verabscheue Kerle wie dich, die ihre dreckigen Hände nicht von jungen Mädchen lassen können und ihnen deine ekelhafte Berührung aufzwingst!“

    Kalan stand nun endlich auf und zog sein Schwert.

    „Soso du bist also dieser kleine Knirps, der sich nun stark fühlt nur weil er ein paar schwache Verbrecher aus dem Weg geräumt hat. Ich bin ein ganz anderes Kaliber als deine bisherigen Gegner also mach dich darauf gefasst zu sterben. Und wenn der Kampf vorbei ist, will ich, dass mein Essen hier fertig und die Kleine etwas lockerer ist.“, er wandte sich beim letzten Satz an die Inhaber der Gaststätte und dann wieder zu mir.

    „Unterschätze mich nicht bloß weil ich jung bin.“, sagte ich nur und trat hinaus. Er folgte mir und die Passanten auf der Straße sahen uns mit sowohl neugierigen als auch mit schockierten Blicken an. Wow hier hat also wirklich noch NIEMAND versucht gegen den Dreckskerl zu kämpfen? Oder sie finden ich bin unglaublich dumm. Letzteres ist wahrscheinlicher. Immer diese Menschen, die auf einen Held warten, der sie retten soll, anstatt selbst aktiv zu werden...

    Kalan und ich standen uns nun gegenüber. Ich zog meinen Hut aus und warf ihn einem Mädchen entgegen, die ihn auffing und mit errötetem Gesicht an ihre Brust hielt als wäre er ein wertvoller Schatz.

    „Pass bitte auf ihn bis der Kampf vorbei ist.“, sagte ich ihr lächelnd und sie nickte nun knallrot, „Und geht in eure Häuser. Dieser Kampf wird sicher ungemütlich.“, sagte ich in einem ernsteren Ton und sah Kalan an. Die Leute verschwanden schnell in ihren Häusern und Kalan grinste siegessicher.

  • „Du hättest wegrennen sollen als du noch die Chance dazu gehabt hattest.“, sagte er.

    „Ich werde keine Herausforderung ablehnen bis ich stark genug bin, um eine bestimmte Person zu töten. Vorher kann und werde ich nicht sterben!“, antwortete ich.

    Kalan stürmte auf mich zu. Er war sehr schnell und bevor ich reagieren konnte hatte er mich schon in seiner Combo. Ich konnte mich nicht davon befreien und er fügte mir bislang eher spielerische Wunden zu. Er sprang hoch und holte aus. Das ist meine Chance! Ich blockte den Angriff und warf ihn nach oben. Dann sprang ich hoch, schlug ihn mit dem Schwert und fügte ihm eine leichte Verbrennung mit einer Rune zu. Als er auf den Boden ankam nahm ich ihn nun in meine Combo. Nach einigen Schlägen verpasste ich ihm einen Tritt in die Rippen, nach weiteren Schlägen schlug ich ihm dann mit der Faust in die Magengegend und ließ mit meiner Magie eine Explosion entstehen während ich einen Satz nach hinten sprang. Das war bisher irgendwie einfach.

    Ich sah Kalan zu wie er etwas Blut auf dem Boden spuckte und es sich dann lächelnd von seinem Mundwinkel abwischte.

    „Nicht schlecht... Hatte dich wohl etwas unterschätzt. Aber nur etwas.“, den letzten Teil sagte er in einem harten Tonfall. Jetzt wurde mir erst klar, dass er noch keinen einzigen Skill eingesetzt hatte. Die Sache könnte für mich noch hässlich werden.

    Wir stürmten im gleichen Moment nach vorne und unsere Klingen prallten im gleichen Moment aufeinander. Ich war von der Wucht eine Sekunde zu lang ergriffen und dies nutzte Kalan aus um mich wieder in seine Combo zu bekommen. Er schlug mehrere Male zu und dann umgab ihm eine rote Aura. Er war im Zerstörungsmodus!

    „Lufthieb!“, rief er und verpasste mir einen harten Schlag und schleuderte mich dann nach oben.

    „Rotierender Einschlag!“, er wirbelte mich in der Luft herum und wusste nicht mehr wo oben und unten war und landete sehr hart auf dem Boden. Ich spuckte Blut und schnappte nach Luft. Mein ganzer Körper schmerzte.

    „War das schon alles?“, fragte er spöttisch und er entfernte sich etwas. Dann hörte ich wie er Anlauf nahm. Noch etwas benommen von seinem Angriff rappelte ich mich auf und lief zu meinem Schwert, welches im Boden steckte. Ich nahm es wieder in die Hand und drehte mich genau im richtigen Augenblick um, um Kalans Angriff zu blocken und ihn in die Luft zu schleudern.

    „Ich bin noch lange nicht fertig!“, ich sprang hoch, schlug ihn einmal und verpasste ihm auch einen Schlag mit einer Rune. Er landete auf dem Boden. Ich wollte meine Combo starten, doch ich wurde von einer Energiewelle von ihm weg geschleudert und landete wieder auf dem Boden.

    „Verdammt...“

    „Hahahaha!! Du hast wohl den besonderen Effekt des Zerstörungsmodus vergessen. Aber keine Sorge du wirst gleich tot sein.“, sagte er während ich aufstand. Ich muss diesen Modus von ihm irgendwie beenden! Er rannte auf mich zu und ich sprang im richtigen Moment über ihn drüber. Dann rannte ich von ihm weg und verschaffte mir Abstand von ihm, machte dann auf dem Absatz kehrt, sprang hoch und feuerte eine Rune auf ihn und sah zu wie sich seine Super Armor aktivierte. Ich grinste. So werde ich also seinen Zerstörungsmodus los.

    Ich verfolgte weiterhin diese Taktik bis er seinen Zerstörungsmodus verlor.

    „Du dreckiger... KOMM HER!!!“, er stürmte wutentbrannt auf mich zu.

    Ich wartete auf den richtigen Moment und rammte ihn dann mit einer Vorwärtsrolle. Dann drehte ich mich schnell um und verpasste ihm nun abwechselnd einen Schlag mit dem Schwert und eine Rune. Ich spürte wie mich eine sanfte Wärme einhüllte und lächelte. Vitalitätsmodus. Ich verpasste ihm noch ein paar Hiebe und holte dann aus während mein Schwert zu brennen begann.

  • „FEURIGES SCHWERT!!“, ich rammte mein Schwert in den Boden und sah zu wie dieser durch die starken Flammen aufbrach und auch anfing zu brennen. Doch ich war noch lange nicht fertig. Ich nutzte die verbleibenden Flammen, die mein Schwert umgaben aus und schlug weiter auf ihn ein. Meine Sinne wurden benebelt und ich verfiel in einen Rausch. Es gab nur noch mich, meine Klinge und das lebende blutende Fleisch vor mir, welches ich töten und zerlegen will. Als ich wieder genug Mana hatte beschwor ich eine blaue Klinge bevor er sich fallen lassen konnte.

    „Mondklinge!“, rief ich und führte meine Combo fort. Dann beging ich einen Fehler und er landete auf dem Boden. Mein Herz raste und mein Körper bebte vor Adrenalin.

    Kalan kämpfte sich wieder auf die Beine. Ich habe ihm wohl ganz schön zugesetzt.

    „Das war dein letzter Fehler....“, flüsterte er bedrohlich und stürmte auf mich zu.

    Ich rannte ebenfalls auf ihn zu und alles in meinen Gedanken drehte sich nach dem Drang ihn weiter und weiter mit dem Schwert in Stücke zu schlitzen. Leider war ich zu sehr in Gedanken versunken und er schaffte es mich wieder in seine Combo zu bekommen. Ich konnte seine Schläge nicht zählen, da ich zu beschäftigt damit war eine Lücke zu finden, um mich auf den Boden fallen zu lassen, damit ich aus dieser Combo komme. Dann spürte ich wie ich meinen Vitalitätsmodus verlor und wie er sie stattdessen bekam. Jetzt bin ich geliefert.... dachte ich bitter. Dann fand ich eine Lücke und ließ mich auf den Boden fallen. Als ich aufstand, suchte ich als erstes Abstand von ihm.

    „DU BIST TOT KLEINER!!!!“, brüllte er und bückte sich. „ARMAGEDDON KLINGE!!“

    Bevor ich reagieren konnte, traf mich die heiße magische Klinge und ich spürte wie meine inneren Organe glühten und verbrannt wurden.

    „GRAAGHH!!!“, ich musste Blut spucken. Er startete wieder seine Combo und der Schmerz erfüllte nicht nur meinen Körper, sondern auch meinen Geist. Ich bemerkte nur am Rande, dass er immer näher kam. Ich hörte ein lautes Knacken, welches meine Gedanken wieder zurück brachten. Waren das meine Knochen...? Ich sah herunter und bemerkte, dass es nur meine Rüstung war. Scheiße...

    „Spiralexplosion!“, er verpasste mir einen Hieb und ich wurde dann von der darauf folgenden heißen roten Energiewelle weggeschleudert. Ich landete auf dem Rücken.

    Nein... Ich... werde nicht aufgeben... Ich spuckte Blut und stand dann wieder wackelig auf den Beinen. Kalan stand direkt vor mir.

    „Du hättest ruhig liegen bleiben können.... DOPPELHIEB!!!“, sein nächster Schlag ließ mich Sternchen sehen. Ich konnte nichts anderes machen als zuzusehen wie er ausholte und mir dann einen gewaltigen Hieb verpasste. Der Hieb war mehr als nur hart. Er war ein kritischer Treffer und bei meinem Aufprall gab sogar der Boden nach. Schmerzen, die ich nicht verarbeiten konnte, durchströmten jeden einzelnen Nerv meines Körpers und bewirkten, dass ich bewusstlos wurde. Doch.. Mein Geist akzeptierte es nicht. Ich hörte Kalan sprechen, doch konnte seine Worte nicht verstehen. Sie schienen so als wäre ich unter Wasser. Ich spürte wie sich in meinem Mund Blut ansammelte und öffnete ihn etwas. Ich kann mich also bewegen... Zumindest etwas... Etwas... Etwas in mir sagte, dass ich loslassen soll. Dann sah ich Sarah. Sie saß auf einer Picknick-Decke und ich sah wie sich ihr Mund bewegte. Es dauerte einen Moment bis meiner Erinnerung wieder einfiel, dass sie über ihren Traum später eine wunderschöne Magierin zu werden sprach. Sie drehte ihren Kopf zu mir und lächelte mich an.

    „Und du wirst mich vor allen Gefahren beschützen!“

    Ich hatte aber versagt. Sie starb, weil ich sie nicht beschützen konnte. Ich spürte wie mein Lebenswille wieder aufflammte und meine Finger umschlossen mein Schwert. Ich setzte mich auf und hörte wie auf einmal alles still wurde. Kalan drehte sich um und sah mir dabei zu, wie ich mich an meinem Schwert abstützte und aufstand. Ich nahm mein Schwert entschlossen in die Hand und sah ihn herausfordernd an. Kalans Blick verriet eindeutig, dass er nicht erwartet hätte mich noch einmal stehen zu sehen.

    „Du hättest liegen bleiben und ohne weitere Schmerzen sterben sollen Kleiner.“, sagte er und begab sich wieder in Kampfposition.

    „Ich habe so oder so Schmerzen von daher ist es mir egal.“, sagte ich und wagte es nicht meine Konzentration auch nur für eine Sekunde abzulegen. Der nächste Schlag würde diesen Kampf entscheiden. Kalan stürmte auf mich zu.

  • „Stirb!!“, schrie er und holte aus. Ich wich seinem Schlag aus und schleuderte ihn mit einem Hieb in die Luft.

    „Sayonara!!! STURMKLINGE!!!!“, ich beschwor magische schnell rotierende Sturmklingen und sah dabei zu wie sie Kalans Körper zerfetzten. Ich senkte meinen Kopf als mich der rote Blutschwall traf und mich durchweichte. Die Klingen verschwanden und ich sah in die sprachlosen Gesichter der Bewohner.

    „E-Er hat Kalan getötet...“

    „Unglaublich er hat es geschafft!!“

    Sie brachen in Jubel aus und ehe ich mich versah war ich von ihnen umgeben. Mir hielt das Mädchen von gerade eben meinen Hut hin. Ich nahm ihn mit einem erschöpften Lächeln entgegen und setzte den braunen Hut mit dem schwarzen Streifen auf.

    „Du warst einfach unglaublich!! Vielen Dank, dass du mich vor diesem Ekel gerettet hast....“, ich drehte mich zu dem Gaststättenmädchen um.

    „Wie heißt du?“, fragte ich sie.

    „Oh ich heiße Rita! Tut mir Leid, dass ich mich noch nicht vorgestellt habe...“, sie errötete vor Scham.

    Und so bekam das Gaststättenmädchen seinen Namen... Ich fühlte mich irgendwie so leer... Das Adrenalin ist verschwunden und meine Augen drängten danach auf meinen schmerzenden Körper herab zu blicken, doch ich wusste, dass ich dann sicher umkippen würde. Der Schmerz kehrte wieder zurück und er wurde mit jedem Herzschlag schlimmer. Die Stimmen fingen an sich zu entfernen. Etwas packte mich am Arm und meine Augen bewegten sich träge bis sie in das Gesicht von Rita sahen.

    „Ren wir müssen dich sofort zum Krankenhaus bringen!!“, sie hatte Tränen in den Augen und ihre Lippen bewegten sich weiter. Ich öffnete meine um sie zu bitten sich zu wiederholen, doch dann gaben meine Beine nach und alles wurde dunkel.


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    Ich wachte in einem weißen Raum auf. Mein Körper fühlte sich eher taub an.. Doch.. wo war ich..? Ich richtete mich langsam auf und schlang meinen rechten Arm um meinen Brustkorb als sich ein dumpfer Schmerz breit machte. Ich bin wohl unter Einfluss von Schmerzmitteln...

    „Du bist früher aufgewacht als ich es erwartet hätte. Allerdings habe ich dir auch die richtige Medizin gegeben.“, sagte eine weibliche Stimme.

    Ich sah nach rechts. Bevor mein Blick die Frau erfassen konnte blieb er zuerst bei einem Wagen mit einem silbernen Tablett und einem größeren Deckel neben meinem Bett stehen. Mein Magen knurrte laut und ich spürte wie mein Gesicht heiß wurde. Die Frau lachte und ich sah sie an. Es war eine Frau im mittleren Alter.

    „Hey ich hatte mein Frühstück nicht fertig essen können wegen Kalan... Da ist es doch klar, dass ich nach diesem Kampf Hunger habe....“, versuchte ich mich zu rechtfertigen.

    „Es hindert dich ja niemand am Essen. Auf jeden Fall ist es wirklich beeindruckend, dass du Kalan besiegt hast Ren.“

    Ich entfernte den Deckel und fing an das Abendessen zu essen.

    „Du bist für dein Alter wirklich stark...“, fuhr die Frau weiter. Ich nickte, da mein Mund voll war.

    Es entstand ein Schweigen bis ich mit dem Essen fertig war.

    „Danke für das Essen.“, bedankte ich mich und wischte meinen Mund ab, „Das war wirklich lecker.“

    Die Frau lächelte mich an. Während dem Essen hatte ich sie mir genauer angesehen. Sie trug einen Arztkittel und war deutlich älter als ich; mindestens doppelt so alt. Allerdings wirkte sie auch wie Mitte 20... Ich war noch nie gut im Alter schätzen. Plötzlich stand sie auf und reichte mir eine lila Flasche.

    „Trink das aus. Dann hören die Schmerzen auf und in zwei oder drei Tagen kannst du dann den Verband komplett abnehmen. Ich bin übrigens Doktorin Chèrielle.“, sagte sie.

    „Verzeihen Sie mir bitte...“, sagte ich etwas kleinlauter als beabsichtigt und nahm die Flasche entgegen, „Vielen Dank.“

    „Du musst mich nicht Siezen und auch nicht entschuldigen. Immerhin war ich diejenige, die dich so direkt nach dem Aufwachen überrascht hat.“, sie kam näher und setzte sich schließlich neben mich. Aus irgendeinem Grund wurde ich etwas nervös und trank deswegen langsam die Flasche aus. Diese Szene erinnerte mich einfach zu sehr an einen Film ab 18, den ich mir einmal nachts angesehen habe als ich nicht schlafen konnte....

    „Wann kann ich voraussichtlich entlassen werden?“, fragte ich als ich die Flasche ausgetrunken habe und langsam die Wirkung in meinem Brustkorb spürte. Es schien wohl ein magischer Trank zu sein, da der Schmerz schon anfing nachzulassen.

    „Du kannst morgen früh nach einer kurzen Untersuchung von mir entlassen werden.“, sagte sie, „Ahja und man hat dir Sachen zum Anziehen für Morgen vorbei gebracht.“

    „Was? Von wem?“, fragte ich verwundert.

    „Die Nachricht, dass du Kalan besiegt hast hat sich wie ein Lauffeuer im gesamten Dorf verbreitet. Erwarte also morgen von jedem sehr große Dankbarkeit und viele Geschenke.“, fuhr Chèrielle fort.

    „Oh das hört sich ja toll an...“, sagte ich nicht wirklich begeistert darüber. Ich hatte noch nie Aufmerksamkeit gemocht. Dann legte sie einen Arm auf meinen Oberschenkel und ich erstarrte, da ihre Hand ziemlich weit oben ist.

    „Gibt es noch irgendetwas was ich für dich tun kann mein Lieber?“, fragte sie und lächelte mich an.

    Ach du!! Das ist ja genauso wie im Film verdammte Scheiße!!

    „Nein vielen Dank. Ich glaube es ist besser wenn ich jetzt schlafe, da ich durch das Schmerzmittel sehr müde bin.“, ich wunderte mich darüber, dass meine Stimme nichts von meinem Kopfkino verriet.

    Sie drehte ihren Oberkörper zu mir um.

    „Ich verstehe. Dann wünsche ich eine gute Nacht.“, sie warf mir noch einmal ein strahlendes Lächeln zu und schob den Wagen heraus, während ich aufatmete und es mir im Bett gemütlich machte.

    „Ich muss aber wirklich anmerken, dass du den Körper eines Gottes besitzt werter Herr....“, sagte sie schmunzelnd und schloss schließlich die Tür.

    Sie ließ mich mit dem Gefühl ausgeliefert zu sein alleine in meinem Zimmer und ich verfiel in einen nakotisierten Schlaf.

  • Am nächsten Morgen wachte ich gähnend auf. Wow das war ein tiefer Schlaf... Ich kratzte meine Brust und bemerkte, dass ich nackt war! Sofort setzte ich mich auf und wurde von Schmerzen begrüßt.

    „Verdammt...“

    „Guten Morgen. <3“, rief Chèrielle.

    „WAS ZUM?!“, rief ich und schob die Decke wieder nach oben bis zu meinen Schultern.

    „Oh tut mir Leid habe ich dich wieder erschreckt?“, lachte sie während sie eine schwarze Hose und ein blaues Hemd aus einem Schrank holte und auf mich zulief.

    „W-Was machen Sie hier?!“, fragte ich nervös. Instinktiv sah ich unter die Decke und sah, dass ich eine weiße Hose (und hoffentlich auch Boxershorts!) und den Verband auf dem Oberkörper trage und doch nicht nackt war. Ich seufzte kurz erleichtert auf.

    „Was ist denn los? Wieso bist du denn so aufgeregt Ren?“, fragte sie und legte die gefalteten Sachen auf die Kommode neben dem Bett.

    „Ich mag es nicht sehr gerne, wenn ich aufwache und jemand im Raum ist.. Was machen Sie denn hier? Und wieso habe ich kein Oberteil an?“, ich versuchte sachlich zu klingen, doch man konnte erkennen, dass ich über diese Situation nicht gerade erfreut war.

    „Du scheinst ja ein ziemlicher Morgenmuffel zu sein. Ich war nur hier um deinen Verband zu wechseln und zu schauen, ob du wach bist. Außerdem habe ich dir jetzt was zum Anziehen hingelegt, da du nach dem Frühstück entlassen werden kannst.“

    „Oh... Okay... Sie haben nur den Verband gewechselt...“, sagte ich immer noch unsicher was ich nun von ihr halten soll.

    „Ja deine Kleidung hatte ich dir ja schon am Vortag angezogen. Insklusive Boxershorts.“

    „..........“ Sie hat doch sicher nichts mit mir gemacht während ich noch unter Einfluss des Nakosemittels war.. Oder..?

    „Naja ich lasse dich dann alleine. Gewaschen bist du auch schon also musst du jetzt nur essen, dich anziehen und dann kannst du dich nachdem du von mir verabschiedest wurdest gehen.“, sagte sie und warf mir ein Lächeln zu bevor sie dann den Raum verließ.

    Ich fühle mich vergewaltigt... Ich tat das was sie sagte und zog mich nach dem Frühstück an. Ich wollte nur noch schnell weg von hier. In einem Schrank fand ich auch meine Rüstung und mein Schwert. Naja das was von ihr übrig geblieben ist. Das Oberteil ist größtenteils zerstört worden und ich musste mir unbewusst beim Betrachten auch sanft über meinen Brustkorb streichen und spürte wieder Schmerzen. Das Schwert sah eigentlich noch in Ordnung aus aber ein kleiner Blick vom Schmied würde sicher nicht schaden. Ich muss die Rüstung heute in der Stadt dringend reparieren lassen. Ich packte die Rüstung zusammen mit bereit gelegten Schmerzmitteln und Tränken in eine Tasche und zog meinen Strohhut wieder an. Nachdem ich auch mein Schwert zurück in meine Scheide legte, die mit einem Gürtel an meinen Rücken befestigt war verließ ich den Raum und versuchte mich unbemerkt aus der Klinik zu schleichen. Doch leider wurde ich kurz vor dem Ausgang von Chèrielle abgefangen.

    „Wolltest du mir nicht noch für die Behandlung danken?“, fragte sie.

    „Natürlich ich hatte nur nach Ihnen gesucht. Vielen Dank für den Aufenthalt hier in in Ihrer Klinik.“, sagte ich und versuchte gelassen zu klingen. Dann überrumpelte sie mich mit einem Kuss auf die Stirn. Ich konnte nicht einmal mein Erstaunen verbergen.

    „Auf Wiedersehen unser großer Held... Weißt du... Kalan hatte meinen kleinen Sohn getötet... Ich wollte ihm eigentlich folgen, doch ich wurde hier gebraucht... Falls du noch irgendetwas brauchst kannst du jederzeit zu mir kommen. Ich stehe ewig in deiner Schuld.“, sieh sah mich traurig an und umarmte mich schließlich. Ich hatte schreckliche Schuldgefühle, weil ich ihr gegenüber so misstrauisch war. Ich löste mich von der Umarmung und sah sie entschuldigend an.

    „Verziehen Sie mir bitte... Ich bin nicht wirklich der Typ für Umarmungen... Sie müssen mir auch nicht ewig dankbar sein. Es ist meine Arbeit nichts weiter. Klar ich freue mich zwar für Sie, dass ich Ihnen helfen konnte, doch ich finde, dass ich dafür jetzt nicht wie ein Held gefeiert werden sollte. Letztendlich bin ich auch ein Mörder.“

    Sie warf mir noch einen langen Blick zu bis ich an ihr vorbeilief.

    „Auf Wiedersehen.“, sagte ich und machte mich auf die Suche nach einem Schmied.

    Die ganze Zeit über hatte ich meinen Hut möglichst weit über mein Gesicht gezogen, um nicht erkannt zu werden und Aufregung zu erregen. Es klappte und ich konnte den Schmied nach längerer nerviger Fragerei schließlich finden. Bei der Schmiede war eine unerträgliche Hitze und ich konnte nicht anders als meinen Hut abzunehmen und mir mit meinem Ärmel über die Stirn zu streichen. In meiner Brust hatte sich auch wieder ein dumpfer Schmerz ausgebreitet.

    „Guten Tag wie kann ich Ihnen helfen?“, sagte er und sah zu mir. Seine Augen weiteten sich als er mich erkannte und ich legte einen Finger auf den Mund, damit er Bescheid wusste.

    „Guten Tag ich bin hier um meine Rüstung reparieren zu lassen. Könnten Sie mir da bitte weiter helfen?“, fragte ich.

    „Kann ich Ihnen aber vorher etwas zu trinken anbieten? Sie wirken ziemlich fertig.“, sagte eine kräftig gebaute Frau und lächelte mich freundlich an.

    „Vielen Dank das ist wirklich sehr freundlich von Ihnen.“, sagte ich und lächelte dankbar zurück.

    „Ach das ist doch wirklich das Mindeste was wir für Sie tun können! Ich hole ihnen auch gleich etwas zum Knabbern!“, sagte sie und machte sich auf den Weg bevor ich noch irgendwelche Einwände sagen konnte.

    „Na dann zeig mal deine Rüstung her.“, sagte der Schmied und ich setzte sicherheitshalber meinen Strohhut wieder auf. Ich packte meine Rüstungsteile aus der Tasche und legte sie auf die Arbeitsfläche. Nach kurzer Überlegung dann auch mein Schwert.

    „Hm...“

    „Ich weiß... Es sieht schlimm aus. Er hat mit seinen Angriffen meine Rüstung ganz schon demoliert.. Aber mein Schwert sieht eigentlich noch okay aus, oder?“, er nickte stumm, während er die Sachen begutachtete und ich strich mir mit dem Handrücken über die Brust. Sobald die Frau von dem Schmied uns Wasser gebracht hat nehme ich mal etwas von den Schmerzmitteln ein. Die Schmerzen werden spürbar immer schlimmer. Kaum hatte ich den Gedanken beendet, schon kam sie wieder zurück und legte ein Tablett mit einer Flasche Wasser, zwei gefüllten Gläsern und einem Teller mit Knabbereien und Keksen.

    „Hier bitte bedienen Sie sich.“, sagte sie fröhlich.

    „Vielen Dank...“, ich kramte aus der Tasche Tabletten heraus und überlegte kurz wieviele ich nehmen sollte. Ich schaute kurz in der Packungsbeilage nach und nahm dann eine Tablette.

    „Oh die Rüstung wurde aber ganz schön in Mitleidenschaft gezogen durch den Kampf mit Kalan.. Ein Wunder, dass Sie das überlebt haben. Ich kann es immer noch gar nicht glauben, dass die Zeit der Tyrannei nun vorbei ist! Wir stehen alle sehr tief in Ihrer Schuld.“, sagte die Frau und legte eine Hand auf meine Schulter.

    „Ich kann noch nicht sterben, da ich noch etwas in meinem Leben vor habe. Außerdem steht niemand in meiner Schuld... Ich bin voll und ganz zufrieden, wenn meine Rüstung repariert wird und ich das Kopfgeld bekomme. Mehr brauche ich an sich nicht.“

    „Das sind Drachenschuppen nicht wahr?“

    „Ja.“

    „Dann werde ich für die Reparatur länger brauchen. Es müssen weitere Schuppen eingefügt werden und miteinander verschmolzen werden. Die Schuhe, die Handschuhe, die Hose und auch das Schwert sind leicht zu reparieren. Ein paar kleine Schliffs hier und da und es ist fertig. Doch das Oberteil ist fast hinüber.“, sagte er und schlug einmal auf das Oberteil. Die Stelle brach sofort brökelnd ab. „5 Tage, da ich noch andere Aufträge aktiv habe und nicht genug Schuppen für das Oberteil auf Lager habe.“

    „5 TAGE?!“, rief ich entsetzt. Das hieße ja, dass ich länger in der Stadt bleiben muss als ich eigentlich vor hatte. Heißt also mehr Zeit für die Bewohner sich mein Aussehen einzuprägen und mich immer wieder zu erkennen.

    „Schatz so wie es aussieht hat er es wohl eilig. Wir könnten ja von Louis die Schuppen kaufen und du kannst seinen Auftrag als erstes erledigen.“, sagte die Frau.

    „Nein es ist schon okay. Dann muss ich eben länger als gedacht hier bleiben.. Ich will mich jetzt hier nicht vordrängeln nur weil ich Kalan besiegt habe.“

    Der Schmied fing an zu lachen.

    „Mein Junge ich habe nur einen Scherz gemacht. Die anderen Aufträge sind nicht von großer Wichtigkeit und die Schuppen kurz bei Louis zu kaufen dauert auch nicht lange. Ich bekomme den Auftrag bis morgen Mittag oder Nachmittag fertig.“, sagte der Schmied und grinste mich an.

    „Vielen Dank das ist perfekt! Wieviel wollen Sie für die Reparatur?“

    „Gar nichts. Das ist das Mindeste was wir für dich tun können.“, sagte der Schmied.

    „Wieso zum Teufel sagt mir das jetzt jeder?“

    „Weil es stimmt!“, sagte die Frau. Ich seufzte.

    „Jedliche Einwände sind zwecklos nicht wahr?“

    „In der Tat.“, nickte der Schmied.

    „Vielen Dank für Euer freundliches Angebot. Ich komme dann morgen vorbei, um meine Sachen abzuholen.“, sagte ich und verbeugte mich.

    „Okay ich mache mich direkt auf dem Weg!“, sagte die Frau lächelnd.

    „Dann begebe ich mich zurück in die Gaststätte und ziehe meine eigenen Sachen an. Bis morgen danke nochmal.“, sagte ich und verließ dann zusammen mit der Frau die Schmiede. Ich lief in die entgegengesetzte Richtung in die sie sich aufmachte. Es war nicht so, dass ich dies der Weg zu der Gaststätte war. Ich hatte keine Ahnung wo sie sein könnte.

    Ich seufzte und fing an die Dorfbewohner nach dem Weg zu fragen.

  • Zwei Stunden später kam ich mit schmerzenden Füßen in der Gaststätte an. Ich hatte gewaltigen Durst, doch zuerst hatte ich mir vorgenommen mich umzuziehen. Ich zog eine blaue Hose an und ein weißes T-Shirt. In meiner Tasche sah ich dann noch meine schwarz-rote Jacke und zog sie an. Ich warf noch kurz einen Blick auf die zugehörigen Handschuhe und überlegte, ob ich sie auch anziehen sollte. Ich entschied mich dagegen, da ich nicht vor hatte die Gaststätte zu verlassen. Das Kopfgeld würde ich dann morgen abholen.

    Nachdem ich mich umgezogen hatte, setzte ich mich direkt an die Bar. Viele erkannten mich von gestern wieder.

    „Ren du Dämon! Alle Drinks gehen für dich aufs Haus! Du hast meine Tochter vor dem Ekel gerettet also trink so viel du willst!“, sagte der Barkeeper.

    „Also ist das Gaststättenmädchen.. Ich meine Rita ihre Tochter? Ich hätte sie eher als Tochter der Gaststättenbesitzer zugeordnet aber ich war schon immer schlecht im zuordnen von Familienmitgliedern...“, sagte ich.

    „Das ist ja auch nicht falsch.“, sagte er.

    „Ein Hoch auf Ren!!“, brüllte ein Betrunkener und erhob sein Glas. Fast alle im Raum erhoben ebenfalls das Glas und brüllten „Hoch!“ und tranken dann gemeinsam aus ihren Gläsern.

    „Sag mein Junge was willst du trinken? Einmal die ganze Auswahl? HARHARHAR!“, lachte der Barkeeper.

    „Um ehrlich zu sein bin ich am Verdursten. Bitte geben Sie mir etwas das gut schmeckt.“, sagte ich grinsend. Dann drehte ich mich zu den anderen Männern im Raum um.

    „Außerdem will ich nicht, dass meinetwegen jetzt eine große Feier abgehalten wird. Ich bin nicht so der Typ, der sich gerne bejubeln lässt. Ich...“

    „Ach du bist doch nur schüchtern!!“, sagte jemand.

    „Ja du bist zu besssscchhheiden!“, sagte ein anderer.

    „Ren der Boss! Der Meister! Der Oberburner!!“

    „REN IST SO GEIL ER.. ER IST GEIL!!!“

    So langsam wurden auch die anderen, die sich nicht in der Bar befanden auf mich aufmerksam. Ich seufzte und drehte mich wieder um.

    „Hier bitte ich hoffe, dass ist nicht zu hochprozentig für dich!“, sagte der Barkeeper grinsend und reichte mir einen Cocktail.

    „Darüber brauchst du dir keine Sorgen zu machen.“, grinste ich zurück und trank los, „Schmeckt super.“

    „Warte nur ab bis du die restliche Karte bekommst!“

    „Hast du wirklich vor mir alle Getränke vorzulegen?“

    „Ein Barkeeper hält sein Wort! Ich hatte aber gerade gescherzt. Das ist nur ein kleiner Durstlöscher die richtigen Prozentbomben kommen noch!“

    Ich musste lachen.

    „Wie war das nochmal mit dem Wort halten?“

    „Ich sagte, dass ich hoffe, dass es nicht zu hochprozentig für dich ist. Nicht, dass es hochprozentig ist!“, er musste ebenfalls lachen.

    „Ich werde das mal nicht als Beleidigung aufnehmen.“, sagte ich grinsend und trank den Rest vom Cocktail aus.

    „Ich glaube das reicht schon.. Ich war schon die Nacht vor dem Kampf mit Kalan betrunken und musste mit einem Kater kämpfen. Das war ziemlich unschön.“

    „Jetzt steht aber kein Kampf an und dein Sieg muss gefeiert werden! Es ist Verschwendung wenn du es nicht tust! Hier ich habe sogar deinen nächsten Cocktail fertig.“, der Barkeeper reichte mir den nächsten. Ich gab seufzend nach und nahm einen Schluck daraus.

    „Der ist auch gut.“

    „Weniger Komplimente, mehr trinken und feiern!“, sagte der Barkeeper und alle im Raum stimmten zu.

    Ich wusste, dass Widerspruch zwecklos war. Doch er hatte Recht damit, dass kein Grund bestand sich zu enthalten. Außer, dass ich irgendetwas peinliches mache und mich blamiere. Ich war kurz davor mir schon eine Ausrede einfallen zu lassen, als Rita sich neben mich setzte.

    „Hey... Hey Dad.“

    „Hallo meine Süße. Hoffentlich kannst du unserem Held dazu überzeugen, dass er mit uns seinen Sieg feiern soll!“

    „Was du willst nicht deinen Sieg feiern?! Wieso?“, fragte sie und sah mich enttäuscht und traurig an. Okay das wars mit der Ausrede...

    „Ich bin kein Freund der Aufmerksamkeit...“, sagte ich und trank etwas.

    „Das kann ich verstehen.. Ich würde das auch sicher nicht wollen. Aber du hast unser gesamtes Dorf gerettet! Du...“, sie legte eine Hand auf meine, „Du hast mir das Leben gerettet! Ich bin dir wirklich unendlich dankbar.. Ich.. Ich will mir nicht vorstellen was dieser Mistkerl mit mir angestellt hätte, wenn du nicht da gewesen wärst!“

    Ich zog meine Hand aus ihrer.

    „Ein einfaches Danke reicht mir schon. Ich verachte solche Kerle wie ihn einfach. Ich bin mir sicher, dass sich hier jetzt erstmal keine Verbrecher hintrauen werden aus Angst, dass ich noch in der Stadt sein könnte. Der Tot eines hohen Tieres von ihnen schreckt sehr ab vor allem wenn mein Name da involviert ist. Falls sich doch wieder jemand hierher traut, dann scheut euch nicht mir eine Nachricht zu kommen zu lassen.“, sagte ich.

    „Mein Junge sei doch nicht so schüchtern! Meine Tochter ist noch zu haben und ich kann mir keinen besseren Schwiegersohn als dich vorstellen!! hahaha!“

    „Vater!“, sagte Rita empört und errötete. Ich trank schnell den Cocktail in einem Zug aus. Dann holte ich tief Luft.

    „Es ist nicht so als wäre ihre Tochter nicht bildschön. Allerdings bin ich nicht an einer Beziehung interessiert, da das Leben eines Kopfgeldjägers immer mit Gefahr verbunden ist. Bevor man es sich versieht entsteht dann wieder eine >Der Böse entführt das Mädchen und der Freund rennt ihr hinterher und versucht sie zu retten.< Geschichte und das wiederholt sich immer und immer wieder... Es ist nicht so als würde ich dann das Mädchen nicht retten. Ich will nur vermeiden, dass es überhaupt soweit kommt.“

    „Ja da hast du Recht...“, sagte Rita. Ihr Vater reichte uns beiden wieder einen Cocktail.

    „Willst du also für den Rest deines Lebens ein Kopfgeldjäger sein?“, fragte der Barkeeper.

    „Naja ich bin eigentlich hinter einem bestimmten Verbrecher her. Allerdings habe ich weder seinen Namen, noch seinen Aufenthaltsort. Deswegen bin ich Kopfgeldjäger geworden, um diesen Kerl zu finden und ihn zu köpfen.“, ich trank etwas frustriert weiter, „Nun könnt ihr mich total abfüllen. Jetzt bin ich in Stimmung dafür.“

    Der Barkeeper grinste mich an.

    „Aber immer doch!“

  • Am gleichen Abend.


    „Ohja isch habe den total voll getötet!! Er wünsschtete sich, dass er mich nieeee gesehn begegnet wäre!!!“, rief ich durch die Bar und musste lachen. Ich hatte den einen Arm um Rita gelegt und in der anderen Hand ein Glas welches ich leerte.

    „Nochmal bitte!“, sagte ich grinsend und der Barkeeper schenkte mir noch ein Bier ein.

    „War dasch jetzscht alles auf der Karte?!“

    „Ja und das schon seit drei Bieren.“, sagte Rita lachend, „Vater ich glaube du hast ihn zu sehr abgefüllt.“

    „Sssowass gibst nicht!“, sagte ich grinsend und trank mehr von dem Bier. „Bin glsich wder da isch musss mal weg...“, ich stand wackelig auf, doch Rita hielt mich dann wieder fest.

    „Ich glaube ich weiß wohin du hin willst. Lass mich dich kurz dahin führen und dann führe ich dich wieder zurück.“

    „Okay aber isch laufe alleine....“, sagte ich und ließ mich dann doch von ihr aufs Klo führen. Nachdem ich fertig war und den Raum verließ, führte sie mich zurück zur Bar. Ich griff nach meinem Glas und schaffte es nach einiger Zeit es von selbst in die Hand zu nehmen und es auszutrinken.

    „Setz dich doch wieder hin. Du kannst ohnehin nicht stehen Ren.“, lachte der Barkeeper.

    „Isch kann scher wohl schtehen! Hab nur Hunger... Rita mein Schätschen bring misch zur.. zur.... Essensdings.....“, rief ich und zeigte auf irgendeine Tür. Zumindest glaubte ich, dass es eine Tür war. Rita musste lachen.

    „Okay dann kann ich dich auch unter die Aufsicht von Jack geben.“, sagte sie und führte mich weg.

    „Wer isch'n das? AUF WIEDERSEHEN LEUTE FEIERT SCHÖN UND VERGESST NICHT: ICH BIN GEIL!!! ICH BIN DER OBERBURNER!! WOUHOU!!!!“, brüllte ich den anderen zu und winkte ihnen zum Abschied.“

    Rita führte mich dann in das Essendings und setzte mich auf einem kuschligen Sitzding. Sofort legte ich mich dadrauf.

    „Das ischt ja sooo kuschlig....“, murmelte ich.

    „Ich sage Jack Bescheid, dass er sich um dich kümmern soll.“

    „Isch will dasch mit dem dingens wasch voll lecker war!“

    „Also das gleiche was du als Frühstück hattest?“

    „Nein hatte wasch anderes. Oder.. Häää wasch meinst du?“, fragte ich sie verwirrt während ich mich aufsetzte.

    „Okay ich sage dann mal Jack Bescheid. Oder warte ich bediene dich selbst.“, sie lächelte mich an und kicherte. Ich legte mich wieder auf die Couch und dachte wie gemütlich es doch ist und es echt cool wäre hier zu schlafen. Dann spürte ich wie jemand meinen Kopf hob und sich neben mich setzte. Ich öffnete träge die Augen und sah, dass ich auf Ritas Schoß lag.

    „Hm...?“

    Sie hielt kunstvoll verziertes Papier hoch.

    „Ich habe die Speisekarte, damit du sehen kannst was du essen willst.“, sagte sie grinsend.

    „Stehst du auch drauf...?“

    „Nein aber sicher heute Nacht.“, sagte sie mir zwinkernd.

    „.... Also jetzt noch nicht..? Hoffentlich beeilen sie sisch mit dem drucken und dem ganzen anderen Kram... Ich hab Hunger....“

    Sie öffnete die Karte und hielt sie vor meinem Gesicht, damit ich sie sehen konnte.

    „Was ischt denn dasch für eine Karte.... Da kann man gar nischts lesen!“

    „Hm.. Wie wäre es wenn ich in der Küche frage, ob sie etwas leckeres für dich machen? Danach kannst du auch ein leckeres Dessert essen! Wir bieten da Eis, Kuchen ….“

    „KUCHEN?! WO?!“, ich setzte mich schnell auf und sah mich um. Dann wurde mir schwindlig und ich kippte weder auf ihren Schoß, „Schwindlig.....“, sagte ich kleinlaut.

    Rita lachte.

    „Ich finde es total witzig wie anders du bist wenn du betrunken bist.“

    „Hä.....“

    „Ich bin gleich wieder da.“, sagte sie und stand auf. Ich starrte einige Minuten an die Decke. Dann fragte ich mich wieso sie gegangen ist. Ich setzte mich langsam wieder auf, doch sie war schon wieder da.

    „So ich habe dein Essen bestellt und dir Wasser gebracht.“, sie setzte sich wieder hin und tippte auf ihren Schoß, „Leg dich ruhig wieder hin.“

    „Da sag ich nicht nein....“, sagte ich und legte mich wieder hin. Ich war echt müde und schloss deswegen die Augen. Doch man wollte mich nicht in Ruhe schlafen lassen. Etwas berührte meine Lippen. Ich war für einen Moment überrascht. Dann öffnete ich den Mund ein bisschen und knabberte leicht an dem was meine Lippen berührte. Es war Glas. Ich öffnete erneut die Augen und sah das Glas an. Ah nein es waren mehrere Gläser, doch in allen war eine weiße Flüssigkeit.

    „Ischt das etwa Wodka? Ich mag keinsch ischt mir zu bitter...“, murmelte ich müde. Rita lachte.

    „Nein das ist dein Wodka. Das ist nur normales Wasser. Trink es bitte, damit es dir etwas besser geht.“

    „Hmz...“, machte ich und trank dann widerwillig das Wasser, „Darf isch jetzsht schlafen..?“

    „Nur bis das Essen da ist.“

    „Hey Rita.“, sagte plötzlich eine Stimme und ich wurde auf den Boden geschubst.

    „Oh hey Jack. Wie geht’s?“

    „Gut und dir?“

    „Auch ich kümmere mich gerade etwas um Ren. Du weißt schon den bekannten Kopfgeldjäger.“

    Der Aufprall tat zwar etwas weh aber der Boden war auch irgendwie gemütlich... Ich gähnte und schloss die Augen.

    „Wo ist er denn?“

    „Ehm.. Unter dem Tisch. Er ist gerade runter gefallen.“

    „Hm.. sieht so aus als würde er schlafen. Lass mich raten dein Vater hat ihn zur Feier des Tages abgefüllt?“

    „Ganz genau.“

    Der Junge musste lachen.

    „Na dann ich gehe jetzt mal an die Arbeit. Ich bringe ihm dann die Sachen an den Tisch.“

    „Okay bis dann.“

    Ich hörte wie sich seine Schritte entfernten. Gut jetzt kann ich in Ruhe...

    „Oh Ren das tut mir wirklich Leid ist alles in Ordnung?!“, fragte Rita und rüttelte mich.

    „Ja der Boden ist gemütlich...“

    „Willst du dich nicht auf die Couch legen?“

    „Nnn Nnn...“

    „Komm hoch es sieht komisch aus wenn du auf dem Boden einschläfst..“, sagte Rita und zog mich auf die Couch. Ich gab nun das Schlafen genervt auf und setzte mich.

    „Was hast du eigentlich vor nachdem du den Tod dieser Freundin gerächt hast?“, fragte sie.

    „Keine Ahnung... Entweder weiter so machen wie bisher, mich irgendwo niederlassen oder sterben...“

    „Hast.. du schon eine gewisse Ahnung mit dem du dich niederlassen willst?“

    „Nein bisher habe ich alle Beziehungen in den Wind geschlagen...“, ich musste lachen, „Bisher habe isch es shogar noch gessschhafft meine Jungfräulichkeit zzu behalten.“, sagte ich leise, „Irgendwie fand isch es bisheer immer so falsch. Dachte dass isch dann scho wie ka lan ein Arrrrschloch wäre.“ Ich lehnte mich bei der Couch zurück. Langsam fing es mir an dreckig zu gehen und der dumpfe Schmerz in der Brust kehrte zurück.

    „Geht es dir nicht gut?“

    „Isch brauche dieshe Pillen von Sche... Scherie oder so....“

    „Chèrielle?“

    „Ja kann schein....“

    „Okay wo sind sie?“

    „..... Keine Ahnung..... Tassché.“

    „Okay ich bin gleich wieder da.“, sie stand auf und ging. Ich saß weiterhin da mit geschlossenen Augen bis mich wer antippte. Ich öffnete genervt die Augen. Dieses Mädchen kam mir bekannt vor...

    „Hey ich bin Erika. Ich bin das Mädchen, das du deinen Hut gestern anvertraut hattest als du gegen Kalan gekämpft hast.“, sie lächelte mich an.

    „Hey.... Isch bin gerade ziemlisch betrunken...“, sagte ich und stütze mich dann am Tisch ab, „Kalan hat mir escht die Brusht aufgeschlitzzzt. N' Wunder, dassch meine Organe nisht wegflogen.“, murmelte ich.

    „Ohja deine Brust war gestern voller tiefer Schnittwunden. Alle dachten an dem Tag, dass du sterben wirst deswegen waren wir umso glücklicher als Chèrielle sagte, dass du es geschafft hast!“

    „Dassch isch was schaffte?“

    „Na überlebt hast!“

    „Sstimmt... Weisch auch nicht wieso.... Isht normal bei mir...“

    „Wie meinst du das?“

    „Oh hey Erika. Was machst du denn hier?“, fragte Rita als sie wieder da war.

    „Ich wollte mit unserem Stadthelden reden, doch so wie es aussieht hat dein Vater ihn total abgefüllt.“

    Ich glaube sie streiten sich jetzt.... Vielleicht ziehen sie sich ja aus..... Das wäre ziemlich cool.... Ich nahm die Wasserflasche und versuchte sie zu öffnen während das Gespräch weiter ging.

  • „Es ist ja auch ein Grund zum Feiern!“, sagte Rita wütend.

    „Ja aber anders als du weiß ich, dass der Bürgermeister vor hatte eine Dankesrede an ihn zu halten und er kann so nicht dahin!“

    „Was?! Okay und wann ist sie?“

    „Bald. Also sorg lieber dafür, dass er bis dahin zumindest halbwegs nüchtern ist und sich dann nicht vor der gesamten Stadt blamiert! Denn wenn er das tut, dann ist es allein eure Schuld.“, sagte Erika und stand auf. Als sie mir eine Hand auf die Schulter legte, sah ich sie an.

    „Wir sehen uns dann später. Gute Besserung bis dahin und verstimm dir nicht noch den Magen.“, sie gab mir noch einen Kuss auf die Wange und verließ den Raum Hatte sie noch Rita einen komischen Blick zugeworfen? Egal interessiert mich nicht.. Ich beschäftigte mich weiter mit der Flasche.

    „Ahja Ren ich habe deine Schmerztabletten geholt. Und auch Tabletten gegen Übelkeit. Welche willst du zuerst nehmen?“

    „Mir egal...“, sagte ich als ich es endlich geschafft habe die Flasche zu öffnen.

    „Ich glaube es wäre besser wenn du die gegen Übelkeit zuerst nimmst bevor du dich noch übergeben musst nach dem Essen..“

    „Stimmt isch habe immernoch Hunger...“

    „Hier nimm diese Tablette.“

    Ich nahm die Tablette entgegen und hob die Flasche hoch, um mir Wasser ins Glas einzuschenken. Doch da waren so viele!

    „Rita wieso hascht du so viele Gläser hingelegt...?“, fragte ich und gab ihr die Flasche. Sie gab mir dann eines der vielen gefüllten Gläser in die Hand. Dann trank ich die Tablette undsah wie die... diese Frau aus der Küche da auf mich zulief. Ich mochte sie. Sie hatte was zu Essen.

    „Ren so wie es aussieht hat mein Mann dir wohl tatsächlich alles auf seiner Karte serviert.“, sagte sie lachend.

    „Ich mag sie... Sie haben was zu Essen.....“, sagte ich und grinste dümmlich.

    „Oh du armer. Bist du wirklich so hungrig?“, sagte sie und ich nickte. Sie legte auf den Tisch etwas zu Essen hin. Es waren Pommes und ein sehr lecker aussehendes Steak. Auf beiden befand sich eine Soße. Sie legte mir noch einen Teller mit einem Cheeseburger hinund einen mit verschiedenen Soßen.

    „Jack bot zwar an dir die Sachen zu bringen, doch ich wollte mir das nicht nehmen lassen. Jetzt iss schön auf und lass es dir schmecken!“

    „Dasch werde ich!“, sagte ich und griff in die Pommes. Doch ich zog direkt meine Hand weg, „Heiiissch...“, jammerte ich, „Isch hab schon genug Schmerzen in der Brusht...“

    „Oh du armer...“, die große übergewichtige Frau setzte sich neben mich und drückte mich herzlich an sich.

    „Rita übernimm du doch bitte die Arbeiten in der Küche während ich mich um diesen süßen Fratz kümmere!“, sie kniff mir in die Backen und ich fing an es mir anders zu überlegen ob ich sie mag.

    „Okay aber friss ihn nicht auf.“, sagte Rita lachend und ging.

    „Wwwartee...“, rief ich ihr hinterher doch sie verschwand schon in der Küche.

    „Keine Sorge bei mir bist du absolut sicher!“, sie nahm eine Serviette und wischte mir die Soße von der einen Hand ab. Ich ahnte schon in welche Richtung das ging. Sie nahm die Gabel, stach damit ein paar Pommes auf, pustete kurz und führte sie zu meinem Mund.

    „Mund auf.“

    „..... Isch kann auch alleine essen....“

    „Nein du hast dich gerade eben an den Pommes verbrannt. Und unser heldenhafter Retter soll sich nicht die Finger schmutzig machen.“

    „Aber dasch isht peinlisch....“

    „Ach komm du wurdest von deiner Mutter ja auch früher so gefüttert.“

    Etwas in mir schmerzte, was nicht wegen den Stichwunden war.

    „Sie ischt geshtorben als isch noch klein war.....“, sagte ich traurig. Ich war so betrunken, dass ich das nicht mal verstecken konnte.

    „Ach dann hast du aber wirklich was verpasst! Mach jetzt deinen Mund auf, dann kann ich dir die Erfahrung geben.“

    „.... Dasch ischt immer noch peinlich! Nur weil isch betrunken bin heischt es nich', dassch ich keine Würdings habe!! Hatte mir vorgenommen nich..xxt peinliches zu machen!“

    „Glaub mir es gibt nichts männlicheres als sich von einer Wirtin füttern zu lassen! Alle großen Helden in der Geschichte unseres Dorfes haben das getan.“

    „Wirklisch?“

    „Ja wieso denkst du hat Rita die ganze Zeit an deiner Seite verbracht? Sie ist meine Tochter und wird auch eines Tages die Gaststätte erben.“

    „Okay...“

    „Jetzt mach brav den Mund auf oder muss ich Zug Geräusche machen?“

    „Bitte nur dasch nischt....“, sagte ich und öffnete wie befohlen den Mund.


    Später.


    „Isch bin voll....“, sagte ich und legte mich auf die Couch.

    „Willst du nicht noch Kuchen haben?“, fragte Chantal und strich mir über den Rücken.

    „Ja das wäre nett...“, murmelte ich.

    „Wie bitte mein Kleiner?“

    „Ja bitte.“, sagte ich lauter.

    „Okay dann hole ich dir jetzt schnell einen leckeren Kuchen! Was für einen hättest du denn gerne?“

    Ich setzte mich auf.

    „Alle...“

    „Aber dir wird doch noch übel, wenn du nun noch so viel Kuchen isst. Wie wäre es wenn du jetzt ein Stück Kuchen isst, den du dir aussuchen darfst und dann später noch so vieeel Kuchen essen wie du willst! Aber jetzt sei erstmal ein braver Junge und trink deine Schmerztablette.“

    „Okay...“, sagte ich und nahm die Schmerztablette ein. Dann kam Rita und brachte ein Tablett voller Kuchen vorbei. Meine Augen weiteten sich als sie es auf den Tisch legte, den Chantal gerade eben leer geräumt hatte.

    „So such dir einen Kuchen aus!“

    „Sie sehen alle total lecker aus!“, sagte ich und überlegte angestrengt welchen Kuchen ich nun nehmen sollte.

    „Ich würde dir diese Sahnetorte empfehlen. Sie schlägt dir sicher nicht sehr auf den Magen und ist trotzdem lecker und reich an Geschmack.“

    Ich nahm das genannte Stück in die Hand und probierte. Ich konnte nicht glauben wie gut sie schmeckte. Für einen langen Moment war ich irgendwo in einem Moment der völligen Glückseligkeit gefangen.

    „Und wie findest du sie Söhnchen?“, fragte Chantal und wuschelte mir durch die Haare.

    „Sie... ist.... GÖTTLICH!!!“, sagte ich und beschloss nun jeden Bissen von dieser Torte zu genießen.

  • Dann betrat Erika mit anderen Männern und Frauen das Gaststättenrestaurant.

    „Hallo Ren wie geht es dir?“, fragte sie und lächelte mich an.

    „GÖTTLICH!! LEGENDÄR!!“, brüllte ich lauter als gewollt. Aber ich war so glücklich. Ich aß noch ein Stück von dem Kuchen und konnte kein glückliches Kichern unterdrücken. Oder war das eher ein Quiecken? Egal mir geht es so gut!! Ich kann nicht glücklicher sein!!

    „Hihihihi...“

    „Ist irgendetwas in dem Kuchen drin...?“, fragte Erika.

    „Ja da isht der Himmel drin!!“, sagte ich glücklich.

    „Nein ihm scheint der Kuchen wohl sehr gut zu schmecken.“, sagte Rita.

    „Ren es tut mir Leid, dass ich dich jetzt beim Torte essen störe....“, fing Erika an.

    Ich sah sie mit großen fragenden Hundeaugen an.

    „Hm?“, machte ich während ich immer noch die Gabel im Mund hatte. Erika zog mir die Gabel aus dem Mund und legte sie auf den Tisch.

    „Du musst jetzt leider mit uns kommen. Der Bürgermeister will eine Rede für dich halten und es wäre echt super, wenn du auch kommen würdest und ein paar Worte vor der gesamten Stadt hälst.“, sagte sie lächelnd.

    „Darf meine Torte miiit?“, fragte ich mit großen Augen.

    „Schatz du kannst sie ja auch nach der Rede fertig essen. Sie rennt dir schon nicht weg.“, sagte Chantal meine neue Wirtsmutter. Doch in mir breitete sich ein beklemmendes Gefühl aus.

    „Aber... Dasch würde ja bedeuten....“, fing ich an.

    „Werter Herr Ren die ganze Stadt wartet auf Sie!“, sagte ein fremder Mann. Jemand nahm mir die Torte aus der Hand und andere halfen mir auf die Beine.

    „N-Nein! W-wartet!“, sagte ich während ich nun mit der Masse weggezogen wurde. Ich drehte mich um und konnte eine Hand in Richtung meines Tortenstücks strecken. Meine Sicht verschwamm.

    „NEIIIIIIN!!! MEIN KUCHEN NEIIIIIN!!!!! ISCH WILL NICHT!!!“, schrie ich bis das Tortenstück außer Sicht war. Tieftraurig ließ ich mich weiter von den diesen Fremden durch die Stadt schleifen. Irgendwann kamen wir dann an einem Platz wo sehr viele Menschen versammelt waren.

    „Wasch machen sie denn da alle?“, fragte ich verwirrt.

    „Ist er etwa betrunken?“, fragte eine Frau.

    „Ja aber nicht so sehr wie vorhin.“, antwortete Erika.

    „Erika!“, ich drehte mich nach ihr um. Als ich sie sah riss ich mich los und ging zu ihr.

    „Du mussht mir helfen! Isch wurde entführt! Isch... Isch wollte doch nur meinen Nachtissch fertig essen!“ Dasch isht genauso wie bei Ka Lan!“, sagte ich mit einer Mischung aus Trauer und Trotz. Erika legte mir einen Arm auf die Schulter, während ich neben ihr her torkelte.

    „Je eher die Rede vorbei ist und je kürzer du deine Rede hälst, desto eher kannst du dein Tortenstück wieder sehen. Wie wäre... Au!“, sagte sie als ich sie ausversehen beim torkeln rammte.

    „Sssorry...“

    „Egal kein Problem... Das ist nicht deine Schuld.. Und auch nicht, wenn du dich vor der gesamten Stadt blamierst.“

    „B-Blamierenzzifieren?! Das wäre doch sschlecht... Oder?“

    „Ja das wäre es aber es passiert sicher nichts, wenn du für ein paar Minuten so tust als wärst du nicht betrunken. Das schaffst du sicher oder?“, sagte Erika und warf mir ein aufmunterndes Lächeln zu.

    „'türlich!“, sagte ich entschlossen, weil mir in diesem Moment die Parolen aus der Bar einfielen. Die werden sicher total super in meiner Rede an kommen!! Ich ging zusammen mit Erika neben die Bühne. Ich sah zuerst die Treppen an und dann die Menschenmenge.

    „Isch schaffe das!!“

    „Achte auf deine Aussprache.“, sagte Erika hilfsbereit.

    „Ich.. schaffe das!“

    „Schon viel besser! Viel Glück!“, sagte sie und half mir bei den Stufen. Ich schritt entschlossen und möglichst ohne zu torkelnd auf den Bürgermeister zu. Er warf mir einen sehr respektvollen Blick zu, weil ich so fehlerfrei laufe.

    „Ich schaffe das!“, murmelte ich. Dann stellte ich mich neben dem Bürgermeister und sah zum Publikum. … Nervös.... Zu viele... Menschen.... Einfach still stehen bleiben und nichts tun!

    „Ehm... Ja.. Meine lieben Damen und Herren. Heute sind wir hier, um uns bei dem Kopfgeldjäger Ren, der auch bekannt ist unter DarkRen, zu bedanken, weil er es schaffte die Tyrannei von Kalan zu beenden! Die Stadt litt schon viel zu lange unter seiner Herrschaft. Viele Menschen aus unserer Stadt verloren ihr L eben, weil sie von Kalan getötet wurden. Diese Zeit ist aber nun zu Ende!“

    Die Menschenmenge jubelte und der Bürgermeister versuchte sie zu beschwichtigen.

    „So wie ihr sehen könnt wurde Ren anscheinend schon gebührend von den Meckkless Eheleuten gefeiert. Ich bitte deswegen um Nachsicht. Immerhin ist er unser Stadtheld und nur weil er gerade betrunken ist heißt es nicht, dass er ein schlechter Junge ist! Laut den Aussagen von den Anwesenden Menschen scheint er sehr förmlich zu sein unter normalen Umständen. Nun denn Ren erweist du uns die Ehre uns ein paar Worte über dich zu verlieren?“

    Ich warf Erika einen Blick zu und sie nickte. Ich atmete tief durch und stellte mich an das Rednerpult. Die Menschenmenge jubelte während ich mich mit den Armen am Rednerpult abstützte. Nervös wartete ich bis sie aufhörte und meine Hände schwitzten vor Aufregung. Mein Magen rebellierte.

    „Sie können jetzt anfangen.“, sagte der Bürgermeister plötzlich. Ich sah ihn an und bemerkte, dass die Menschenmenge auf einmal ruhig war.

    „Oh.. Sorry... Also.. Zzuerst einmal: Ich bin nisht betrunken! Nicht. Ihr wisst wasch ich mein. Was.“, ich lachte nervös, „Was soll ich sagen.. Isch habe nur meine Aufgabe getan. Ich bin ein Kopfgeldjäger und Kalan der Verbrecher. Man muss mir nisht danken. Ich habe dasch gerne gemacht! Ich... Ich mag keine Aufmerksamkeit...“, das letzte sagte ich ziemlich kleinlaut, „.. und Menschenmengen....“, ich rutschte immer mehr hinters Pult bis ich es irgendwie schaffte hinzufallen. Verdammt! Sofort stand ich wieder auf und sah der Menschenmenge entgegen, die nun lachte. Sie lachten mich aus!

    „Hey wie wäre es wenn isch Witze erzähle? Naja isch glaube ich bin Witz genug oder..? Egal ich bin DarkRen geil!“, sagte ich irgendwie selbstbewusster und kam mir dabei gleichzeitig doch blöd vor, „Dasch sollte jetzt nicht arrogant sein...“, fing ich an, doch ich hörte einige im Publikum die gleichen Parolen rufen wie im Pub. Für einen Moment war ich darin bestärkt ebenfalls diese Parolen lauthals herauszubrüllen, doch irgendetwas mahnte mich davor es nicht zu tun. War es die Übelkeit? Oh stimmt sie war ja auch noch da...

    „Verzzeihen Sie mir bitte.. Ich war noch nie ein guter Redner... Auscherdem geht es mir gerade nicht so gut.. Es wäre besser, wenn isch nichts sage...“

    Ich fing an zu husten und meine Brust schmerzte. Doch das Husten hörte nicht auf. Die Schmerzen in meiner Brust wurden immer schlimmer und ich sackte zu Boden während ich mir die Brust hielt. Ich spürte wie sich der Bürgermeister hinter meinem Rücken kniete.

    „Was ist denn los??“, fragte er geschockt. Auch Erika kam angerannt.

    „Sind es die Verletzungen?“, fragte Erika.

    Ich hörte Stimmengewirr. Lärm den ich nicht zuordnen konnte. Der nicht in meinen Kopf gehen wollte und lediglich Druck ausübte.

    Die Schmerzen.... unerträglich... Ich hielt es nicht mehr aus!! Ich fing an vor Schmerz zu schreien. Gleichzeitig war mir so unglaublich schlecht. Mein Körper wechselte von heiß zu kalt. Ich kauerte mich zusammen. Plötzlich bekam ich ein Tuch über meinen Mund und meine Nase gedrückt und ein stechender Geruch drang in meine Nase.

    „MMMMHH!!! MMMHHHH!!!! mmmmhhh....“

    Auf einmal ließ alles nach. Mir wurde schwarz vor Augen.


    Ich spürte wie ich getragen wurde. Ich hörte Stimmen, doch ich verstand nur eine mir bekannte.

    „Es wurde einfach zu viel für ihn. Das Husten hat höchstwahrscheinlich Schmerzen ausgelöst und ihm musste wohl vom Alkohol noch übel gewesen sein. Sein Körper konnte einfach nicht so viel auf einmal verarbeiten. Er muss sich jetzt ausschlafen und dann müsste es ihm besser gehen. Legt ihn am Besten in sein Hotelzimmer, damit er sich auskurieren kann.“

    Ich lag in einem Bett. Wurde ich denn nicht gerade eben noch getragen? Müde... Schlafen...

  • Ich öffnete träge meine Augen. Ich lag in einem Bett und mir war extrem übel. Was hatte ich denn gestern alles gemacht...? Auf jeden Fall zu viel getrunken... Mein Magen krampfte sich zusammen. Ich sprang auf und schaffte es gerade noch so mich über die Toilette zu beugen und mich zu übergeben. Nach einer gefühlten Ewigkeit hörte endlich der Brechreiz auf und ich lehnte mich an die kühle Wand. Ich schloss die Augen und versuchte mich wieder zusammen zu reißen. Meine Gedanken kreisten um die Frage, was ich wohl gemacht hatte. Einige Erinnerungsfetzen kamen zum Vorschein. Ich wie ich in der Bar mit anderen arrogante Parolen im Chor rief. Wie ich was gegessen habe.... Eine leckere Sahnetorte wurde mir ins Gedächtnis gerufen. Da war aber noch etwas... ich erinnerte mich wie ich gezogen wurde. Auf... Auf eine Bühne.. Eine Bühne?! Ich riss die Augen auf und versuchte mich mehr zu erinnern. Das Bild einer Menschenmenge kam zum Vorschein.

    „Verdammte Scheiße..... Das wars. Ich werde mich nie wieder so sehr betrinken!“, ich stand nun mit der Erkenntnis auf, dass ich mich wahrscheinlich schrecklich blamiert habe. Nachdem ich mich auszog, stellte ich mich vor den Spiegel. Ich sah wirklich kaputt aus. Ich sah dann den Verband an. Dann suchte ich eine Schere und schnitt den Verband durch. Wieder in den Spiegel blickend sah ich auf meine Wunden. Meine ganze Brust war mit Blut bedeckt also mussten die Nähte und die alten Narben wohl zu irgendeinem Zeitpunkt aufgeplatzt sein. Ich fuhr über die Stellen und stellte fest, dass doch Nähte vorhanden waren. Ich sah an mir herunter und tastete die Wunden vorsichtig ab. Dann drückte ich zu fest und ein stechender Schmerz durchstach meinen Körper. Sie waren fast verheilt und ich wusste, dass ich nun die Nähte entfernen musste, da sie sonst in meinen Körper stecken blieben. Eigentlich würden solche Wunden viel Zeit zum Heilen benötigen, doch bei mir war es immer so, dass meine Wunden schnell verheilten. Ich konnte es mir nie erklären wieso das bei mir so anders war. Ich hatte auch aus Sorge noch nie jemanden gefragt. Es war mein Geheimnis.

    Ich seufzte und ließ mir ein Bad ein während ich eine Pinzette in die Hand nahm. Na dann mal los... Ich begann vorsichtig die Nähte zu ziehen und unterdrückte laute Schmerzgeräusche.


    Später.


    Ich saß mit einem Glas Wasser im Restaurant. Meine Brust schmerzte, doch zumindest fühlte ich mich nicht mehr dreckig. Mittlerweile hatte auch das Aspirin seine Wirkung gezeigt und die Kopfschmerzen ließen zusammen mit der Übelkeit nach.

    „Hey Ren wie geht es dir denn heute?“, fragte Rita und setzte sich neben mich.

    „Ich habe das Schlimmste hinter mir... Mein Mageninhalt ist schon raus, ich hatte ein Bad genommen, da ich total verschwitzt war und die Übelkeit verabschiedet sich nun auch zusammen mit den Kopfschmerzen...“

    „Ja also ich glaube auch, dass mein Vater...“

    „Über den will ich nichts hören.“, unterbrach ich sie, „Immerhin war er derjenige der darauf bestand mich total besoffen zu machen und nun werde ich das Gefühl nicht los, dass ich mich vor der gesamten Stadt blamiert habe.“

    „Ach so sehr hast du dich nicht blamiert. An was kannst du dich denn erinnern?“

    „Nur, dass ich vor einer Menschenmenge stand doch das reicht mir schon.“, ich trank etwas von meinem Wasser. Dann kam die Wirtin zusammen mit meinem Frühstück.


    „Hier bitte und jetzt kannst du dein Frühstück garantiert ohne Unterbrechungen essen!“, sagte sie gut gelaunt.

    „Danke...“, sagte ich und fing hungrig an zu essen.

    „Du siehst ja wirklich total fertig aus... Ich muss da mal später mit meinem Mann schimpfen! Auch wenn deine Gesellschaft wirklich sehr unterhaltsam war gestern.“, sagte sie und ich verschluckte mich. Der darauf folgende Hustenanfall löste eine sehr starke Schmerzwelle aus.

    „Hier trink etwas!“, sagte Rita und reichte mir mein Glas. Ich nahm es entgegen und trank es aus. Der Husten wurde besser aber die Schmerzen blieben weswegen ich noch zusammengekauert mit dem Kopf auf den Tisch lag.

    „Trink lieber deine Schmerztabletten mein Kleiner.“

    Ich wollte nicken, doch die Schmerzen waren in jeder Faser meines Körpers. Ich setzte mich sehr langsam auf und tastete vorsichtig meine Brust ab, ob ich blutete. Zwar hatte ich sicherheitshalber einen leichten Verband angelegt, doch die Wunden konnten jederzeit aufplatzen und darauf hatte ich keine Lust. Rita gab mir ein Glas und die Tabletten in die Hand und ich schluckte sie.

    „Danke... Die Wunden sind eigentlich nie ein Problem... Nur die Schmerzen bringen einen um.“

    „Chèrielle hat dir letzten Abend noch einen Heiltrank da gelassen. Ich bringe ihn dir nachdem du mit dem Essen fertig bist. Sie sagte, dass du den Trank nicht auf leeren Magen trinken sollst.“, sagte die Wirtin mit einem besorgten Gesichtsausdruck.


    „Okay... Ich glaube in spätestens zwei Tagen müsste das bei mir aufhören... Um ehrlich zu sein, kann ich das kaum noch erwarten.“, ich machte mich wieder an das Essen. Dann fiel mir der Grund ein wieso ich den Hustenanfall bekam.


    „Hatte ich mich gestern sehr daneben benommen? Ich werde ohnehin spätestens heute Abend die Stadt verlassen von daher ist es mir egal. Nach dem Frühstück, gehe ich zum Schmied und warte auf meine Kampfausrüstung und danach gehe ich mir mein Kopfgeld holen.“

    „Du kannst heute Abend nicht die Stadt verlassen, da heute ein Fest zu deinem Ehren ist.“ ich drehte mich zu der Person um. Es war das Mädchen, dem ich meinen Hut anvertraute.

    „Oh Hallo. Dich kenne ich ja noch von vorgestern. Allerdings muss ich dich enttäuschen. Ich habe nicht vor auf irgendein Fest zu gehen vor allem nicht nachdem ich mich gestern sicher blamierte.“, antwortete ich.

    „Keine Sorge niemand der Bewohner denkt jetzt schlecht von dir. Sie finden dich sogar alle jetzt ziemlich sympathisch, da du keinen verklemmten Eindruck gemacht hast.“, sagte das Mädchen.

    „Ja und heute wird dich auch niemand zwingen was zu trinken. Entspann dich und genieße die Festlichkeiten.“, sagte Rita.

    „Als ich mich gestern entspannte, machte ich mich lächerlich.“

    „Ja also die Sache mit dem füttern lassen und dem Torte hinterherweinen und die Tatsache, dass du fast torkelnd von der Bühne gefallen bist hören sich schon beim ersten Mal so an als hättest du dich abgrundtief blamiert aber das ist nicht der Fall!“, sagte sie weiter, „Oh und ich glaube du erinnerst dich nicht an meinen Namen. Ich heiße Erika.“

    Ich sah sie schweigend an und versuchte die Auflistung der Sachen zu verarbeiten, die sie nannte.

    „... Ich werde jetzt mein Frühstück essen, mich verkleiden und dann ohne weitere Umschweife meine Rüstung und mein Schwert abholen gehen. Ich verzichte sogar auf das Kopfgeld. Ich will mich jetzt nur noch so schnell wie möglich aus der Stadt schleichen!“, sagte ich entschlossen und beeilte mich mit dem Essen.

    „Oh Ren... Das mit dem Füttern war mein Fehler du warst einfach zum Knuddeln gestern und da konnte ich nicht widerstehen!“, sagte die Wirtin.

    „Ja und unsere Torten sind wirklich der absolute Wahnsinn! Wir haben schon unzählige Preise dafür gewonnen. Da ist es doch nur verständlich, dass man dich dann auf die Beine zerren musste, weil du auf gar keinen Fall darauf verzichten wolltest sie zu essen.“, erklärte Rita.

    „Ja und du hattest es geschafft irgendwie halbwegs normal zu reden. Es hatten sogar einige mit dir deine Parolen gerufen und als du dich auf der Bühne übergeben hast, hatte das ohnehin niemand gesehen, da es hinter dem Rednerpult war und du warst auch vom Mikrofon entfernt.“

    „Ja die meisten nahmen an, dass du wegen dem Hustenanfall auf dem Boden gesackt bist. Okay das bist du auch aber du hattest den Hustenanfall erst nach dem Brechreiz.“, ergänzte Rita.


    Ich hörte auf zu essen.

    „Das Essen ist wirklich wieder grandios geworden, doch mir ist gerade der Appetit vergangen... Nach diesen peinlichen Auftritten kann und werde ich nicht länger in dieser Stadt bleiben!“ Vielleicht sollte ich mir lieber sofort mein Schwert durch die Kehle jagen. Wenn ich es nur gerade bei mir hätte...


    „Okay dann musst du aber auch ohne deine Rüstung gehen, da auch der Schmied auf dem Fest ist.“, sagte Erika und verschränkte die Arme.

    „Er versicherte mir die Rüstung heute fertig zu haben.“, entgegnete ich.

    „Ja aber du kannst sie leider nicht abholen, da die Schmiede geschlossen hat.“, fuhr Erika fort.

    „Dann finde ich eben den Schmied auf dem blöden Fest und verschwinde dann aus der Stadt!“, antwortete ich genervt.

    „Das heißt du gehst doch auf das Fest! Super ich freue mich drauf! Ich hole dir kurz etwas festliches zum Anziehen!“, sagte Erika und verschwand bevor ich widersprechen konnte.

    „Ich werde ohnehin meine eigenen Sachen anziehen...“, sagte ich und aß dann doch mein Frühstück fertig.

    „Könnten Sie mir bitte Torte bringen? Ich habe Lust auf etwas Süßes...“

    „Natürlich ich bin gleich wieder da Söhnchen.“, sie drückte mich einmal fest an sich und ging in die Küche. Ich sah ihr mit einem etwas verwirrten Blick hinterher.

    „Sagte sie gerade wirklich Söhnchen? Und wieso umarmte sie mich so?“, fragte ich Rita.

    „Gestern hatte sie dich die ganze Zeit geknuddelt und irgendwann hat sie angefangen dich Söhnchen zu nennen und du sie Mutter.“, antwortete sie.

    „Ganz toll....“, ich seufzte, „Fehlt nur noch, dass ich in meinem betrunkenen Zustand mit jemand geschlafen habe, dann habe ich wirklich alle möglichen Fehltritte geleistet.“

    „Oh also...“, sagte Rita und ich sah sie sofort an.

    „Also?“

  • „Also da kann ich dich beruhigen da war nichts. Nachdem man dich gestern ins Bett getragen hatte, habe ich extra nochmal abgeschlossen, damit du ungestört schlafen kannst.“, sie lächelte mich an und ich lächelte erleichtert zurück.

    „Danke du hast mir da wohl den Hals gerettet.“

    „Man trifft eben nicht jeden Tag so einen großen Helden wie dich und da will man eben die Gelegenheit nutzen den Menschen hinter den Lobpreisungen und Gerüchten kennen zu lernen.“

    Ich lehnte mich wieder zurück.

    „Wie ich schon sagte... Ich bin kein Held ich bin letztendlich genauso wie Kalan ein Mörder. Zwischen uns besteht nur der Unterschied, dass ich Menschen ermorde, die wehrlose Menschen töten und dafür Geld bekomme.“

    Dann kam schon Frau Meckkless mit einem Tablett voller Torten- und Kuchenstücke und einer Flasche mit einer lila Flüssigkeit. Rita räumte schnell den Tisch leer, damit ihre Mutter das Tablett abstellen konnte.

    „So ich hatte dir gestern noch alle Torten- und Kuchen auf der Speisekarte versprochen. Aber trink zuerst einmal deine Medizin von Chèrielle aus.“, sagte sie und reichte mir die Flasche. Ich begutachtete den Inhalt. Es sah mir nicht gerade vertrauenswürdig aus.

    „Sind Sie sich sicher, dass das die Medizin ist?“, fragte ich.

    „Ja wir hatten uns auch über die ungewöhnliche Farbe gewundert, doch Chèrielle versichert uns, dass es von den Trauben kommt, die sie hinein gemischt hat, um den Geschmack zu versüßen.“, sagte Frau Meckkless.

    „Na dann..“, ich öffnete die Flasche und ein komischer Geruch kam mir entgegen. Ich konnte den Geruch nicht definieren, doch er bewirkte, dass mein Blut davon in Wallung geriet. Mein Herz klopfte schneller und mein Inneres schrie danach, dass ich den Inhalt sofort trinken soll. Ich sah verwirrt die Flasche an. Was war da drin, dass mein Blut so darauf reagierte? Es gab nur einen Weg es herauszufinden. Ich nahm die Flasche und trank. Mein Inneres schien zu explodieren. Ich fühlte auf einmal neue Kraft und trank die Flasche schnell in einem Zug aus. Dann legte ich sie auf den Tisch und schnappte nach Luft. Mein Körper... Ich spürte wie er pulsierte. Ich spürte wie meine Brust sehr warm wurde.

    „Ist alles in Ordnung??“, fragte Rita und sah mich besorgt an.

    „J-Ja... Es... Ist nur irgendwie komisch.... Aber mir geht es gut. Ich fühle mich so als könnte ich nun gegen fünf Kalans auf einmal antreten und locker gewinnen!“, sagte ich und ich spürte, dass es auch stimmte. Was auch immer in diesem Trank war. Es wirkte perfekt. Ich nahm mir vor auf jeden Fall Chèrielle zu dem Trank zu befragen.

    „Na dann hier ist die Sahnetorte, die du gestern so sehr gemocht hast!“, sagte Frau Meckkless und stellte den Teller vor mich ab.

    „Danke.“, sagte ich und genoss das große Torten und Kuchen Angebot.

    Später in meinem Zimmer nahm ich die Verbände wieder ab. Wie ich es mir gedacht habe, waren alle Wunden verheilt und es blieben nur noch Narben übrig.

    „Okay.. Ich werde mir garantiert mehr von dem Zeug holen, falls ich nochmal verletzt werde.“

    Ich sah auf die Festsachen, die mir Erika vorbeigebracht hat. Widerwillig zog ich sie an und begab mich zusammen mit Erika und Rita zum Fest.

    Die Stadt war nicht wieder zu erkennen. Überall hingen Banner und Laternen. Es wurden Spiele veranstaltet und es gab auch sehr viele Imbissbuden.

    „Das alles habt ihr nur für mich veranstaltet?“, fragte ich die beiden Mädchen.

    „Genauer gesagt mein Vater, ich und die restliche Stadtverwaltung.“, sagte Erika.

    „Ja da hast du zur Abwechslung mal bei was produktivem mitgemacht.“, lachte Rita und Erika warf ihr einen bösen Blick zu.

    „Hey Mädchen lasst uns einfach diesen Abend so schnell wie möglich hinter uns bringen, damit ich meine Sachen holen kann.“, sagte ich.

    „Also um ehrlich zu sein werden deine Rüstungsteile und dein Schwert gerade in dein Zimmer geliefert.“, sagte Rita und grinste mich an.

    „Da du dich aber jetzt schon für das Fest umgezogen hast und wir schon mitten drin sind, würdest du ja jetzt nicht wieder zurück zur Gaststätte gehen. Nicht wahr?“, sagte Erika.

    „Ihr beiden seid wirklich ein gutes Team... Na gut, dann spiele ich eben ausnahmsweise mit. Doch sobald ich spüre, dass man über meine peinlichen Auftritte von gestern redet, bin ich weg.“, sagte ich. Die beiden Mädchen nickten glücklich und führten mich dann durch das gesamte Fest. Ich gab zu, dass ich auch etwas Spaß hatte. Ich gewann bei Schießbudenspielen Kuscheltiere für die Mädchen und ich gab auch kleine Interviews mit den Stadtbewohnern. Dann trafen wir auf Chèrielle. Sie sah wirklich viel zu attraktiv aus in den Festsachen.

    „Oh hallo Ren. So wie es aussieht führen dich Erika und Rita herum.“, sagte sie und lächelte uns an.

    „Ja Ren ist nicht nur begnadet im Umgang mit dem Schwert, sondern auch mit der Flinte. Sehen Sie nur was er für uns erspielt hat!“, sagte Rita und zeigte das große Stofftier.

    „Frau Chèrielle ich möchte mich bei Ihnen für den Trank bedanken. Dürfte ich in Erfahrung bringen was darin enthalten war?“

    Sie sah mich an und schien über ihre Antwort nachzudenken.

    „Sagen wir.. Da war eine geheime Zutat drin, die speziell auf dich abgeschnitten war Ren.“

    „Was meinen Sie denn damit?“, fragte Erika interessiert.

    „Ach nichts besonderes. Hatte er denn nicht gestern...“, sie brach ab da Erika und Rita den Kopf schüttelten, „Erika, Rita wärt ihr so freundlich und würdet Ren und mir etwas zum Trinken holen? Ich bin ziemlich durstig und du Ren?“

    „Ja etwas zu trinken wäre nicht schlecht. Allerdings will ich mich nicht wieder betrinken und sage dem Alkohol heute dankend ab. Eine Cola oder ein anderes Getränk wäre mir lieber.“, sagte ich.

    „Okay ich glaube ich weiß genau das richtige für dich!“, sagte Rita und ging vor.

    „Ich passe mal auf, dass sie dir nichts ins Getränk mischt.“, sagte Erika und folgte ihr.

    „So.. Erzählen Sie mir jetzt bitte die spezielle Zutat?“, fragte ich noch einmal nach.

    Sie sah mich verwundert an.

    „Ich dachte mein Hinweis wäre genug gewesen...“, sagte sie und sah mich nachdenklich an.

    „Bedauerlicherweise nicht.“

    Sie legte einen Arm um mich und zog mich zu ihr herüber. Ich wollte mich von ihr direkt wieder entfernen als sie anfing in mein Ohr zu flüstern.

    „Ich war misstrauisch darüber wie schnell deine Wunden heilten. Aus diesem Grunde entnahm ich dir etwas Blut und fand heraus…“

    Ich lauschte gespannt aber dann spürte ich ihre Hand auf meinem Hintern. „dass du einfach ein richtig tolles Heilfleisch hast.“ Ich stieß sie wütend von mir.

    „Was soll das?!“ Ich spürte wie mein Gesicht heiß anlief während sie mich auslachte.

    „Tut mir leid ich konnte einfach nicht anders. Man bekommt ja nicht immer die Gelegenheit so einen tollen Hintern wie deinen anzufassen.“

    „Was ist nur falsch mit ihnen!? Man.. So etwas macht man nicht!" Wieso sind andere Menschen nur so unglaublich merkwürdig und wieso zur Hölle müssen mich Frauen so mögen?!



    Dann stießen Rita und Erika wieder zu uns und wir verbrachten den Rest des Abends zu viert. Wir trafen noch auf den Bürgermeister, der mir das Kopfgeld persönlich in mein Zimmer ablieferte. Irgendwie fühlte ich mich verarscht, doch ich beschloss den Abend geduldig hinter mich zu bringen bis endlich das Ende der Veranstaltung bevor stand. Das Feuerwerk. Ich saß zwischen Rita und Erika im Gras die beide meine Hand nahmen. Ich frage mich wieviele das jetzt wohl ausnutzen würden und mit den beiden ins Bett zu gehen unabhängig davon, ob man tiefere Gefühlte hegte oder nicht... Sicher genug.

    Ich seufzte und versuchte nicht mal ihnen zu erklären, dass ich nicht an Beziehungen interessiert bin und ließ es diesen einen Abend zu. Schließlich würden sie mich sowieso nicht mehr wiedersehen. Das Feuerwerk fing an und die beiden Mädchen kuschelten sich an mich. Okay ich glaube das wird jetzt langsam übertrieben...

    „Ich störe euch ja nur ungerne... Aber würdet ihr bitte aufhören euch so dicht an mich zu drücken..?“, fragte ich die beiden. Sie sahen beide erstaunt auf und sahen, dass das die andere sich ebenfalls an mich schmiegte.

    „Hm.. Wie lösen wir das dann wohl..?“, sagte Erika nachdenklich.

    „Denkst du an das was ich denke..?“, fragte Rita.

    Sie würden doch sicher nicht...

    Dann drückten mich beide ins Gras und beugten sich über mich.

    Oh doch sie würden!

    „Ich muss euch in dieser Hinsicht bedauerlicherweise enttäuschen.. Ich habe nicht vor...“, Erika hielt mir den Mund zu.

    „Was du vor hast ist nicht so wichtig gerade...“, flüsterte sie verführerisch.

    „W-Wartet!“, ich spürte wie mein Gesicht schon wieder heiß anlief. Als die Mädchen sich kurz zunickten und mich wieder losließen, musste ich erleichtert aufatmen.

    „Es ist witzig den großen Ren in Verlegenheit bringen zu können.“, kicherte Rita.

    „Verlegenheit? Ich bin noch weit entfernt davon. Ich möchte mich nur nicht auf.. Naja auf solche Aktivitäten einlassen. Ich bin nicht an einer Beziehung interessiert, weil dann wieder so eine >Der Böse entführt...“, fing ich an doch Rita schob mir ein Fleischstück in den Mund.

    „Selbstverständlich bist du nicht verlegen…“

    „Von Beziehungen hat niemand geredet.“, sagte Erika grinsend.

    Ich kaute nachdenklich und schluckte dann.

    „Ich muss bedauerlicherweise ablehnen. Ihr beiden seid zwar zwei bildschöne Mädchen, allerdings bin ich leider wirklich nicht interessiert.“, sagte ich.

    „Außer du bist betrunken.“, sagte Rita.

  • Erika und ich sahen sie an und sie wurde nervös.

    „Ehm.. Also nicht, dass ich das ausgenutzt hätte.. Aber man konnte mit dir fast alles anstellen was man will.“, sagte sie.

    „Erika weißt du zufällig etwas davon, ob sie meinen betrunkenen Zustand irgendwie ausgenutzt hat?“, wandte ich mich an Erika.

    „Also soweit ich gehört habe lagst du nur auf ihrem Schoß als ihr die Bar verlassen habt. In der Bar hattest du ja mit den anderen Gästen gefeiert.“, sagte Erika, „Doch wer weiß, was in der Nacht war...“

    „Hey ich habe gerade aus diesem Grund die Tür abgeschlossen! Damit nicht irgendwelcheMädchen in sein Zimmer gehen und unanständige Dinge mit ihm anstellen!“, sagte sie empört.

    „Ja aber erst nachdem du mit ihm fertig warst?“

    „Untersteh dich mir so etwas zu unterstellen!“

    „Okay ich glaube ich habe es jetzt verstanden. Hört auf euch zu streiten und schaut euch dieses prächtige Feuerwerk an.“, sagte ich und versuchte einen Streit zu vermeiden. Die Mädchen funkelten sich noch ein letztes Mal an und wandten dann den Blick nach oben. Nach dem Feuerwerk verabschiedete sich dann Erika von mir. Wenig später kehrten Rita und ich dann zu der Gaststätte zurück und ich betrat mein Zimmer. Meine Rüstung und mein Schwert waren an die Wand gelehnt. Auch das Kopfgeld von Kalan war zusammen mit einem Brief auf dem Tisch. Ich nahm den Brief in die Hand und öffnete ihn.


    Werter Herr Ren,

    hiermit möchte ich mich noch einmal im Namen der gesamten Stadt bei Ihnen bedanken. Ich bin mir nicht sicher an wieviel Sie sich noch von der Dankesrede gestern erinnern können. Aus diesem Grunde verfasse ich diesen Brief, um Ihnen unseren Dank noch einmal nahe zu legen.

    Als Kalan unsere Stadt betrat, ermordete er jeden, der es gewagt hatte gegen ihn anzutreten. Viele Männer und auch junge Krieger in Ihrem Alter verloren zu der Zeit ihr leben. Doch Kalan war dies nicht genug. Er wollte absolute Kontrolle und Furcht. Er mordete weiter bis wir uns immer voller Furcht vor ihm versteckten. Sie haben unsere Stadt gerettet und dank Ihnen können wir nun wieder in eine positive Zukunft blicken. Wir alle möchten uns bei Ihnen inständig bedanken. Bitte zögern Sie nicht zu uns zurück zu kehren. Sie sind bei uns immer herzlich willkommen!

    Wir wissen, dass wir Sie nicht davon abhalten können weiter Ihren Weg zu gehen. Ihr Ruf eilt Ihnen immer voraus. Deswegen müssen wir bedauerlicherweise akzeptieren, dass Sie uns am Tag nach dem Fest ohne Abschied verlassen werden. Bitte beehren Sie uns zu einem späteren Zeitpunkt mit einem weiteren Besuch, falls Sie Zeit haben. Wir werden immer mit offenen Türen für Sie bereit stehen und sind Ihnen auf ewig zu Dank verpflichtet.

    In unendlicher Dankbarkeit und tiefen Bedauerns des Abschieds,

    Thomas Wagner, Bürgermeister von Wernville



    Ich seufzte und legte den Brief zurück auf den Tisch. Dann zog ich mich um und legte mich schlafen, da ich zum Morgengrauen die Stadt verlassen werde.

    Am nächsten Morgen packte ich alle meine Sachen zusammen. Ich zog meine Rüstung an und legte auch mein Schwert an. Ich warf noch einen letzten Blick über das Zimmer. Alles war aufgeräumt, die Festkleidung lag zusammen gefaltet auf dem Bett und die Informationen über Kalan, die er am Abend vor seiner Begegnung mit ihm von der Polizei bekam lagen zerrissen im Papierkorb. Außerdem hatte ich noch einen Betrag als Bezahlung für die Unterkunft und das Essen dagelassen, weil man sicher darauf bestehen würde, dass ich nicht dafür bezahlen sollte. Es gab also nichts mehr was mich davon abhielt weiter zu ziehen. Ich verließ den Raum und lief in das Restaurant wo schon an einem Tisch ein Frühstück serviert wurde. Frau Meckkless stand daneben.

    „Komm setz dich mein Junge ich habe dir schon ein leckeres Frühstück gezaubert! Ich habe dir auch genug Proviant für eine Woche eingepackt, doch wenn du willst kann ich dir auch noch mehr einpacken!“, sagte sie gut gelaunt.

    „Vielen Dank ich weiß das sehr zu schätzen.“, sagte ich und setzte mich an den Tisch. Ich aß in Ruhe mein Frühstück und wollte gerade aufstehen als ich bemerkte, dass Frau Meckkless mich gebannt ansah.

    „Willst du vielleicht noch mehr Waffeln? Oder Eier? Willst du noch Kuchen oder Torte? Ich habe dir auch welches eingepackt! Musst du wirklich schon heute gehen..? Bleib doch noch bitte ein paar Tage..“, sie sah mich traurig an.

    „Bitte verzeihen Sie.. Ich weiß wirklich Ihre Gastfreundschaftzu schätzen, doch ein Kopfgeldjäger muss immer weiter ziehen.. Ich bin mir aber sicher, dass ich eines Tages wieder zurück kehren werde. Allein schon wegen Ihrem tollen Essen!“, sagte ich und versuchte aufmunternd zu klingen.

    „Okay... Weißt du schon ungefähr wann du wieder zurück kommst?“, fragte sie.

    „Nein bedauerlicherweise nicht...“, sagte ich und stand auf, „Bitte zählt nicht bis zu meiner Rückkehr die Tage. Baut eure Stadt wieder auf. Jetzt da Kalan weg ist könnt ihr wieder in Frieden leben und müsst euch vor nichts mehr fürchten.“, ich übergab ihr den Schlüssel. Dann nahm ich die Tasche mit dem Essen entgegen und war überrascht wie schwer sie war.

    „Sicher, dass Sie nicht für ein Jahr vorgesorgt haben?“, fragte ich.

    „Du musst reichlich essen!“, sagte sie und ich lachte.

    „Vielen Dank. Ich bin mir sicher, dass ich sicher alles von dem Essen gebrauchen kann. Mein nächtes Ziel ist noch unbekannt, da ich mich eben umhören muss.“

    Wir machten uns während wir weiter redeten auf den Weg zur Empfangshalle. Herr Meckkless wartete dort schon auf uns.

    „Na mein Junge verlässt du uns?“, fragte er und klopfte mir auf die Schulter.

    „Bedauerlicherweise ja.“

    „Ich kann dir den Weg in den nächsten Ort beschreiben, in dem du übernachten kannst.“, bot er an.

    „Also Ihre Frau hat mir schon genug Essen für eine Woche eingepackt.“

    Herr Meckkless nickte.

    „Na dann bist du ja bestens versorgt! Hast du vor unter dem Sternenhimmel zu schlafen?“

    „Allerdings. Als Reisender gehört das eben dazu.“

    „Oh wir werden dich ja so vermissen Söhnchen!“, sagte Frau Meckkless.

    „Falls du Interesse an unserer Rita hast, dann scheue dich nicht um ihre Hand anzuhalten! Wir sehen dich schon jetzt als unseren eigenen Sohn! Harharhar!“, lachte Herr Meckkless.

    „Ich muss das Angebot leider dankend ablehnen... Lassen Sie sie selbst entscheiden wen sie heiraten will. Ich mache mich dann mal...“

    „WARTE!!!“, schrie Rita und ich drehte mich um. Sie rannte in einem kurzen Samtkleid auf uns zu. So wie ihre Brüste auf und ab hüpften, trug sie wohl keinen BH... Warte wo schaue ich hin?! Ich sah ihr ins Gesicht.

    „Ich.. Ich wollte mich auch noch von dir verabschieden.. Mutter wieso hast du mich nicht geweckt?!“, fragte sie wütend.

    „Oh tut mir leid meine Kleine ich hatte das total vergessen.“

    „Egal du hast mich ja immerhin noch erwischt.“, sagte ich und sah sie an, „Was willst du mir noch mitteilen?“

    „Ich.. Ich werde dich vermissen. Bitte komm uns wieder besuchen!“

    „Ich komme euch unter einer Bedingung besuchen: Ihr dürft nicht jeden Tag mit einem Besuch von mir rechnen und euer Leben ganz normal weiter leben. Wenn du dich in jemanden verliebst, dann ergreif die Chance und warte nicht auf die Rückkehr vom ach so strahlenden Helden, der dich dann auf einem weißen Pferd ausführt. Versprochen?“, fragte ich sie.

    Rita wollte irgendwie protestieren doch gab dann nach.

    „Okay versprochen.“

    „Heißt das also, dass du vor hast um ihre Hand anzuhalten, wenn sie keinen findet??“, fragte Frau Meckkless.

    „Nein sie soll keine hohen Erwartungen haben.“, sagte ich und machte mich dann auf dem Weg zum Ausgang. Sie folgten mir bis zum Stadtausgang.

    „Lebt wohl und passt auf eure Stadt auf.“, sagte ich ihnen.

    „Pass auf dich auf wir freuen uns dich wiederzusehen!“, rief Frau Meckless.

    „Falls du keine Frau für dich findest, wird meine Tochter sicher noch frei sein!“, rief mir Herr Meckkless hinterher.

    „Dad!“, rief Rita empört. Ich lachte und wandte mich ab.

    „Keine Sorge ich werde schon klar kommen. Niemand muss auf mich warten.“, rief ich noch und entfernte mich immer weiter.



    Ich verließ die Stadt mit dem Entschluss das Geschehene dort nie wieder zu erwähnen und als Vergangenheit hinter mich zu lassen. Keine peinlichen Auftritte mehr. Keine peinlichen Gespräche. In einer neuen Stadt kann ich auch eine neue Person sein. Naja zumindest würde ich mich versuchen besser zu benehmen. Oder ich würde mehr ich selbst sein; was auch immer ich als "ich selbst" bezeichnen würde. Bin ich nicht eigentlich ein deprimierter Alkoholiker, der wie ein alter Mann in Bars über sein Leben philosophiert?

    "Hahaha...." Ich glaub man kann mich wirklich als armseligen und perversen Kopfgeldjäger sehen, der krampfhaft versucht nicht zu zeigen wie man wirklich tickt.

  • Ich reiste durch mehrere Dörfer und hatte wieder eine meiner depressiven „Diese ganze Reise ist doch für die Katz… Ich werde diesen Typen niemals finden..“ Phasen als ich plötzlich beim Markt jemanden lautstark rufen hörte.

    „Unsere Welt geht zu Ende!! Außerirdische Monster sind auf unserer friedlichen Erde gelandet!! Nicht nur das!! Sie haben es sogar geschafft MENSCHEN unter ihren Bann zu setzen! Diese… Diese armen Opfer leben nun auch noch unter ihnen!! Wir müssen zu unseren Waffen greifen und diese Monster töten bevor sie uns alle VERSKLAVEN!!!“
    „Außerirdische Monster…? Ist er betrunken?“, murmelte ich leider nicht leise genug.
    „NEIN!! DAS IST DIE REINE WAHRHEIT!!! SEHT HER!!“, brüllte er und warf den Inhalt seines Beutels auf den Platz. Die Menge hielt erstaunt die Luft an. Ich drehte mich nun auch um und sah stutzig auf das Metallobjekt auf den Boden. Er wird sicher gleich erklären was das sein soll.
    „SEHT HER!! ES IST EIN TOTES METALLISCHES MONSTER!!“, brüllte er und hob das kleine Ding hoch. Es sah aus wie eine Art Drachenpuppe. Nur war sie aus Metall und sah sehr komplex aus. „Ich habe es geschafft eines zu erlegen! Aber leider gibt es noch viel mehr von diesen Monstern! Wir müssen uns alle zusammentun und sie töten bevor sie uns töten!“
    „Wo sollen sie denn leben?“, fragte ich.
    „Sie wohnen im Osten! Ihre Stadt ist genauso aus Metall wie sie es sind. Sie halten dort andere Menschen, UNSERE RASSE, als SKLAVEN gefangen!!“
    „Wie lange dauert es dorthin?“
    „Mit dem Pferd zwei Wochen.“
    Ich nickte. „Dann werde ich mir mal ein Pferd kaufen.“
    Auf einmal waren alle Blicke auf mich gerichtet. Ohje..
    „Du willst dort doch nicht etwa alleine aufbrechen?“, fragte der Mann mit geweiteten Augen.
    „Selbstverständlich nicht. Ich kauf mir nur ein Pferd, weil ich gerade genug Geld dafür habe. … und weil ich gerade nicht weiß wohin ich gehen soll. Bis dann.“
    Ich stahl mich davon und ließ eine schockierte Meute von dümmlichen Angsthasen zurück. Wenn ich schon keine Hinweise finde, dann sollte ich mir zumindest diese „Außerirdischen“ ansehen.

    Der verrückte Mann hatte sich die Stadt doch nicht eingebildet. Ich konnte meinen Augen nicht glauben. Vor mir befindet sich tatsächlich eine riesige Stadt aus Metall. Doch das ist nicht alles. Es gibt mehrere schwebende Plattformen und fliegende Objekte, die die Stadt und die Plattformen miteinander verbinden.

    „Ist das vielleicht eine Art von Magie…? Ich habe in meinem Leben noch nie so etwas gesehen… Oder es sind wirklich Außerirdische. …. Naah. … Oder doch?“

    Ich näherte mich dieser surrealen Stadt. Ich konnte sehen, dass sich dort Menschen und tatsächlich lebendige Metallwesen aufhielten. Ich bereitete mich innerlich schon auf einen Kampf vor aber selbst nachdem ich die Stadt betrat, wurde niemand auf mich aufmerksam. Man ließ mich passieren und ging seinen eigenen Geschäften nach. Ich bemerkte eine Gruppe von Kindern, die mit anderen Metallwesen spielen. Diese Metallwesen gibt es in so vielen Farben, Formen und Gestalten, dass es mir schwer fällt sie zu erkennen. Einige sehen Tieren ähnlich, andere wiederum Menschen und weitere wie eine Zusammensetzung von geometrischen Figuren.

    „Unglaublich..“, murmelte ich.

    „Möchten Sie einen kostenlosen Stadtplan?“ Mir blieb vor Schreck fast das Herz stehen. Mich hat aus dem Nichts ein fliegendes Metallwesen angesprochen.

    „Uhm.. Gerne.“

    „Hier bitte sehr. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Aufenthalt in Esencia.“, sagte das Metallwesen als es mir eine Karte in die Hand drückte und davonflog. Anscheinend werde ich hier doch nicht versklavt. Oder es kommt noch.

    Ich studierte die Karte und fand heraus, dass es verschiedene Gebiete unter anderem auch eines für Tiere gab. Dort kann man nicht nur alle möglichen Tiere sehen, sondern auch seine eigenen zur Verpflegung dort lassen.

    „Wenn mich eines dieser dreckigen Pferde akzeptiert hätte, hätte ich es dort abstellen und den Angestellten dort sagen können, dass sie es gerne grillen und verköstigen dürfen…“ Ich legte die Karte weg und lief gemütlich die Hauptstraße entlang. Ich sah unzählige Läden mit ganz normalen Gegenständen für Menschen wie Kleidung und Essen aber auch Läden mit undefinierbaren metallischen Gegenständen. Als ich ein vertrautes Alchemie Ladensymbol sah, beschloss ich mich dort über diese Stadt zu erkundigen.

    „Guten Tag! Verkaufen Sie Heiltränke für Menschen?“, fragte ich die große fliegende runde Uhr mit Armen und anderem Firlefanz um seinen runden Körper.

    „Guten Tag! Selbstverständlich. Welche Fehlermeldungen besitzen Sie?“

    „Fehlermeldungen…?“

    „Wo stimmt etwas nicht?“

    „Oh also ich wollte eigentlich allgemein für Verletzungen fragen.. Doch zuerst hätte ich andere Fragen! Sie bekommen dies sicher oft zu hören aber…“, fing ich an.

    „Wir sind Nasod. Wir wurden einst von dem Menschen Adrien Nasod gebaut. Es gab mehrere Kriege und Konflikte, bei denen die Menschen unsere Technologie für sich nutzen wollten. Königin Eve möchte, dass Nasod und Menschen friedlich zusammenleben. Aus diesem Grund hat sie nicht nur Esencia, sondern viele andere Städte erbaut, in denen Menschen und Nasod zusammenleben und sich gegenseitig unterstützen. War das alles?“, fragte die Uhr. Ich sah sie für einen Moment noch verwundert an bevor ich fortfuhr.

    „Ihr wurdet von einem Menschen gebaut? Also seid ihr nicht von einem anderen Planeten?“

    „Ja, wurden wir. Nein, sind wir nicht.“

    „Versklavt ihr Menschen?“

    „Nein.“

    „Dann solltet ihr aufpassen… Jemand verbreitet diese Lügen über euch und ruft dazu auf euch zu vernichten bevor ihr uns Menschen vernichtet. Er hatte auch einen toten Kameraden von euch dabei.“

    „Königin Eve ist sich über dieses Problem bewusst. Der defekte Nasod müsste mittlerweile ebenfalls hier sein.“, ich öffnete den Mund, um etwas zu fragen aber er unterband dies, „Wir reisen schneller als ihr Menschen.“

    „Okay.. Danke. Haben Sie auch einen Namen?“

    „Horologium.“

    „Horo.. logium?“

    „Horologium.“

    „Freut mich! Ich heiße Ren.“, plötzlich ertönten mehrere Hörner, „Was ist das?“

    „Das Signal, dass die Stadt angegriffen wird…“, Horologium klang irgendwie verunsichert aber wahrscheinlich bilde ich mir das nur ein. Es ist ja nicht so, dass Maschinen Gefühle besitzen können. …. Oder?

  • „Sagtest du nicht gerade, dass sich die Königin um die aufgebrachten Menschen kümmern wollte?“

    „Es handelt sich sicher nicht um Menschen. Ich muss dich darum bitten zu deiner eigenen Sicherheit ins Stadtinnere zu fliehen. Ich werde dich dorthin führen.“, die Uhr flog über den Tresen. Er zieht an einem Seil und eine Metallwand wurde langsam hinuntergelassen, um seinen Laden zu verdecken. Ohne nachzudenken warf ich meinen Rucksack in den Laden.

    „Ich hole es später wieder ab. Ich werde mir die Lage ansehen und falls nötig helfen. Bis später Horologium!“, ich sprintete davon.

    „Warte! Du bist doch ein Mensch und deswegen kann man dich viel leichter zerstören!“, rief Horologium mir nach.

    Es war schwierig sich gegen den Strom der flüchtenden Menschen und Nasod zu bewegen. Vielleicht könnte ich… Ich schnappte mir einen vorbeifliegenden Nasod, der merkwürdige, aber eindeutig wütende, Geräusche von sich gibt.

    „Kannst du mich bitte auf das Dach werfen oder tragen?“

    Es umschlang mich wortlos und beförderte mich tatsächlich auf das hohe Dach.

    „Danke!“, rief ich ihm hinterher als er sofort weiterflog. Auf dem Dach hatte ich eine bessere Übersicht und erkannte, dass der Stadtrand in Flammen steht. Ich rannte darauf zu.

    „Dann heize ich dort mal mehr ein. Es wird sicher lustig werden wieder gegen andere Menschen zu kämpfen!“

    Doch als ich in Sichtweite der Gegner kam, breitete sich in mir eine unangenehme Übelkeit aus. Es waren schwarze Monster in allen möglichen Varianten, die ich auch noch nie zuvor gesehen habe. Ich sah wie einige Nasod versuchten die wehrlosen Menschen zu beschützen aber sie wurden ohne große Mühen zerstört.

    „Noch mehr neue Lebewesen? Träume ich das alles gerade? Naja.. Erklärungen können warten. Runenmagie: Brennende Feuerrunen!“, rief ich und schleuderte einige Runen auf die schwarzen Monster, „Legt euch mit jemanden an, der sich auch verteidigen kann! Hässliche Mistviecher!“, ich feuerte noch eine Salve ab. Es funktionierte. Die Monster brüllten wütend und wandten sich mir zu. Die übrig gebliebenen Nasod halfen den verletzten Menschen und flohen in Richtung Stadtmitte. Ich muss die anderen Monster auch provozieren und aus der Stadt locken! Ich feuerte weitere Runensalven auf die Monster bei der anderen Seite ab. Nun hatte ich die Aufmerksamkeit von zwei Monsterhorden links und rechts von mir mit mir in der Mitte auf dem Silbertablett. Ich spürte wie sie ihre Angriffe vorbereiteten aber zwang mich dazu stehen zu bleiben. Ich muss versuchen genau dann auszuweichen, wenn sie die Angriffe abfeuern. Hoffentlich bin ich schnell genug… Ich bemerkte wie eines der Monster ein gleißend helles Licht in seinem Mund sammelt. Feuer? Die Monster feuerten ihre Angriffe ab. Ich sprang nach vorne aber wurde fast von diesem schnellen hellen Strahl getroffen. Wenn es den Angriff früher aufgeladen hätte, wäre ich jetzt tot. Was war das?? Ich rannte und überlegte fieberhaft, wie ich auf die anderen Hausdächer komme, um alle Monster anzulocken. Die Häuser waren alle gleich groß und teilten sich die selbe gerade Linie als Dach. Ich konnte es bisher zum Glück problemlos schaffen über die Lücken zwischen einigen Häusern zu springen. Dann flog wie gerufen ein weiterer fliegender Nasod vorbei.

    „Hey! Hilf mir die Monster aus der Stadt zu locken!“, doch der Nasod reagierte nicht und flog weiter. „Blödes…“, doch dann sah ich wie es unglaublich schnell mehrere Pistolenschüsse abfeuerte. „Wieso sind hier einige von diesen Nasod so… KOMISCH! WAAAH!!“, da ich nicht aufpasste stürzte ich bei der nächsten Lücke vom Hausdach. Der Boden raste auf mich zu. Bei dieser Höhe werde ich mir garantiert die Knochen brechen! Feuriges Schwert, Sturmklinge, Sternenschlag, Windklinge… Nichts kann mir hier weiterhelfen!

  • Ich bräuchte Flügel! Flügel… Flügel!

    „Phönixklaue!“ Durch den Aufwind und die Flammenaura könnte ich den Fall abmildern! … hoffe ich. Ich umhüllte meinen Körper mit Flammen und ließ einen Phönix aus Feuer aufsteigen. Jetzt ein Manatrank, damit ich noch eine abfeuern kann! … Warte…

    …..

    Sie… sind im Rucksack. Verdammt!

    Dann bemerkte ich einen großen Behälter mit schwarzen Tüten. Abfall? .. Nein. Lieber sterbe ich! Nein! …. Ich hasse mein Leben.

    „Explodierende Feuerrune…“, murmelte ich unmotiviert und ließ eine Rune hinter mir erscheinen. Sie explodierte und ich wurde durch die Kraft der Explosion nach vorne gewirbelt. Ich landete sehr hart in diesem riesigen Behälter. Dort konnte ich mich für einige Minuten vor Schmerzen nicht bewegen. Dann kletterte ich langsam aus diesem Behälter und tastete meinen Körper ab. Ich hatte starke Schmerzen aber ich konnte mich noch bewegen.

    „Ich kann nicht glauben, dass das funktioniert hat… Hoffentlich hat das niemand gesehen.. Das ist niemals passiert.“, ich bewegte mich erst langsam und dann wieder schneller weiter aus der Stadt heraus. Die Monster konnten mittlerweile wieder aufholen. Als ich aus der Stadt draußen war sah ich wie der andere Nasod, der auf meine Bitte hin die anderen Monster attackierte, zerstört wurde.

    „Nein!! Brennende Feuerrunen!“, ich griff sie an, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen aber blieb nicht stehen. Erst jetzt stellte sich mir die Frage was ich tun soll, sobald alle Monster aus der Stadt gelockt worden sind.

    „Fick dich Vater, dass du mir diese mangelnde Intelligenz vererbt hast!!!“, brüllte ich in den Himmel, während ich im Zick-Zack wie durch ein Wunder den Angriffen der Monster auswich. Ich muss mir irgendetwas einfallen lassen bevor sie mich wirklich noch erwischen! Ich drehte mich um.

    „Sternenschlag! Schwertschock!“, ich beschwor eine Wand aus magischen Schwertern, um die Monster von mir fernzuhalten und feuerte eine horizontale Schwertwelle hinterher. Ich rannte weiter und versuchte abzuschätzen wie stark ich die Monster verletzt habe. Anscheinend leider nicht viel... Sie sind kurz nach dem Angriff wieder aufgestanden und haben zusammen mit den anderen Monstern wieder die Verfolgung aufgenommen. Plötzlich flog ein heller Lichtstrahl auf mich zu. Er war so schnell, dass ich nicht ausweichen konnte. Er traf mich an meinen Beinen und zerfetzte mühelos meine Rüstung. Ich stürzte während sich die starken Schmerzen der zugefügten Verbrennung durch meinen gesamten Körper zogen. Was.. Was ist das für ein Angriff? Er ist viel stärker als ein Feuerangriff aber er verbrennt. Zudem ist er unglaublich schnell! Mit diesen Beinen kann ich das wegrennen nun vergessen. Aber… Ich rammte mein Schwert in den Boden, „Groaaaargh!!“, und zwang mich aufzustehen, wenn ich schon sterbe.. dann wie ein Ritter im Kampf! Ich wandte mich entschlossen den Monstern zu. Meine Beine fühlten sich so an als würden sie jeden Moment nachgeben. Schattenschlangen flogen auf mich zu. Ich entzündete mein Schwert und zerschlitzte sie. Kleine Monster sprangen auf mich zu aber dank meinem Feuer konnte ich sie halbieren. Ich war für einen Moment überrascht darüber, dass sich die Monster in Rauch auflösten. Dies nutzte ein großes Monster, um vor mich zu springen. Meine Beine weigerten sich auszuweichen. Das Monster packte mich mit beiden Armen und fing an mich an seinem Oberkörper zu zerdrücken. Mein linker Arm war gefangen aber ich konnte meinen rechten Arm mit meinem Schwert in der Hand retten. Ich holte aus und wollte das Monster köpfen aber mich biss ein anderes Monster in die Schulter. Es biss so fest zu, dass ich hören konnte wie meine Knochen brachen. Sie waren aber nicht die einzigen Knochen, die zerbrechen. Meine Rippen wurden ebenfalls langsam und qualvoll wie Zahnstocher gebrochen. Ich schrie vor Schmerz auf, während sich mein Mund mit Blut füllte und mir das Atmen immer schwerer fiel. Nein! Ich… Ich darf hier noch nicht sterben… Meine Sicht fing an vor Schmerzen zu verschwimmen. Für einen Moment bildete ich mir ein Sarah zu sehen. Ich.. Ich kann ihr nicht vor die Augen treten bevor ich meine Mission erfüllt habe! Ich brüllte laut auf und versuchte mich mit meiner letzten verbliebenen Kraft zu befreien. Ich spürte wie weitere Monster in meine Beine bissen und versuchten sie auszureißen. Ich will nicht in Stücke gerissen werden!! „Ehrgeiz!“, rief ich panisch und mein Körper umhüllte sich mit einer roten Aura aber sie kam nicht gegen die Monster an, „Phönixklaue!“, die Monster ließen trotz der Flammen nicht locker. Meine Angriffe waren zu schwach und für Sturmklinge hatte ich nicht mehr genug Mana. Mein Herz fing an zu rasen und in meiner Brust baute sich ein enormer Druck auf. Ich brüllte erneut, weil die Schmerzen unerträglich wurden. Ich will hier noch nicht sterben! Ich spürte eine neue animalische Kraft in mir auflodern. Mein ganzer Körper wurde von dieser Kraft erfüllt. Ich wollte jeden dieser Dämonen die Gliedmaßen einzeln ausreißen!! Plötzlich durchbohrte ein kleiner Lichtstrahl den Kopf von dem Monster, welches mich in seinem Griff erdrückte.

    „Huh?“

    Auf einmal waren es unzählige Lichtstrahlen, die nicht nur die Monster um mich herum, sondern auch mich durchbohrten. Ich sackte zu Boden und meine Sicht verschwamm wieder. Von der so eben neu gewonnenen Kraft blieb nur noch eine dumpfe Leere übrig. Das war es wohl für mich.. Das letzte was ich sah war eine Gruppe von Menschen und fliegende Bälle...


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    Wegrennen und verzweifelt Skills aus der Ferne abfeuern... Doch sie machten keinen Schaden und es endete damit, dass mich die Monster durchlöcherten, mir alle Knochen brachen und ich dann gestorben bin. Ja das erinnert mich sehr an meine Noob Zeit mit RS.... x'D Ohne die Hilfe von anderen, hätte ich es nie so weit gebracht wie ich heute bin.

  • Ich habe endlich den beschämenden cringy Anfang gelöscht und neu geschrieben... Umschreiben hätte nichts retten können. Vielleicht lesen nun mehr meine Geschichte, weil der Anfang nicht mehr scheiße ist?
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    Ich wurde durch einen regelmäßigen Ton langsam geweckt. Ich fühle mich unglaublich träge. Bin ich tot? Ich blinzelte und sah nur weiß. Wo bin ich? Irgendetwas ist in meinem Gesicht… Der Ton nervt…

    „Du müsstest tot sein. Wieso bist du nicht gestorben?“, hörte ich eine Frauenstimme. Ich war noch zu betäubt, um zu antworten. Ich habe mich noch nie so träge und kraftlos gefühlt.

    „Du hättest auch viel länger im Koma liegen sollen. Deine Wunden heilen viel zu schnell.“, Koma..? Was? Ich verstehe nicht was sie von mir will…

    „Mein Angriff hätte dich nicht treffen dürfen.“

    Schweigen. Dann schwere Schritte.

    „Du ähnelst meinem besten Freund... Naja, in seinen jungen Jahren. Du hast dich selbstlos in den Kampf begeben, um Schwächere zu beschützen. Leider bist du genauso wie er damals ein Idiot, der nicht auf seine Freunde vertraute und sich stattdessen alleine geopfert hat. Hast du überhaupt Freunde? Dich hat niemand besucht. Du solltest dir für das nächste Mal dringend treue Freunde suchen. Dennoch…“, dann sah ich ihr atemberaubendes Gesicht. Sie hatte wunderschöne silberne Haare, makellos weiße Haut und ein großes türkises Schmuckstück auf ihrer Stirn. Nur ihre Augen waren irgendwie anders aber sie waren trotzdem wunderschön. Sie lächelte mich an.

    „Ich bedanke mich aufrichtig für deinen Heldenmut, Ren. Ohne dein Ablenkungsmanöver hätte es viel mehr Verluste gegeben. Bitte verspreche mir dennoch dich das nächste Mal auf Freunde zu verlassen, die dir den Rücken stärken. Bitte verzeih mir, dass dich meine Energienadeln zusätzlich verletzt haben. Eigentlich waren sie auf Dämonen ausgerichtet, doch anscheinend warst du ihnen zu nahe und wurdest deswegen ebenfalls getroffen. Erhole dich gut. Ich muss herausfinden wieso diese abtrünnigen Dämonen meine Stadt angegriffen haben. Ich hoffe, dass wir uns eines Tages wiedersehen werden.“ Sie strich mir mit der Hand über die Stirn. Ihre Hand ist kalt aber sie fühlt sich so schön an… Liegt das vielleicht daran, dass ich mich nach Nähe sehne..?

    „Gute Besserung.“, sagte sie während ich langsam wieder in einen tiefen Schlaf sank.


    „Hallo? Erwachst du? Hallo? Erwachst du? Hallo? Erwachst du?“

    „Ah gut. Guten Morgen Ren! Die Daten zeigen an, dass du mich nun hören kannst.“ Ich wurde von einer unglaublich nervigen Stimme geweckt. Mein Körper sehnte sich danach nach meinem Schwert zu greifen und es ihm durch seine.. ihre… was auch immer Kehle zu jagen. Ich spürte wie etwas kaltes meine Augen öffnete, „Hallo?“, ich sah für einen Moment reaktionslos die Gestalt über mir an. Dann setzte sich mein Körper erschrocken in Bewegung und wollte aus dem Bett springen, aber eine schreckliche Schmerzwelle ließ meinen Körper qualvoll wieder zusammensacken.

    „Urrghh…“ Mein ganzer Körper zitterte vor Schmerz.

    „Ein Glück! Ich dachte für einen Moment, dass die Messungen fehlerhaft sind und du tatsächlich gehirntot bist. Königin Eve wäre dann wirklich wütend auf mich gewesen.“

    „Was bist du?!?“, sagte ich unter qualvollen Schmerzen.

    „Oh nein! Leidest du an Amnesie? Das ist nicht gut… Menschen haben leider nicht wie wir Nasod die Möglichkeit Backupdateien von ihrem Gedächtnis anzulegen. Ich werde einen menschlichen Arzt kontaktieren. ….. So, erledigt. Bitte gedulde dich etwas, während ich dich weiter im Auge behalte. Hast du Schmerzen? Du siehst so verkrampft aus. Weinst du etwa? Ich habe gelesen, dass Menschen manchmal bei zu großen Schmerzen anfangen aufgrund dessen zu weinen.“

    „Bitte töte mich sofort oder gib mir mein Schwert, damit ich es selbst tun kann…“ Nasod.. Genau.. Ich war doch in diese Stadt gereist… Die Erinnerung an eine wunderschöne Frau drängte sich in mein Bewusstsein und die Schmerzen waren für einen Moment lang vergessen.

    „Ich muss wohl gestorben und kurz bei einem Engel gewesen sein….“, murmelte ich während ich verträumt versuchte mich an mehr von ihr zu erinnern. Die Schmerzen kamen wieder aber ich starrte weiterhin in die Luft. Mir war nicht mehr danach mich zu bewegen.

    „Möchtest du das Schmerzmittel anal oder mit einer Spritze eingeführt bekommen?“

    „….. Was..?“

    „Ich wollte schon immer einmal einem Menschen etwas anal einführen! Wenn du mich bitte entschuldigst…“, der Nasod zog die Decke runter und griff nach meiner Hose. Bevor ich reagieren konnte, hatte er sie bereits heruntergezogen.

    „So nun bitte einmal nicht bewegen.“ Er hatte doch nicht etwa vor mir dieses Ding…

    „Bleib weg von mir!“, ich trat ihn von mir weg, auch wenn die Bewegung höllisch weh tat. Dann zog ich mir meine Hose wieder hoch. „Was stimmt nur nicht mit dir?! Du kannst mir doch nicht einfach so an die Wäsche gehen!“ Ich wollte eigentlich noch viel mehr sagen aber mein Körper krümmte sich erneut vor Schmerzen zusammen. Bitte lasst mich sterben!

    „Ich dachte ich hätte dein Einverständnis.. Dann eben über den Katheter.“, er flog auf eine Wasserflasche neben meinem Bett zu und tauschte sie mit einer anderen aus, „So. Du wirst die Wirkung sicher gleich spüren. Bitte leg dich bis dahin ordentlich hin und bewege dich nicht so viel. Ansonsten reißen die Nähte wieder auf und wir müssen dich erneut reparieren.“

    „Gib mir mal bitte mein Schwert…“

    „Du benötigst dein Schwert gerade nicht.“

    „…. Lass mich bitte in Ruhe.“

    „Schämst du dich etwa dafür, dass du geweint hast?“

    „Ich halte das nicht aus… Die Schmerzen sind unerträglich.. Deine nervige Stimme verschlimmern sie sogar..“, brachte ich irgendwie hervor während eine weitere Schmerzenswelle meinen Körper durchströmte.

    „Aaahh.. Gedulde dich bitte ein wenig, dann müssten die Schmerzen besser werden!“, der Nasod zog wieder meine Decke hoch, „Wie sieht es mit deinem Gedächtnis aus?“

    „Ich erinnere mich wieder…“, murmelte ich, während ich das Gefühl hatte so langsam wieder das Bewusstsein zu verlieren.


    Als ich meine Augen öffnete, lag ich ordentlich im Bett und ich konnte beobachten wie der Nasod mit irgendwelchen dünnen Gläsern arbeitete. Ich nutzte die Gelegenheit und sah mich im Zimmer nach meinem Schwert um, doch es war nicht da. Mist… Vielleicht sind meine Sachen in diesem Schrank?

    „Du bist wieder wach!“ Bitte tötet mich….

    „Ja.. Wie lange war ich bewusstlos?“

    „Einige Stunden. Der menschliche Arzt sagte mir, dass es für deine Gesundheit schädlich ist, wenn ich dich überfordere.“

    „Da hat er Recht…“

    „Deswegen habe ich beschlossen hier still dein Blut zu untersuchen, um herauszufinden wieso du so schnell heilst.“ Der Nasod wandte sich wieder von mir ab. Das Gespräch schien damit beendet zu sein. Ich seufzte erleichtert. Ich wäre fast gestorben… Ich muss viel stärker werden.

    „Wann werde ich entlassen?“

    „Nach mehreren Wochen.“

    „… Bringst du mir bitte mein Schwert?“

    „Was willst du denn damit machen?“

    „Ich bezweifle, dass ich mehrere Wochen mit dir überleben werde..“

    „Natürlich wirst du mehrere Wochen in unserer Obhut überleben! Oh! Das ist sehr interessant..“, murmelte er während er eine Reaktion in einer der Glasflaschen beobachtete. Ich sah aus dem Fenster und stellte zufrieden fest, dass es bereits dunkel war.

    „Ich bin immer noch sehr müde… Könntest du bitte mein Zimmer verlassen, damit ich mich erholen kann?“ Der Nasod machte ein komisches Geräusch.

    „Musst du nicht noch Nahrung aufnehmen?“

    „… Dann werde ich zuerst etwas essen…“


    Nachdem der Nasod mein Zimmer verlassen hat, stand ich sehr vorsichtig auf. Mein Körper fühlte sich sehr taub an und ich hatte das Gefühl diese Entscheidung noch zu bereuen, doch ich war entschlossen das Krankenhaus hier noch heute zu verlassen. Ich darf keine Zeit mehr verschwenden.. Meine Sachen waren zum Glück in diesem Schrank. Sogar mein Rucksack befand sich dort! Ich zog mich schnell um und stellte mich an das Fenster. Wäre ich ein Ninja, könnte ich mich einfach aus dem Fenster herausschleichen… Ich seufzte und begab mich zur Tür. Auf dem Flur waren keine Wachen. Es war unerwartet einfach das Gebäude zu verlassen. Es gab auch keine Probleme dabei die Stadt zu verlassen. Meine Beine schmerzten, obwohl ich eine vergleichsweise kurze Distanz zu meinen üblichen Reisen zurücklegte. Sie müssen wohl noch von dem Dämonenangriff verletzt sein… Der Weg zur nächsten Stadt wird sehr anstrengend werden aber immerhin hätte ich dann nicht diesen nervigen Nasod um mich, sondern ein schönes ruhiges Zimmer, wo ich ganz alleine war. Ich musste etwas lächeln und setzte mich trotz der Schmerzen in Bewegung.

  • Ich reiste weiter von Stadt zu Stadt aber fand keine weiteren Hinweise für mein Hauptziel. Ich konnte zwar anderen Menschen helfen aber leider nicht mir selbst. Das bedrückende Gefühl meine Zeit zu verschwenden wurde immer größer. Ich will doch nur Rache nehmen, zurück nach Hause gehen und mir auf Sarahs Grab dann selbst das Leben nehmen. Ist das zu viel verlangt? Ich zog solange ohne Rast weiter, bis ich in einer Stadt namens Hanano angekommen bin. Ich übernachtete dort in einer Raststätte.


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    Uni fängt wieder an.. Also hat die leider wieder mehr Vorrang. </3